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Die Hölle

Erörterung zum Thema Schmerz


von Terminator

Nein, wer pubertiert und masturbiert, kommt sicherlich nicht dafür in die Hölle. Das moralisch-voyeuristische Interesse der Erwachsenen an der jugendlichen Sexualität - damit die Kindlein ja nicht sündigen - ist nur eine weitere Form des Kindesmissbrauchs. Mit ethischer Erziehung hat die Vergewaltigung des Gewissens nicht zu tun, auch nichts mit Religion, und noch weniger mit Aufklärung, - dass fahrlässige Schwangerschaft eine Sünde ist, macht das sexuelle Begehren und die Selbstbefriedigung noch nicht zu Kapitalverbrechen.

Woher weiß ich denn, dass man fürs Surfen im Internet mit offener Hose nicht in die Hölle kommt? Glauben ist, so Kant, ein subjektives Fürwahrhalten mit objektiv unzureichenden Gründen. Da Gott, das Absolute, unergründlich ist, kann ich nicht von ihm wissen, sondern nur an ihn glauben. Wissen kann ich nur, was Gott nicht ist: ein anthropomorpher Willkürherrscher, ein perverser Despot, ein grausamer Tyrann. Es gibt Religionen, die sich so einen Gott halten. Es sind allesamt Barbareien, die Kinder, welche in ihre Kulturkreise hinein geboren werden, psychisch (und nicht nur) misshandeln. Beim gegenwärtigen Stand der menschlichen Entwicklung gehören solche als Tradition getarnten Barbareien nicht toleriert, sondern kriminalisiert - weltweit, denn auch die abendländische Medizin heilt weltweit, und auch vor den Produkten westlicher Computertechnologie holt man sich weltweit einen runter.

Zur Hölle also mit den faschistoiden pädokriminellen Kulten, Religionen und Traditionen, - nun aber zur Hölle selbst. Kann man denn bei Trost behaupten, ein sadistischer Mörder, ein Kriegsverbrecher oder ein Menschenvernichtungsmanager etwa von Auschwitz verdiente die ewige Qual in der Hölle? Jedes Verbrechen, sei es noch so abscheulich, ist eine endliche Tat. Ist eine ewige Vergeltung nicht zu grausam, um gerecht zu sein? Gute Frage. Ist dann aber auch das ewige Himmelreich nicht zu viel des Guten? Keiner ist so gut, dass er auf ewig Glückseligkeit verdient hätte. Wieso klingt dies nun absurd, während der Einwand gegen die ewigen Höllenqualen so logisch ist?

Was wird vor, durch und von Gott gerichtet? Die endliche Tat? Diese soll, soweit es die zivilisatorische Entwicklung auf Erden erlaubt, zu Lebzeiten vergolten und gesühnt werden. Gott, der Unendliche, hat nichts mit der endlichen Tat zu tun; die endliche Tat geht ihn nichts an. Was Gott interessiert, ist der unendliche Wille.

Der sadistische Mörder tut seinem Opfer soviel an, wie physisch und phantasietechnisch möglich ist. Stellen wir uns vor, es wäre möglich, eine Höllenmaschine zu bauen, und Menschen damit ewig zu quälen - indem man etwa die erlebte Zeit ins Unendliche dehnen würde - , - wer will nur einen Cent darauf verwetten, dass eine solche Maschine nicht in kürzester Zeit zum Einsatz käme? Haben die Menschenvernichter von Auschwitz nicht mit dem Gedanken gelebt, sie würden die Vergasten direkt in die Hölle schicken? Wir sehen: beim endlichen Menschen scheitert es nur daran, dass sein menschliches Opfer sterblich ist, - sonst würde weder Gewissen noch Vernunft ihn dabei aufhalten, ewige Höllen für seine Mitmenschen zu errichten.

Die Hölle für das Böse ist verdient: nicht für die endliche Tat, sondern für den unendlichen Willen. Damit ist ausgeschlossen, dass für eine grausame Tat, der nichts als Verzweiflung zugrunde lag, die Tore der Hölle einem einmal aufgetan und für immer hinter einem geschlossen werden. Der böse Wille will aber kein erlittenes Böses rächen, sondern er will grundsätzlich das Böse tun, - nein, nicht immer, und auch nicht immer öfter, sondern nur sich alle Optionen offen halten, seinen Egoismus absolut setzen, und das Absolute relativieren.

Was geschieht mit dem Bösen in der Hölle? Wird er gegrillt, gepeitscht, wird ihm Sex vorenthalten, wird er gedemütigt, erniedrigt und beschämt? Nichts dergleichen. In der Hölle zieht nur alles Gute sich vom Bösen zurück, und lässt das Böse - und somit den Bösen, den bösen Willen, - mit sich selbst allein. Die Hölle ist der Ort, an dem das Böse ganz bei sich selbst ist. Alles Gute, alles Positive, alles, was negiert werden könnte, ist fort, das Böse kann nur noch sich selbst negieren. Somit ist auch der Widerspruch vom gequälten und quälenden Teufel gelöst: der Teufel kann nicht der Bademeister im Lavasee sein, und der zum Schwimmen Eingeladene zugleich, aber das muss er auch nicht, denn sein Wesen ist das Verbrennen, und da es in der Hölle nichts außer dem Bösen gibt, verbrennt das Verbrennen, negiert das Negieren sich selbst.

Ist die Hölle ewig? Ja, wenn der böse Wille ewig auf sich selbst beharrt. Er ist das Negierdende und das Negierte zugleich, und macht sich selbst somit die Hölle heiß. Gibt der Böse seinen Willen auf, so ist er nur noch das Negierte, aber nicht mehr das Negierende, - er wird vernichtet und erlöst. Wenn der transzendente Träger des Willens, die berüchtigte Seele, auch ontologisch seiend ist, erweist sich die Hölle im Nachhinein als das Purgatorium, und die gereinigte Seele lebt weiter und kann wieder in die positive Existenz treten.

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Dies ist ein Blatt des mehrteiligen Textes Das zweite metagalaktische Interlesbium.
Veröffentlicht am 11.04.2021, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.04.2021). Textlänge: 768 Wörter; dieser Text wurde bereits 55 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.05.2021.
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