Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Mrs.Robinson (19.06.), Humpenflug (16.06.), She (12.06.), Darkboy_Dreams (08.06.), amalfi99 (08.06.), MarcFey (03.06.), ftvjason (31.05.), Tantekaethe (31.05.), latiner (30.05.), rnarmr (30.05.), elvis1951zwo (20.05.), gobio (19.05.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 573 Autoren* und 73 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 15.183 Mitglieder und 447.186 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 24.06.2021:
Zitat
Ziemlich neu:  Toleranz von desmotes (30.06.08)
Recht lang:  Zitatplagiat von Bellis (551 Worte)
Wenig kommentiert:  Heiterkeit von Lonelysoul (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Masken von desmotes (nur 1393 Aufrufe)
alle Zitate
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Kleine Kämpfe mit dem Tag
von eiskimo
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook

Die Überlistung

Sonett zum Thema Hoffnung/Hoffnungslosigkeit


von Quoth


Wenn Du angemeldet wärst, könntest Du Dir diesen Text jetzt auch anhören...
Ein Feind, so winzig klein, dass niemand ihn je sah
mit unbewehrtem Blick, doch ärger als die Wut
von Schwerbewaffneten, kommt er uns allzu nah,
dringt ein in unsern Leib, erobert unser Blut,

beschädigt Lunge, Herz, zerstört die Lebenskraft,
erbarmungslos und wüst wie eine Feuersbrunst.
Verzweifelt warf sich ihm entgegen Wissenschaft,
trieb ihn zurück und hat mit unfassbarer Kunst

ihm abgetrotzt den Bau seiner geheimsten Waffe,
damit sich unser Blut dagegen wirksam feit,
der infizierte Mensch nicht hilflos mehr erschlaffe.

Dank dir, o Wissenschaft, sei wahrhaft benedeit!
Verfrüht wär Jubel noch, doch wartet die Karaffe,
gefüllt mit Wein, dass wir sie leeren leidbefreit!


Erste Fassung:
Ein Feind, so winzig klein, dass niemand ihn je sah
mit unbewehrtem Aug, doch mächt’ger als die Wut
von Hochgerüsteten, kommt er uns allzu nah,
dringt ein in unsern Leib, erobert unser Blut,

zerstört die Lung‘, das Herz und alle Lebenskraft,
erbarmungslos und wüst wie eine Feuersbrunst.
Doch mächtig warf sich ihm entgegen Wissenschaft,
trieb ihn zurück; sie hat mit unfassbarer Kunst

ihm abgetrotzt den Bau seiner geheimsten Waffe,
auf dass das Blut sich nun dagegen wehrhaft feit
und der befall’ne Mensch nicht hilflos mehr erschlaffe.

Dank dir, o Wissenschaft, sei wahrhaft benedeit!
Verfrüht wär Jubel noch, doch wartet die Karaffe,
gefüllt mit Wein, dass wir sie leeren leidbefreit!

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Agnete (02.05.2021)
das kann nich dauern. Ich nehm die Karaffe jetzt schon mal... LG von Agnete
diesen Kommentar melden
Quoth meinte dazu am 02.05.2021:
Kann ich verstehen. Wir sind hier ja Modellregion, und die Gäste aus ganz Deutschland kehren geradezu mit Leidenschaft in ihr altes Leben zurück. Bange Frage: Verfrüht?

Ich musste einfach was auf die Entdeckung der Bauanleitung für das Spikeprotein schreiben. Wenn man bedenkt, dass wir 50 Jahre nach dem ersten Auftreten von AIDS/HIV immer noch keinen Impfstoff haben!
diese Antwort melden
Willibald antwortete darauf am 05.05.2021:
Wörter wie "feien" und "benedeien" sind mir lieb, allein schon das an und in diesem Gedicht.

Kempowskis Familienslang hat das Lexem "verbumfeit", nehme zweifelnd und wohl an, das Wort trifft etwa den Zustand des Leerers der Karaffe.


ww
diese Antwort melden
Willibald schrieb daraufhin am 05.05.2021:
p.s.
das dwds liefert Schnuffeliges:

gebumfiedelt Part.adj. berlin. sich jebumfiedelt (‘geehrt, geschmeichelt’) fühlen wie bei einem mit Bum (Paukenschlag) und Fiedel dargebrachten Ständchen, anknüpfend (Ende 19. Jh.) an Musik nachahmende Schallwörter wie (nordd. md.) bumfei, fiedelfumfei. Vgl. verbumfeien, verfumfeien Vb. ‘schlecht musizieren, bei leichter Musik vergeuden’, bildlich ‘verderben, zunichte machen, sinnlos vertun’ (18. Jh.). verbumfiedeln Vb. ‘verunstalten, verhunzen, verpfuschen’.

feien Vb. ‘(durch Feenkraft) unangreifbar, immun machen’, fast nur im Part. Prät. gefeit ‘geschützt, unempfindlich’. Nach dem Vorbild von gleichbed. frz. féer (afrz. faer, zu afrz. fee ‘Fee’) wird feien Anfang des 19. Jhs. zu Fei gebildet. Ein bereits mhd. bezeugtes gleichbed. feinen, zu mhd. fei(e), feine (s. ↗Fee), setzt sich nicht fort.
diese Antwort melden
Quoth äußerte darauf am 05.05.2021:
Schön und lehrreich von Dir zu hören, Willibald! Danke! Gruß Quoth
diese Antwort melden
Lluviagata
Kommentar von Lluviagata (07.05.2021)
Hallo Quoth,

lange bin ich um dein Sonett geschlichen, lange habe ich versucht, rhythmisch zu lesen, zu lange versucht, eine mir verborgen gebliebene Metrik zu entdecken. Das Thema ist aktuell, die Form stimmt, die Conculsio vorhanden. Deine Wortwahl ist exzellent, das ist viel, jedoch schon alles.

Ich sehe ganze drei Apostrophe in vier Versen, die dabei helfen sollen, die armen Verszeilen in einen zu enges Korsett zu pressen, seh Wörter mit ausglassenen Vokalen, die dadurch regelrecht volkstümlich wirken, bestaune willkürlich gesetzte Zäsuren, die meinen Atem zum Stolpern bringen.

[Doch mächtig warf sich ihm entgegen Wissenschaft] ist eine Zeile, die mir von Reimzwang erzählt, von einem Autor, der in Eile ist vielleicht.
[auf dass das Blut sich nun dagegen wehrhaft feit] ist so mit Füllwörtern vollgepackt, dass ich staunen muss.

Alles in allem sehe ich hier ein Gedicht, das überbordend auf mich wirkt, das der Grandezza eines echten Sonetts entbehrt und nicht im Gedächtnis hängenbleibt.

So, mein lieber Quoth, sei nicht harb und hab ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße
Llu ♥
diesen Kommentar melden
Quoth ergänzte dazu am 07.05.2021:
Hallo Lluviagata, ich schätze, ich muss das Ding mal vorlesen. Werde versuchen, das am WE hinzukriegen! Eleganz hab ich hier nicht angestrebt - sondern, wie es zum Alexandriner gehört, Pathos! Für mich ist die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe ein Durchbruch vergleichbar der Atomspaltung (und hoffentlich segensreicher!). Freue mich, dass Du Deine Kritik nicht für Dich behalten hast! Gruß Quoth
diese Antwort melden
Quoth meinte dazu am 09.05.2021:
Habe den Text etwas geglättet; habe ihn mit Audacity aufgenommen, doch das Hochladen der Wave-Datei wurde mir verwehrt: Dies sein keine Wave-Datei! Gruß Quoth
Jetzt hats endlich geklappt - musste es in MP3 aufnehmen ...

Antwort geändert am 11.05.2021 um 12:51 Uhr
diese Antwort melden
Lluviagata meinte dazu am 16.05.2021:
Hallo Quoth,
danke für die Vertonung! Gerade die gestrige, sprich alte Sprache, mag ich sehr und verwende sie oft und gern.
Es stimmt, ich höre und sehe das Sonett nun in einer anderen Form, in einer für mich verständlicheren. Und nehme meine Unzufriedenheit ein wenig zurück. Denn in Eile bist du so gar nicht. Deine Anmerkungen finde ich übrigens ziemlich charmant!
Toll gemacht!

Liebe Sonntagsgrüße
Llu ♥
diese Antwort melden
Graeculus
Kommentar von Graeculus (12.05.2021)
Meine Meinung: gut gemacht und gut vorgetragen, mitsamt den eingefügten Kommentaren des Vortragenden. Du faßt ein verbreitetes Gefühl in stimmige Worte.

Und jetzt weiß ich auch, wie man "Quoth" ausspricht.
diesen Kommentar melden
Walther meinte dazu am 13.05.2021:
Fein gedichtet. die sprache ist in meinen augen etwas gestrig, verhilft aber zu einem gehörigen blast an emphase. kann man also machen.
diese Antwort melden
Quoth meinte dazu am 13.05.2021:
In einer gestrigen Form muss auch gestrige Sprache erlaubt sein ... Ein "blast an emphase" - ja den brauche ich wohl, einen Essay in Sonnettform könnte ich nicht schreiben! Vielen Dank für Kommentar und Empfehlung.
diese Antwort melden

Quoth
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zum Aktivitäts-Index
Veröffentlicht am 01.05.2021, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 09.05.2021). Textlänge: 205 Wörter; dieser Text wurde bereits 73 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.06.2021.
Lieblingstext von:
Graeculus.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Schlagworte
Leid Wissenschaft Impfung Virus Corona Covid19
Mehr über Quoth
Mehr von Quoth
Mail an Quoth
Blättern:
voriger Text
nächster Text
zufällig...
Weitere 3 neue Sonette von Quoth:
Phaeton Ein Dreimalhoch Largo
Was schreiben andere zum Thema "Hoffnung/ Hoffnungslosigkeit"?
ballade der hoffnungslosigkeit (Perry) Theologisches Casino (Terminator) sinken & steigen in pandemischen zeiten (harzgebirgler) Die Amsel singt ihr Abschiedlied (Omnahmashivaya) jesus - gottes sohn (Bohemien) Beten und Hoffen (Bohemien) Das Wetter (Pingasut) Thomas, der Regenwurm (BerndtB) Idyll (Ralf_Renkking) Quer-gedacht zum Zeitgeschehen - Lockdown&Maskenpflicht (1) (solxxx) und 472 weitere Texte.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2021 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2021 keinVerlag.de