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Flucht

Innerer Monolog zum Thema Betrachtung


von Mondscheinsonate

Während ich schreibe, bemerke ich, dass ich wie mein Großvater das Blatt ausfülle. Er ließ stets links und rechts genug Platz, schrieb eher nur in der Mitte. Vielleicht, weil er sein Leben lang Rezepte schrieb, kann sein. Die Handschrift gleicht die meiner Mutter, also meine ist gemeint, aber das war sicherlich ersichtlich. "... aliud-Lieferung: Der Schuldner wird so behandelt, als ob er nicht nur mangelhaft, sondern überhaupt nicht erfüllt hat, er ist und bleibt in Schuldnerverzug."
Aber, das wollte ich nicht schreiben, mir fiel das alles nur gerade auf, einfach so.
So habe ich noch immer diese Schwermut in mir, den ganzen Tag schon, vielleicht, weil ab Montag eine Testung oder Klausur die nächste jagt oder weil "Krieg und Frieden" zu Ende ist, ein Nachtrag, dass Natascha Rostow eine Matrone wurde, überraschte mich wenig. Wir verändern uns doch alle, auch ich habe fast nichts mehr von damals, der Zauber geht verloren, an seiner statt kommt aber das Wunder, nämlich die Widrigkeiten des Lebens gut gemeistert zu haben und das macht sich in der Persönlichkeit breit, individuell verschieden. Deshalb sind die jungen Mädchen so zauberhaft, da hängt noch keine Schwere dran, dies sieht man gut am Strahlen.
Ja, ich vermisse "Krieg und Frieden" jetzt schon sehr, so hat es mich doch ein paar Wochen begleitet, aber auf  "Die Brüder Karamasow" freue ich mich schon sehr, endlich wieder Dostojewski. Das Hören der russischen Literatur hat mein Denken wieder gerade gerichtet, sofern das möglich ist, also weg vom Coronahorror, dem Terror der Politik und Fanatikern, den Leugnern, den Ängstlichen, meinem eigenen Kummer, tägliche Bernhardgedanken verschwanden fast gänzlich, alles weg, überhaupt, wenn ich höre, so schlafe ich manchmal friedlich, manchmal wegen des Inhalts aufgewühlt ein, auf jeden Fall zufriedener. Lesen als Flucht. Elke Heidenreich sagt immer: "Lesen Sie ein Buch, es löst keine Probleme, aber lenkt ein paar Stunden ab," das stimmt.
Seit Monaten bewege ich mich in Russland hin und her, versetze mich in fremde Gedanken hinein und dadurch, dass es so gut erzählt war, gänzlichst alles, war es fast schon real. Zum Beispiel meine Abneigung gegen Pierre - so etwas kann nur entstehen, wenn der Charakter so gut erzählt ist, dass man denkt, er sei echt. Natürlich ist er es nicht, aber man fühlt es einfach in dem Moment. So fühlte ich auch den Krieg, das Schlachtfeld und plötzlich waren meine Probleme völlig klein und nichtig, ja, unwichtig. Ich muss gestehen, ich bin grundsätzlich die ultimative Leseratte, aber es ist anders, wenn man nur zuhören muss. Natürlich fehlt das sinnliche Erleben mit dem Buch in der Hand, dennoch ist es schöner als fernsehen, wo man Bilder vorgesetzt bekommt. Es ist angenehm, im Bett zu liegen und es erzählt dir jemand eine Geschichte. Ich sah alle vor mir, spürte ihre Qualen, ihre Liebe, ihren Verlust und ihre Freude. Entzückend war doch, als sich Natascha in Pierre verliebte, reizend, zurückhaltend, einfach entzückend. Zeigte gut, dass alles, was ungestüm beginnt, zum Scheitern verurteilt ist.
Mir kommt aber doch vor, dass Tolstoj steifer schrieb als Dostojewski. Zweiter hielt sich mehr im Hintergrund, das mag ich.
Nun, ich muss zurück zu meiner Aliud-Lieferung. Ich wollte es nur bemerkt haben, dass mich die Flucht nach Russland psychisch stabilisiert hat und es war eine wunderbare Entscheidung, mich auf "Wälzer" einzulassen. Schon vor Monaten begeisterte mich "Ulysses", das war auch ein Glücksbuch für mich.

Mondscheinsonate
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Veröffentlicht am 01.05.2021, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.05.2021). Textlänge: 549 Wörter; dieser Text wurde bereits 42 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.06.2021.
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