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Der ultimative Heimatkrimi - Roman einer Erpressung IV

Protokoll zum Thema Gewalt


von pentz

Blondy ging nach Betreten der Wohnung stracks in die Küche zum Kühlschrank, fischte sich ein Sechser-Pack Bier heraus, rieß die Plastikhülle ab, entlaschte eine Dose, spülte den Inhalt in einem Zug hinunter und griff sich die nächste. Die Dritte folgte sogleich und dann trat er mit dem Rest Bierdosen an den großen Tisch inmitten des Raumes, um sie dort abzustellen. Daraufhin ließ er sich in einen Sessel plumsen, die Füße auf den Tisch gelegt.
Sein Partner hatte unterdessen die Geiseln einfach in die enge Rumpelkammer, die in diesem Küchen- und Wohnraum eingelassen worden war, geschoben, verstaut und eingesperrt. Vorerst - das konnte nur ein Provisorium darstellen.
Nun überlegten beide beim Blechdosenbiertrinken das weitere Vorgehen.
Nur wurden sie dabei von den Gefangenen gestört, die mit ihrem neuen Asyl nicht zufrieen waren, so daß sie immer wieder an die Tür der Rumpelkammer stießen und maulten, daß es hier so düster und eng wäre.
„Der Arzt wünscht ein Fünf-Sterne-Hotel!“, sagte Blondy sarkastisch. 
„Ja, das kann er haben!“, und Blacky stand auf, ging zur Rumpelkammer und schlug mit den Füßen gegen das Holzgitter, womit diese markiert und begrenzt war.
„Haltet Eure Fresse, ihr Blödmänner und, äh, -frauen. Sonst könnt ihr etwas erleben!“
Sofort war Ruhe.
Blacky zeigte kein bißchen Mitgefühl: „Die werden sich schon nicht auf die Füße treten!“
„Na, wie sehr die auf vertrauten Fuß miteinander verkehren, ist das kein Unglück!“
„Ohoho!“, stießen sie darüber mit den Blechdosen an.
„Auf die fette Beute!“
„Und die kommende Ausbeute!“
Danach verfielen sie ins Nachdenken.
Blondy kriegt jetzt Katzenjammer: "Scheiße, dass der Arzt soviel Pinke-Pinke in der Hosentasche mit sich herrumschleppen muß. Da wird man ja zum Diebstahl gezwungen!"
Blacky gefällt das gar nicht.
"Wie meinst das?"
"Naja, ich weiß auch nicht."
"Willst nen Rückzieher machen, Blödmann! Denk mal an den Batzen Geld. Wie sich das anfühlt, wenn du es in Händen hälst!"
"Ja Mann, das ist es eben!"
"Hä!"
Aber mit Blacky ließ sich schlecht philosophieren, wenn man so sagen darf. Die einzige Erkenntnis, der sie schließlich habhaft wurden, war: die Würfel waren gefallen.
Dann begannen sie die verschiedenen, vielfältigen Umstände, die mit so eiñner Entführung und der zwangsläufigen Erpressung zu bedenken waren, zu bedenken.
Allmählich wurde ihnen klar, daß sie viel zu wenig forderten: „He, 1000, was ist das schon? Für die Futzis da. Wir sollten 500 000 verlangen!“
„Oha, das sollten wir!“
Die Frau des Arztes solle es beischaffen. Selbst wenn sie zögere, bei der Höhe der Knete von auszugehen, dann würde ihr der Arzt schon Beine machen. Ein bißchen Druck würde dem schon Vorschub leisten. „Schließlich, der hat bestimmt das Zepter in der Hand!“
„Du sagt es!“
Anderes konnte sie sich nicht vorstellen. Eine Ehefrau, die das Sagen in der Ehe hatte – bei einer Arztehe – eh, da war doch wohl ganz klar der Arzt der King.
Und so würde er schon tun, wie geheißen? Was blieb ihm schließlich übrig? Daß seine Gemahlin von der Nebenbuhlerin erfuhr?
Sie lachten bei dieser Vorstellung heftig: „Auwei!“ Nicht einmal Gewalt würden sie anwenden müssen. Man bedenke die Sprengkraft dieser Pics, dieser Bilder mit Sexszenen – eh, zu kompromittierend! Welcher Involvierte würde zu einer Veröffentlichung dazu gleichgültig stehen?
Bedenke man der Konsequenzen!
Die Öffentlichkeit!
So ein Arzt steht im Zentrum der Öffentlichkeit. Was gebe es da für ein Gerede und Getratsche. Nein!
Und seine Ehefrau erst! Scheidung wird sie wollen, ganz klar! Oder auf jeden Fall wird das weitere Eheleben eine Hölle werden. Nee, nee, eine derartig gestörte Beziehung einer Ehe zu führen, wird auf Dauer zu schmerzhaft und stressig werden für ihn. Der wird parieren und alle Hebel in Bewegung setzen, um dieser Hölle zu entgehen: „Worauf Du Gift nehmen kannst!“
„Prost!“
Sie stoßen auch deshalb immer wieder an, um Zeit zu gewinnen, um weiterdenken zu können. Ganuz so sicher sind sie sich doch nicht. Und das Denken fällt ihnen schwer. Wundert es in ihrer Lage? Mit Erpressung mußte man auch erst einmal vertraut machen. Die Fähigkeiten dazu würde einem auch nicht in die Wiege gelegt.
Man plant, das Lösegeld in den leerstehenden Mercedes Benz Capriolet deponieren zu lassen. Die Frau muss die halbe Mille Euro von der Bank abheben, das Geld zum Auto transportieren und in diesem ablegen, woraufhin sie verschwinden muss. Danach werden sie sich das Geld holen. Daraufhin werden Krankenschwester und Arzt freigelassen. Wenn der Arzt zur Polizei gehen wird, werden die Bilder überall, wo es sinnvoll und weniger sinnvoll erscheint, veröffentlicht. Der Arzt hat keine Chance, die Bilder zu löschen, unwiederbringlich zu löschen. Diese sind millionenfach kopierfähig. Keine Chance für diesen. Hält er ruhig, dann ist es nicht notwendig, die Pics zu verbreiten. Damit wären sie vor einer Polizistenverfolgung sicher.
Der Arzt wird das Geld locker aufbringen können, mit Sicherheit. Auch die Beschaffung der hohen Summe stieß auf kein Bedenken, solch ein Arzt hat Kohle ohne Ende, und die Familie und Verwandtschaft wird schon ein bißchen nachhelfen, sollte es nicht reichen.
Das waren die Konditionen, Bedingung, Umstände.
Nun kam der Zeitpunkt, daß er dazu angehalten werden mußte, seiner besseren Ehehälfte den Auftrag zu erteilen, das Geld zu besorgen.
„Angehalten“ ist ein bißchen zu sanfter Ausdruck. Deckt sich dieser nämlich damit, daß er jetzt rüde aus der Rumpelkammer gezogen wird, so, daß gleichzeitig ein Besen und der einfach kunterbunt zusammengewürfelte Inhalt samt eines Staubsauger mit herausfällt? Dahinterher kommt die Krankenschwester herausgerutscht, die über diese Dinge rutscht und vor ihnen auf dem Boden landet.
„Wer hat gesagt, daß Du aus rauskommen sollst?“
Blondy ist über das Verhalten der Krankenschwester verärgert, zieht sie in seiner Wut nach oben und schleudert sie in eine Ecke.
„Bleib dort und halt still, Schlampe.“
Dann nehmen sie den Arzt ins Kreuzverhör.
Der Dunkle schildert die Bedingungen der Erpressung.
Der Adressat hört sich die Konditionen stumm an und als ihm schließlich sein Telefon in die Hand gedrückt worden ist, tippt er gleich drauf los, eine Geste, ein Verhalten, so ohne Widerspruch,- vielleicht, eh, daß ist aber zu viel Geld, was sie verlangen - stößt doch auf Mißtrauen.
Blacky entreißt ihm wieder das Gerät.
„Weißt Du!“, sagt er zum Blonden. „Ich glaube, für den sind 500 000 ein Pappenstil."
Der Blonde zieht die Augenbrauen hoch.
„Laß uns einfach Verdoppeln. Wir können, wenn's wirklich zu viel ist, immer noch heruntergehen. Immer mehr verlangen zunächst!“
Der Blonde verzieht den Mund um einen breiteren Grad.
„Wie verdammt recht Du doch hast! Erst Maximalforderung, dann wird man sehen.“
Der Arzt zeigt im Ansatz Gesten des Protestest, verstummt aber sofort wieder, als er die unmißverständliche Faust des Blonden zu sehen bekommt. Blondy gefällt das. Er lächelt unversehens über die unverhoffte Macht seiner Gestik.
Die Krankenschwester in der Ecke hat alles mitbekommen, verzieht ein verächtliches Gesicht und begeht den Leichtsinn, daß sie wegwerfend dazu schnaubt. Hat sie den Eindruck gehabt, man würde sie hier behandeln, als existiere sie nicht, zumindest spielte keine keine Rolle, was zwar insofern stimmte, als sie nicht das begehrenswerte Objekt der Erpressung war, so wurde sie aber nichtsdestotrotz sehr aufmerksam von jemanden beobachtet.
Blacky geht zu ihr hin und scheuert ihr eine wortlos.
Blondy guckt erstaunt auf, will etwas sagen, kann sich aber seine Worte sparen, weil er kapiert und tut dies auch.
Dem Arzt wird mit der neuen Forderung wieder das Gerät gereicht. Er tippt einige Zeit herum.
„Hast Du endlich gemailt!“
„Ja, ja!“
„Worauf wartest Du dann noch. Gib das Gerät her!“
„Aber wir müssen noch auf die Antwort meiner Ehefrau warten!“
„Hm. Du hast Recht.“
„Hast Du geschrieben, sie soll keine dummen Fragen stellen!“
„Ja, hab ich.“
„Na, dann dürfte es ja keinen Ärger geben. Du hast doch die Hosen an in der Ehe oder?“
Der Arzt war begriffsstutzig: „Wie bitte!“
„Ich habe gefragt, wer bei Euch in der Familie die Hosen anhat: Du oder Deine Frau!“
„Äh, das kann man so nicht beantworten...“ Aber er kapierte, mit wem er es hier zu tun hatte. Beschränkte, einfach dumme Leute. Also stimmte er zu.
„Ja, ich natürlich!“
Der Blonde lachte. „Na, also!“
Und schon kam ein Piepton.
Der Arzt, noch ein bißchen verdutzt über diesen Dialog, reagierte nicht sogleich, so daß ihn Blondie darauf hin stieß. „Schau schon nach, was Deine Alte geschrieben hat!“
„Ja, natürlich“, und er las die Nachricht vor. Wie erwartet konnte das Geld erst am Montag beschafft werden. Ausdrücklich versicherte sie, nicht die Polizei einzuschalten und die ganze Sache nicht an die große Glocke zu hängen.
„Na also, wer sagt's denn! Sehr vernünftig, die Alte!“, und wandte sich dem Dunklen zu, lachend. Dieser schaute ernst, als ob ihn die ganze Sache missfiel. Der Arzt dachte: aber was wollte der Dunkle dann? Ihm wurde es unheimlich ob dieses ungeheuer undurchsichtigen Unbekannten, dieser düsteren Aura des Dunklen. Vielleicht kam er doch nicht so glimpflich davon? Angstpanik empfand er plötzlich.
Blackys Aufmerksamkeit ist jedoch voll auf die Krankenschwester gerichtet.

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