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Der gespaltene Federkiel

Skizze zum Thema Entfremdung


von DanceWith1Life

Unter den Einsendungen befanden sich zahlreiche scheinbar mutwillig verfasste Textaufgaben, die dem eigentlichen Geist dieses Preises, Literatur nämlich, in ihrer psychlogischen Ausarbeitung oder Darstellung zu würdigen, wenn sie dieses Spektrum des Menschseinseins streift, in dem er sich selber gegenübersteht.
Als Resultat eines Denkprozesses, einer Entwicklung, einer Begegnung oder einer lyrischen Inspiration.
Die Kunst besteht nicht darin, dies zutage zu fördern, sondern im weiteren Verlauf als zwingend notwendig inklusive der verarbeitenden Prozesse, dies auch als solches zu verstehen, auszuarbeiten oder zu fassen zu kriegen. Und nicht wie seit tausenden von Jahren als etablierter Standard veräusserter Irrtum, es einfach nach aussen zu projezieren.
Letzteres natürlich mit all den subtilen Unmöglichkeiten, sprachlicher, intellektueller und struktueller Natur, wie sie nunmal dem Thema gegeben sind.
Der Name des Preises will also garnicht von schyzophrenen Charaktären reden, sondern dem in unserer modernen Welt so gut maskierten Umstand genüge tragen, wie zerrissen es tatsächlich im Menschen aussieht, trotz einer schier unglaublichen Anhäufung technischer Verbesserung des täglichen, wirtschaftlichen, produktionstechnischen und medizinischen Alltags, seiner Paradoxe ungewollter Verwirrungen und all den sublimen Zwischentönen, zu dem ein solcher Art gestaltetes "Lebensverständnis" führen muss.
Und wie dies dann überhaupt sein kann.
Diese Zerrissenheit bedarf nach Meinung der Juroren keiner dramaturgischer Forcierung mehr, ins rechte Licht gerückt entblättert sie Untiefen von solcher Spannungsbreite, dass dies mehr als genügt.
Den Juroren ist bewusst, dass aufgrund der durch und durch oberflächlichen Allgemeinbildung, solch ein Thema jedem philosophisch erscheinen muss.
Was durch erschreckend hohe Zahl psychlogischer Erkrankungen mehr als widerlegt wird.
Der Preis des gespaltenen Federkiels hat es sich also zur Zielsetzung gemacht, diesem Ungleichgewicht, zwischen einem entfremdeten Selbstverständnis, literarischer Auseinandersetzung und Allgemeinbildung ein wenig entgegen zu wirken.
Natürlich ist das nichts neues und die Idee findet in einem wohl jedem Menschen bekannten Ausspruch genügend Bandbreite, der da wäre.
Der ganz normale Wahnsinn.

 
 

Kommentare zu diesem Text


AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (15.06.2021)
Die technischen Erneuerungen in immer kürzerer Abfolge tragen ja gerade zur inneren Zerrissenheit des Menschen bei - weil der nicht Schritt halten kann.
Bei ungünstigem Verlauf kommt es zu Abspaltungen. - Zu diesem Thema hat die Userin Pearl vor Kurzem etwas Interessantes (und Tröstliches) geschrieben: Der Schizophrene steht im direkten Dialog mit seinem Unterbewusstsein. Insofern (!) ist seine Krankheit als Gabe aufzufassen.

Liebe Grüße
der8.
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DanceWith1Life meinte dazu am 15.06.2021:
danke für diesen Kom, ich konnte das aus nächster Nähe beobachten, die erste Diagnose meiner Schwester, "Jugendschizophrenie", es ist etwas komplexer, meiner Meinung nach.
Ich füge mal eine Aussage hinzu, die ich mal gelesen habe.
Ich habe meine Eltern falsch auseinander genommen.
Diese beiden decken ein ziemlich breites Spektrum dieser Krankheit ab, wenn ich das richtig verstehe.
Aber es ist wahrscheinlich mehr.
Die in diesem Text beschriebene "inszenierte Unwirklichkeit" trägt insofern dazu bei, dass man seine inneren Impulse nicht mehr richtig zuordnet.
Das gehört ebenfalls ins Krankheitsbild, nicht nur der Schizophrenen, sondern auch der Gesellschaft, die ja nun wahrlich alles andere als "kerngesund" ist.
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Veröffentlicht am 14.06.2021, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.06.2021). Textlänge: 286 Wörter; dieser Text wurde bereits 50 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.09.2021.
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