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Parabel zum Thema Freundschaft


von Quoth

Schließlich ließ ich mich überzeugen, dass es aus Kostengründen sinnvoll sei, die Familienfeier im Wartesaal II. Klasse zu begehen. Wir trafen uns in der von Menschen wimmelnden Bahnhofshalle und wollten den Wartesaal durch die Drehtür gerade betreten – da legt jemand die Hand auf meinen Unterarm. Ich drehe mich um: „Bernhard!“ Grau ist er geworden, trägt einen grauen Staubmantel – und sein Lächeln bezaubert mich wie ehedem. „Geht ihr schon mal rein,“ wende ich mich an meine Familie, „sucht euch einen Platz, ich muss kurz mit Bernhard reden!“ Schnell sind wir ins Gespräch vertieft, beschwören die gemeinsame Studienzeit in Berlin, ein Wort gibt das andere, Bernhard lacht sein mitreißendes Lachen, als wir uns daran erinnern, wie er einmal „Herr Professor, Sie sind für’n Arsch!“ zu der Koryphäe für Staatsrecht gesagt hat, nur auf die Gegenwart kommen wir nicht zu sprechen, irgendwie will sie von uns nichts wissen. Schließlich erinnere ich mich an den Grund meines Hierseins, sage: „Ich muss jetzt nach meiner Familie sehen – aber komm doch einfach mit!“ Ich nehme ihn beim Arm, zerre ihn durch die Drehtür, durch die endlosen Reihen dicht besetzter Tische, schließlich finde ich meine Familie, sie haben bereits aufgegessen, sind sehr missgestimmt über mein Zuspätkommen, ich stelle ihnen Bernhard vor, sie schauen mich verwundert an, tuscheln. Der, den ich vorstellte, ist weg, spurlos verschwunden, die Familie steht auf und geht wort- und grußlos auseinander, ich bleibe mit einem heftigen Gefühl des Versagens und der Trauer zurück, will wenigstens bezahlen – aber es ist schon alles bezahlt.

 
 

Kommentare zu diesem Text


eiskimo
Kommentar von eiskimo (20.06.2021)
Wenn einem keiner bzw. nichts wirklich (!) wichtig ist, dann passiert das, was du hier sehr schön beschreibst!
LG
Eiskimo
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Quoth meinte dazu am 20.06.2021:
Ich halte mich an Habakuks weise Entscheidung, eigene Texte nicht zu deuten, also auch Deutungen nicht zu widersprechen. Vielen Dank für den Kommentar, Eiskimo! Gruß Quoth
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (21.06.2021)
Als Überraschung gilt mir,
wie sich hier die Vergangenheit unversehens in die Gegenwart schiebt - doch "es ist schon alles bezahlt."

Ausgesprochen interessanter Text.
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Quoth antwortete darauf am 02.08.2021:
Vielen Dank, AchterZwerg.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (21.06.2021)
Der"Wartesaal" in Köln? Ja, da werden gerne Familienfeiern veranstaltet.
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Quoth schrieb daraufhin am 02.08.2021:
In dem in Hamburg auch.
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BeBa
Kommentar von BeBa (21.06.2021)
Der Ausgang des Textes gefällt mir besonders gut. Ich musste sofort noch einmal von vorn beginnen, und sofort liest sich das Ganze anders.

Ein Text ganz nach meinem Geschmack.

Kommentar geändert am 21.06.2021 um 10:18 Uhr
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Quoth äußerte darauf am 02.08.2021:
Werde versuchen, noch mal Deinen Geschmack zu treffen! Danke! Quoth
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Lluviagata
Kommentar von Lluviagata (22.07.2021)
Hallo Quoth,

es gibt ein geflügeltes Wort: Die Familie kann man sich nicht aussuchen.

Ich mag diese Traurigkeit, die aus deinem Text weht.

Liebe Grüße
Llu ♥
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Quoth ergänzte dazu am 02.08.2021:
Leider ist eben nicht alles immer miteinander vereinbar! Danke. Quoth
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Parabeln.
Veröffentlicht am 20.06.2021, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 20.07.2021). Textlänge: 250 Wörter; dieser Text wurde bereits 60 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.10.2021.
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