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Stephen Kings Nebenwelt. Ein Roman beginnt.

Text


von Willibald



Ein junger Autor namens Kauer meinte, dass man den Erfolg durchaus suchen müsse und nicht allein auf den Markt vertrauen dürfe.  Also ließ er sein Werk auf eigene Kosten drucken und legte die einhundert Exemplare bei den Buchhändlern in Schwabing und in Neuhausen und in der Au und im Lehel aus, genau zehn Stück in jeder dieser Niederlassungen des Geistes.
Als etwa drei Monate verstrichen waren, ging er, seinen Erfolg zu besehen. Er begann in Neuhausen, wo er zunächst den Friedhof in der Winthirstraße besuchte.  Dort liegt der Pfarrer Betzwieser, der Kauer getauft hatte und der von Kauer auch deswegen geschätzt wurde, weil Betzwieser - wohl aus Dankbarkeit für seine Katze Minka - sogenannte "Viecherlmessen"  abhielt. Minka hatte nämlich bei einem Schlaganfall des Pfarrers die Nachbarn alarmiert und ihm so das Leben gerettet.  Kauer holte sich am Grabe Zuspruch. Und dann nahm er die Buchnester in Augenschein.
Kurz und gut oder schlecht, im ersten Laden musste  Kauer  10 Exemplare zurücknehmen,  im zweiten genauso viel und im dritten auch und so weiter  bis hin zum letzten Laden. Dort waren es 11 Exemplare.  Unerklärlich. Unergründlich. Seltsam. Mysteriös. Verwirrlich.
Neben den Exemplaren dort stand ein Buch von Stephen King. Der Buchhändler hatte einen Begleitzettel geschrieben, Kauer las ihn aufmerksam: "Anstatt die Wirklichkeit um den Preis zweifelhafter Illusionen zu verfälschen, nutzt King sie als Sprungbrett in eine Nebenwelt. Das tut er ohne Gesumms und Gedöns  und erreicht damit sehr viele Menschen." 

Kauer fand das aufschlussreich und gab in der Süddeutschen Zeitung eine Annonce auf. Sie könnte - dachte er - ihm einen guten Roman-Plot liefern, wenn sich jemand meldete. Hier ist der Text der Annonce:

Schriftsteller mit Schreibblockade
sucht Muse, die den Schreibfluss wieder in Gang bringt.  Bin kein Bestsellerautor und suche eine Dame mittleren Alters, die mich ein bisschen motiviert. Als Dankeschön schreibe ich Gedichte für Sie. Wenn Sie wollen, können Sie mir bei meinen "Unvollendeten" helfen.
Zuschriften bitte an:
Der-arme-Poet@gmx.net

Kurz darauf erhielt Kauer  diese  Zuschrift:
Wenn du versuchst, das Herz von jemandem zu gewinnen und die rationalen Gründe darzulegen, warum du ihn auswählen solltest, verletzt das eine Rationalität höherer Ordnung. Wenn du nämlich  jemanden wegen seiner wünschenswerten Eigenschaften auswählst,  bedeutet das, dass du  ihn für jemanden mit wünschenswerteren Eigenschaften verlassen könntest, wenn diese Person auftaucht - wie es unvermeidlich der Fall ist.
Das war kompliziert formuliert, den Komparativ  in "mit wünschenswerteren Eigenschaften"  musste er zweimal lesen, um  den Satz zu verstehen, aber wahrscheinlich lohnte es sich, hierauf zu antworten.  Vielleicht, nein wahrscheinlich würde sich hier im realen Leben eine Geschichte entwickeln, die man in einem Roman fassen könnte und so .... Oh, da ploppte  schon wieder eine Mail auf:
Was ich mir immer wieder sage und das auch Ihnen, weil sie es bald erreicht haben werden, das ist einfach zu formulieren: Ob ein Dichter fortlebt, aufgehoben im Gedächtnis der Leser, aufbewahrt in der  Poesie  späterer Dichter, hängt nicht zuletzt von seiner Fähigkeit ab, seinen Worten nicht schlichte Füße, sondern veritable Flügel zu machen, geflügelte Füße, so dass des Dichters Worte  als Geflügelte Worte die Phantasien der Mit- und Nachwelt beflügeln. Oder der Dichter setzt seine Worte in lakonischen, präzisen, kurzen Versen, nüchtern,  brokatfrei:

Noch kein Licht
in den Fenstern
Die Küche träumt
Dein Finger fährt über den Tisch:
exegi monumentum ...




 
 

Kommentare zu diesem Text


GastIltis
Kommentar von GastIltis (22.09.2021)
Hallo Willibald,
ich finde deine Geschichte sehr lesenswert. In grauer Vorzeit hatte ich mal ein Gedicht mit dem Titel „Mystisches“ geschrieben. Zugegeben, vom Titel macht es nicht so viel her wie Mystery. Dennoch will ich dir, nur um einen Einblick in früheres (auch vergebliches) Schaffen zu gewähren, wenigstens den ersten Vers von acht mitteilen:
Die Glocke hat in ihrem Ton
etwas von Glauben, Religion,
von Mystik gar. Jedoch viel mehr
macht ’ne versunk’ne Glocke her.
Immerhin kommt hier, wie auch bei dir, ein kleiner Anklang an religiöse Tendenzen zum Ausdruck, wenn auch nicht ganz so liebenswürdig.
Sei herzlich gegrüßt von Gil.
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Willibald meinte dazu am 23.09.2021:
Grüße an Gil, die Strophe macht neugierig.

Danke für Kommentar und Empfehlung.

ww
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Augustus
Kommentar von Augustus (22.09.2021)
Man solle den Buchhändler hier öfters auftreten lassen...
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Willibald antwortete darauf am 23.09.2021:
Ein schöner Konjunktiv in "solle", danke für Empfehlung.
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Fridolin
Kommentar von Fridolin (25.09.2021)
Auf die Fortsetzung darf man gespannt sein. Es hört sich nicht so an als ließe diese Frau sich leicht verkaufen ...
Oder auch: Herr Kauer lauert auf Beute, aber ob er sie bekommt?
Sei herzlich gegrüßt

Kommentar geändert am 25.09.2021 um 05:22 Uhr
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Willibald schrieb daraufhin am 25.09.2021:
Und noch andere Möglichkeiten: Vielleicht entsteht so der Plot für "Misery" und St. Kings Bewusstseinswelt ist unsere und Kauers auch.
Gratias für Empfehlung.

Antwort geändert am 25.09.2021 um 06:51 Uhr
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