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Erzählung
Die Erzählung ist kürzer als ein Roman und behandelt eine Begebenheit im Mittelpunkt. Die Komposition ist wesentlich... weiterlesen
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Ein Attentat als ZugabeInhaltsverzeichnisGedankenverloren

Roger

Erzählung zum Thema Rache


von Mondsichel

Wir saßen alle ziemlich niedergeschlagen im Backstage Bereich. So schön wie dieser Nachmittag begonnen hatte, so bitter war dieser Abend zuende gegangen. Man hörte nichts, man sah nichts, nur völliges Chaos herrschte um uns herum. Die Leute liefen hektisch hin und her und wir warteten auf ein Zeichen. Diese Ungewissheit war schrecklich. Und immer wieder diese dunklen Augen in den Gesichtern, in denen die Panik wie ein helles Feuer brannte.

Die Medien waren auch schon vor Ort und der Pressesprecher der Band wurde ziemlich belagert. Wir lehnten es ab auch nur ein Wort mit diesen Geiern zu sprechen, denn wir waren viel zu geschockt. Außerdem spukten in meinem Kopf immer wieder diese Augen herum. Ich wagte es nicht irgendwen anzuschauen, ich wollte dieses dunkle Funkeln einfach nicht mehr sehen. Ich vergaß den ganzen Trubel um mich herum und dachte immer nur über dieses Bild nach, das in meinem Kopf eingebrannt war. In diesem Moment erschien sie mir so unbekannt und fern, wie ein fremdes Wesen. Kein Mensch, eher ein Android, dessen Bewegungsautomatik auf einmal eingefroren war.

Doch weiter konnte ich nicht denken, denn auf einmal erhob sich ein Schatten direkt vor uns. Als ich aufblickte, stockte mir fast der Atem. Ich dachte, ich würde einen Geist sehen, als Daria mir putzmunter in die Augen lachte. Auch Silven, Sven und Phil schauten entgeistert zu dem Mädchen auf, das noch vor einer knappen halben Stunde mit einer Schusswunde am Boden gelegen hatte. Bevor wir jedoch etwas sagen konnten, riss uns ein lautes Geschrei aus den Gedanken.

Der junge Mann, den sie verhaftet hatten, stand nicht unweit von uns entfernt, umringt von der Polizei und den finster schauenden Jungs von Angelnight. Besonders Chris war ziemlich aufgeregt. Er griff den Typen am Kragen, schüttelte ihn und brüllte: „Bei Dir ist wohl ein Rad ab, was? Hat Dir das Gerede nicht gereicht? Diesmal bist Du zu weit gegangen Roger! Das Fass ist übergelaufen. Jetzt bist Du dran. Ich mach Dich fertig.“

Ich stand von meinem Platz auf und ging hinüber. Daria, Silven, Sven und Phil folgten mir langsam. Als ich direkt vor Chris stand, der immer noch den Jungen am Kragen hielt, wurde mir richtig mulmig Der sonst so zu den derbsten Scherzen aufgelegte Mann, hatte einen Blick drauf, wo man Angst bekommen konnte. Seine dunklen Augen funkelten voller Hass. Dieser Roger versuchte sich zu wehren, doch er hatte schon aufgrund dessen, dass er einen ganzen Kopf kleiner war als Chris, kaum eine Chance gegen ihn. Der Typ hatte schulterlange schwarze Haare, braune Augen, war unrasiert und ziemlich schmächtig. In seinen Möchtegern-Rocker Klamotten mit Nieten, sah er mehr albern als ernst aus. Und seine zeternde Stimme klang, als hätte ihm irgendwer einmal mächtig zwischen die Beine getreten.

„Lass mich los Du Wichser. Sie wird dafür bezahlen, dass sie mich verlassen hat. Niemand weist mich ab, ist das klar?“ brüllte Roger. Chris wurde noch wütender. „Und deswegen rennst Du hier auf unser Konzert und ballerst mit Deiner Kanone in der Gegend rum? Du hast wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank, Du Psychopath! Ich werde dafür sorgen, dass Du nie wieder die Chance zu solchen Aktionen bekommst.“ Er packte noch härter zu und der junge Mann jappste ein wenig nach Luft, weil ihm der Kragen regelrecht die Kehle abdrückte. „Bleib ruhig Chris, die Polizei wird sich um ihn kümmern.“ Skyle versuchte seinen tobenden Freund zu beruhigen...

„Nein, diesmal nicht. Diesmal werden wir uns alleine darum kümmern.“ Die Gesichter von Marek, Rob, Jan und Skyle wurden nachdenklich. Plötzlich trat Daria aus dem Hintergrund und blickte Chris entschlossen an. Er ließ augenblicklich den jungen Mann los und trat fast ehrfürchtig beiseite.  Roger hustete und blickte ihr voller Hass in die Augen. Für einen Moment standen sie nur dort und schauten sich finster an. Doch dann versetzte Daria ihm eine schallende Ohrfeige. Sie war so heftig, dass Roger erschrocken nach hinten fiel und unsanft auf dem Rücken landete. Er stöhnte auf, hielt sich die Wange und blickte sie jetzt überrascht an. Darias Blick glich einer Hyäne die sich gleich über ihr wehrloses Opfer hermachen würde. „Was glaubst Du eigentlich wer Du bist?“ herrschte sie ihn an. „Wie kommst Du darauf, dass ich Dich verlassen hätte? Wir waren niemals zusammen!“

Ihre Stimme klang bedrohlich, es jagte einem regelrecht eine Gänsehaut auf den Körper. Roger wich langsam vor ihr zurück. „Ich habe Dir damals gesagt, dass ich nichts, aber auch gar nichts für Dich empfinde. Doch Dein verdammter Stolz konnte ein „NEIN“ ja nicht akzeptieren.“ Sie ballte eine Hand zur Faust...

„Am Anfang hast Du mich überall schlecht gemacht, andere gegen mich aufgehetzt und behauptet ich würde Dich bedrohen. Aber das hat Dir ja nicht gereicht! Dann hast mir irgendwelche Weiber auf den Hals geschickt, die meine Jungs verführen sollten, damit unser Projekt platzt. Auch das war Dir noch nicht genug! Am Ende bist Du mir selbst auf die Pelle gerückt. Hast mich belauert und belagert wohin ich auch ging.“ Roger begann zu zittern. „Aber jetzt hast Du wirklich Deine Meisterleistung vollbracht! Verfolgst mich mit einer Pistole und schießt auf mich während eines Konzertes!“

Die Augen des jungen Mannes waren nun voller Angst. Darias Stimme wurde immer herrischer und grausamer. „Du hättest mich umbringen können!“ schrie sie ihn mit einer kreischenden Stimme an, die alle Leute zusammenzucken ließ. Ihre Augen schienen regelrecht in Flammen zu stehen. Dann packte sie ihn selbst am Kragen und zog ihn mit einem raschen Ruck nach oben. Dass sie so viel Kraft hat, das hätte ich niemals erwartet.

Sie schaute ihm direkt in die Augen. Sein Gesicht war angstverzerrt. „Du hättest unschuldige Menschen verletzen, oder gar umbringen können. Hast Du Dir überhaupt nur ein einziges Mal darüber Gedanken gemacht? Oder warst Du so blind, in Deinem verdammten Wahn?“ Sie schubste ihn zu Boden zurück. Ich weiß nicht was er in dem Moment gesehen hatte, als sie ihm so tief in die Augen geblickt hat. Ich weiß nur eines, er stand vollkommen unter Schock, als wenn er ein Ungeheuer gesehen hätte. „Du widerst mich an. Du denkst nur an Deine Bedürfnisse, Du denkst immer nur an Dich! Es ist Zeit, dass Du lernst, wie es ist, für seine Taten zu zahlen. Bisher hast Du ja immer nur ausgeteilt.“ Verächtlich schaute sie ihn an.

„Es ist nun ein für alle Mal Schluss. Du wirst mich und meine Jungs nie wieder belästigen. Ich kann für nichts mehr garantieren, solltest Du uns noch ein einziges Mal in Deinem lächerlichen Leben belästigen.“ Ich wusste, dass sie es todernst meinte, im wahrsten Sinne des Wortes. Daria hob ihre Hand und nickte den zwei Polizeibeamten zu, die nicht unweit entfernt standen. In dem Moment als sie an mir vorbei gingen, da glaubte ich zu träumen. Es waren schon wieder diese Augen, ich musste schlucken. „Nein, nein, nein.... das kann nicht sein!“ flüsterte ich zu mir. Was um alles in der Welt war hier los? Überall diese Augen, überall diese unheimliche Aura. So langsam glaubte ich wirklich verrückt zu werden.

Die Polizisten griffen sich Roger, legten ihm Handschellen an und führten ihn ab. Als sie fort waren atmete Daria tief durch. Sie schwächelte plötzlich, deshalb hielt ich sie fest, damit sie nicht umfiel. Als ich ihr in die Augen blickte, erschienen sie müde und traurig. „Ist alles in Ordnung?“ fragte ich vorsichtig. „Das alles war doch ein wenig zu viel für mich. Ich muss mich hinlegen, ich brauch irgendwie Ruhe. Autsch!“ Wieder hatte ich Blut an den Händen.

„Ich sag Dir, auch wenn es nur ein Streifschuss war, das tut Scheiße weh.“ Sie lachte ein bitteres Lachen. Ich atmete erleichtert durch. „Das muss jetzt trotzdem verbunden werden Daria. Ich kann ja verstehen, dass Du dabei sein wolltest, wenn er abgeführt wird. Aber nun solltest Du an Deine Gesundheit denken.“ Der Bandarzt trat an sie heran. „Ist ja gut Chaz, ich weiß ja, dass zu es nur gut meinst.“ Der Doktor antwortete: „Auch mit einem Streifschuss ist nicht zu spaßen, Engelchen. Du weißt, Dein Vater hat Dich mir anvertraut, ich möchte nicht heimkommen und ihm sagen müssen, dass Dein Licht erloschen ist.“

Leicht seufzend, hakte sie sich beim Doktor unter und ging mit ihm mit. Sie blieben noch einmal kurz stehen und Daria rief mir zu: „Wir werden uns wiedersehen, mach Dir keine Sorgen!“ Dann lächelte sie, trotz des Schmerzes. Ich war ein wenig ruhiger geworden. Silven, Sven und Phil waren ebenfalls erleichtert. Sie wollten sich nach der Aufregung erst mal ausruhen und sich auf den Heimweg machen. „Ich bleibe noch hier“ sagte ich zu Silven, der das verstehen konnte.

(c)by Arcana Moon

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