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*Wie Keusch zu seinem Drachen kam, oder Meister Keusch und Rosselli*

Kurzgeschichte


von Traumreisende

Herr Keusch wischte mit einer ausufernden Handbewegung seinen Schreibtisch leer. Stifte, Papiere und Bücher fliegen im weiten Bogen durch den Raum.
Herr Rosselli stand bewegungslos und ließ schweigend mit rollenden Augen alles neben sich niedersausen. Auf seinen Armen lagen dicke Rollen von Seidenpapier und meterlange Rundhölzer.
Herr Keusch, wie immer hüpfend, umrundete den Schreibtisch als würde er eine Landebahn für eine Boing freischaufeln.
„Vorsichtig ablegen Herr Rosselli, vorsichtig!“
Rosselli platzierte seine Schätze unter den Kommentaren von Keusch: „Fein!, Ja dorthin, vorsichtig.“
„Das Buch Herr Rosselli, holen Sie das Buch.“ Plapperte Keusch, während er fast zärtlich über Papier und Rundhölzer streicht.
„Ach, hier, Seite 23: Drachenbau für Anfänger; lassen Sie uns nachlesen.
Baumaterial:
- Wasserfestes Drachenpapier... haben wir!
- Rundhölzer 1x 100 cm, 2x 50 cm... wie lächerlich, wir wollen einen Drachen bauen, der kilometerweit zu sehen ist, wir nehmen 400 und 2x 190... halt wieso 2x 190cm, verstehe ich nicht, na ja mal weiterlesen.
- Verbindungsstück für das Drachenkreuz... haben wir nicht, verstehe ich auch nicht, was zum Kuckuck ist ein Verbindungsstück???
- eine Metallöse... haben wir... hä ja haben wir nicht, ach unwichtig! weiter!
- eine Rolle Baumwollschnur... eine !! lächerlich, wir haben 5!
- eine reißfeste Drachenschnur... haben wir!
- stabilen Karton für Schablone... brauchen wir nicht, wir können ohne Schablone!!
- einen Bleistift, einen Filzstift, Schere, Säge, Kleber und Leim...
Haben Sie nachgesehen Herr Rosselli? Haben wir alles? Gut, gut, dann lassen Sie uns beginnen!“
Herr Rosselli zeigt keine Reaktionen, Herr Keusch hat auch keine erwartet. Sein Gesicht ist bereits vor Aufregung gerötet. Seine sonst so korrekte Lockenpracht wirbelt ihm durch das Gesicht. Er lockert seine Krawatte (diese abzulegen wäre undenkbar!) und knöpft nach kurzem Zögern den obersten Knopf seines Nadelstreifenanzuges auf.
Er liest weiter:
„’ Und so wird's gemacht:
Zuerst baut ihr das Drachenkreuz. Dafür steckt ihr das Verbindungsstück auf das lange Rundholz und steckt es 24cm von oben fest. Etwas Kleber in die Seitenöffnungen des Verbindungsstücks geben und die kurzen Rundhölzer hineinstecken. Die Rundhölzer an den Enden mit der Säge einkerben. Beim Sägen lasst euch bitte von euren Eltern helfen.’

WUS! von den Eltern helfen???!!! Herr Rosselli, sie müssen die Eltern spielen, sonst bekommen wir das Ding nicht hin, Sie sind jetzt, die Mutter, hä ja ne, Sie sind jetzt der Vater. Also hier ist die Säge. Halt nicht die Papierrolle, Sie müssen die Hölzer sägen!“

Rosselli geht düster schweigend an das Werk, Herr Keusch kommentiert dabei hoch wissenschaftlich jede Bewegung, wobei er beständig um den Tisch rennt.
„Das Verbindungsstück! Wir haben das Dingsda nicht, VERBINDUNGSSTÜCK! was immer das heißen soll. Brauchen wir nicht! Wir binden die beiden Stäbe in der Mitte zusammen, basta! Sind Sie endlich fertig mit Sägen? Herr Rosselli, ein bisschen zügiger könnte das schon gehen!!“
Rosselli richtet sich aus seiner über den Tisch gebeugten Lage auf und lässt die Säge an sich runter baumeln. Ein äußerst beredetes Zeichen für FERTIG.
Keusch verbindet die riesigen Stücken der Hölzer, wobei er zwischenzeitig seine gute Krawatte mit eingebunden hat und fluchend alles noch einmal beginnt.

Stunden später murmelt auch er ein Fertig. Der Klang dieses Wortes kreischt zischend durch den Raum und weckt den bereits im Stehen eingeschlafenen Rosselli.
Dieses Fertig, bezog sich jedoch nicht auf den Drachen, sondern auf das riesige Holzkreuz, welches mit drei Rollen Baumwollgarn einen dicken Bauch in der Mitte aufweist.
„So,“ stöhnt Keusch: „lesen wir weiter!

‚ Mit der Baumwollschnur eine Schlinge knoten und in die erste Kerbe einhängen. Dann die Schnur stramm durch alle Kerben ziehen und das Ende mit einer weiteren Schlinge in der ersten Kerbe befestigen. Alle Enden mit etwas Kleber bestreichen.
Fertig ist das Drachengerüst!’“

Die Fragezeichen tanzen förmlich um Herr Keusch und die nächsten Stunden vergehen Schlingen werfend und Klebstoff verschüttend.
Sein nächstes FERTIG klingt schon stark nach Gefahr für Mensch und Einrichtung.
Sein: „Lesen wir weiter.“ knurrt durch den Raum.
„’ Aus dem Karton schneidet ihr nun mit dem Teppichmesser eine Schablone in der Drachenform aus - an allen Seiten 2cm größer als das Drachengerüst. Bitte lasst euch bei der Arbeit mit dem Teppichmesser von euren Eltern helfen. Die Schablone legt ihr auf das Drachenpapier, umrandet sie mit einem Filzstift und schneidet das Papier der Linie entlang aus. Das ist das Drachensegel.’
Herr Rosselli Sie sind wieder gefragt, ich darf das nicht!“ ruft Keusch den bereits schnarchenden VATER zu.
Da sich Rosselli überhaupt nicht mehr orientieren kann, wo er ist und was er tun soll, winkt Keusch nervös ab und negiert Buch und Teppichmesser. Die Schablone hat er von vornherein als unwürdig abgetan.
Er tänzelt mit einer Schere um den Tisch und schnippelt zerstörungswütig an dem ausgerolltem Papier herum. Seine Laune scheint sich wieder gebessert zu haben. Auch Rosselli zeigt jetzt wieder mehr Interesse, da sein Meister zu Höchstform aufläuft.

Im Stundentakt muss Rosselli jetzt die Stäbe kürzen, da das Papierstück von Mal zu Mal kleiner wird. Das Buch mit der Anleitung liegt unter Bergen von roten Schnipseln.
Keusch schneidet und leimt und leimt und schneidet. Rosselli mimt den Vater, wenn die Säge wieder zum Einsatz kommt.

Zwei Tage später bietet sich ein eigenartiges Bild in diesem Raum.
Auf dem Schreibtisch leuchtet ein roter Drachen!
Herr Keusch, keucht mit ausgestreckten Beinen im Sessel. Sein Nadelstreifenanzug ist über und über mit Leim bekleckert. Seine Haarpracht ähnelt der von Einstein.
Und Herr Rosselli...???
Herr Rosselli sitzt mit einer Säge bewaffnet von unzähligen Schnipseln und Holzresten umgeben und bewacht Drachen und seinen Meister....


  Vain: *Herr Keusch und der Drang nach Freiheit*

Anmerkung von Traumreisende:

...für Vain.

(Anleitung zum Drachenbau aus www.sigmund-hoffmann.de)



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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von vain (34) (30.12.2005)
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Traumreisende meinte dazu am 30.12.2005:
ich knickse höflich und sage danke... ich hoffe nach der Leimschlacht bleibt keiner von euch am Predle kleben..... :- ))
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vain (34) antwortete darauf am 30.12.2005:
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Traumreisende schrieb daraufhin am 30.12.2005:
himmel! ich brauche einen notarzt für mein bauchweh... meine fantasie geht mit mir durch, wenn ich rosselli auf dem kleinen ponny sehe...
*"a wo reiten Sie denn hin, Herr Rosselli!!??, die bahn ist doch auf der anderen seite!!! Herr Rrrrosselli, bitte drrrehen Sie um!!"
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vain (34) äußerte darauf am 30.12.2005:
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Traumreisende ergänzte dazu am 30.12.2005:
wehe , wenn besagter rosselli nicht mehr mit mir redet!!! weil du mich angestiftet hast... ich schiebe alles auf dich!
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vain (34) meinte dazu am 30.12.2005:
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Kommentar von TanzderSinne (30) (30.12.2005)
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Traumreisende meinte dazu am 30.12.2005:
ja, ich sage abstand halten, wenn herr keusch einmal loslegt, lieber kopfeinziehen, was dann rauskommt.... bedarf schon windstäke 79 damit es fliegt....
schön, wenn es dich amüsiert!!! danke dir... lg silvi
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Traumreisende
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Veröffentlicht am 30.12.2005, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 30.12.2005). Textlänge: 892 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.939 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 24.07.2021.
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