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Gedicht zum Thema Schreiben


von Mondsichel

Oh wie anrührend sind doch die Worte geformt,
die er zur höchsten Huldigung ihrer Werke erhebt.
Kaum genug kann er bekommen von der Poesie,
die so leicht aus den Tiefen ihrer Seele entsprang.
Keine Schmeichelei ließ er im Schatten verweilen,
unentwegt sein Streben ihr näher zu kommen.
Denn in seinem Herzen wuchs eine kleine Pflanze,
von ihren poetischen Worten stets genährt.

Mit glühenden Augen der Verehrung schaute er sie an ,
hoffend und fast geifernd vor ihrer leuchtenden Sonne.
In der Hoffnung seine Schmeichelein könnten sie berühren,
nur damit sie ihn endlich wirklich sehen könnte.
Und hoffnungsvoll legte er ihr seine kargen Worte dar,
aus sinnlos aneinander gereihten Gedanken geformt.
So wartete er auf die großen Hymnen des Lobes,
die er sonst über ihrer Wortgewalt hernieder regnen ließ.

Mit überraschten Augen blickte sie in sein hoffendes Gesicht,
denn sie erkannte die Leere Stumpfsinnigkeit in den Worten.
Bitter klang das vernichtende Urteil in seinen Ohren,
und in seinem Innersten schäumten die Meere der Empörung.
Denn wie konnte sie es wagen ihm die Wahrheit zu sagen,
wo er ihrer Lyrik in den höchsten Tönen geschmeichelt hat.
Tief beleidigt fasste er schließlich den Entschluss,
aus seiner einstigen Muse sein neues Feindbild zu kreieren.
Und egal was sie auch sagte, was sie nun auch schrieb,
seine Worte höhnten stets von oben herab ins Herz.
Auch wenn sie unbestritten die Könnerin vom Fach war,
war ihre Meinung nun keinen Pfifferling mehr wert.

Er versuchte sie nun allerortens schlecht zu machen,
damit auch andere ihre Nichtigkeit erkennen sollten.
In der Lyrik konnte er ihr niemals ebenbürtig sein,
deshalb versuchte er es eben mit Hinterhältigkeiten.
Und so malte sich ein roter Faden durch die Zeit,
nun wurde er gehuldigt, sie war längst verstoßen.
Mochte sie auch reden von der wahren Überzeugung,
seine Speichellecker versuchten sie mundtot zu machen.

Er hat nur noch gelacht über die große Lyrikerin,
die schließlich aus freiem Willen gegangen ist.
Denn sie mochte nicht bleiben an einem Orte,
wo jeder Scheiß in den Himmel gelobt wurde.
Die Kreativität erlahmte und stagnierte sehr bald,
irgendwann starb der Ort der einsten Poesie aus.
Niemand erinnert sich mehr an das schöne Schloss,
von dem nur noch eine zerfallene Ruine geblieben ist.

Er sitzt nun ganz allein in den eisigen Mauern,
durch jede Ritze weht ihm der kalte Wind entgegen.
Keine Worte schreibt die Feder mehr in seinen Händen,
er lässt sie fallen und sie schwebt langsam zu Boden.
Die leeren Blätter verweht der aufkommenden Wind,
denn er hat ihnen längst keine Gedanken mehr zu schenken.
Und bitter muss er schließlich dann doch erkennen,
was sie ihm vor langer Zeit versucht hatte zu sagen.
Aus der Ferne hört er Fanfaren und Jubelgesänge,
doch sie gelten nicht ihm, dort in der Dunkelheit.
Es ist die Sonne um die große Lyrikerin,
die in der Ferne strahlt und ihre Wärme schenkt.
Sie hat es  geschafft sich ein Denkmal zu setzen,
und wird immer im Augenmerk der Gesellschaft sein.
Doch ihm sind nur noch die Ruinen geblieben,
und die Erinnerung an alte Zeiten...

(c)by Arcana Moon

Anmerkung von Mondsichel:

Und da hätten wir den nächsten Teil zum Thema "Die lustige Welt des Schreibens", diesmal etwas ernster und weniger satirisch. Aber auch diese Seite müssen beleuchtet werden, denn sie geschehen eben...


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von seelenliebe (52) (21.02.2006)
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Mondsichel meinte dazu am 21.02.2006:
Ja auch dieses Gedicht beruht auf Tatsachen. Im Grunde jedes Einzelne, mag es noch so satirisch daher kommen. Ich kann halt auch nur über das Schreiben, was ich selbst erlebt habe. Und das Phänomen des: "Wenn Du mich nicht lobst, dann werd ich dafür sorgen das Du nichts mehr zu lachen hast" musste ich schon selbst erfahren, vor einigen Jahren. Tja und es endete so, wie es im Gedichte steht. Es ist traurig das sowas passiert, aber leider muss man sagen, die Menschen könnten es ändern, sie tun es nur nicht...
Lieben Dank auch für die Empfehlung
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Kommentar von TanzderSinne (30) (21.02.2006)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Mondsichel antwortete darauf am 21.02.2006:
Wie ich auch schon zu Anne sagte, mir ist das selbst passiert. Und was ist im Endeffekt? All jene die meinten mich urplötzlich schneiden zu müssen, von denen spricht niemand, die schreiben auch keine Gedichte mehr. Ich hab mir in langer mühsamer Arbeit meine Veröffentlichungen verdient.
Ich war nur so enttäuscht das man sowas von mir überhaupt erwartete. Ich dachte ehrliche Kritik wollte man hören, doch die Schmeichelei hat den Leuten das Hirn verbrannt. Sowas ist echt dumm. Na ja, ich habe den Kahn verlassen, bevor er gesunken ist. Und das war mit eine der besten Entscheidungen meines Lebens, die mich sehr voran gebracht hat...
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Die lustige Welt des Schreibens.
Veröffentlicht am 21.02.2006, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.02.2006). Textlänge: 505 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.703 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.08.2019.
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