Erinnerungen

Erzählung zum Thema Mystik

von  Mondsichel

Kinmoku war so gut wie zerstört. Als Kakyuu und die drei Starlights in unmittelbarer Nähe ihres Planeten waren, wurde ihnen bewusst, wie sehr er eigentlich zerstört war. Die Prinzessin schloss ihre Augen, nahm die Atmosphäre in sich auf und spürte, dass noch immer ein Lebensfunken auf ihrem Planeten war. Sie öffnete die Augen, wand sich an die Starlights und sagte: „Ihr müsst mir jetzt helfen unseren Planeten wieder in den Ursprung zurückzuversetzen.“ Die drei Kriegerinnen nickten. „Aber wie sollen wir das tun Prinzessin?“ fragte Healer. Sie lächelte. „Wenn ich meine Energie freisetze, dann müsst ihr Eure Kräfte mit mir vereinen. So können wir es schaffen.“ Healer, Maker und Fighter verstanden. Sie fassten sich an den Händen, während die Prinzessin ihre Kräfte im Inneren bündelte. Das Zeichen auf ihrer Stirn begann in grünem Licht grell aufzuleuchten und dann erfüllte ihre Kraft die ganze Atmosphäre. In diesem Moment schlossen die drei Kriegerinnen ihre Augen und bündelten ihre eigene Energie. Ein Sternensymbol erleuchtete auf ihren Stirnen und dann setzte sich auch ihre Mächte frei. Ein gewaltiges Energiefeld in Regenbogenfarben schoss nun auf den Planeten zu und umhüllte ihn vollständig. „Kinmoku! Erwache aus Deinem Todesschlafe und heile Deine Wunden! Schenk uns wieder Dein Lächeln und lass uns unter Deinem Schutze ein neues Leben beginnen!“ Gerade hatte sie diese Worte beendet, als Kakyuu ruckartig ihre Augen öffnete. Irgendetwas stimmte nicht. Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ein gequälter Schmerzensschrei drang aus ihrer Kehle. Die Kriegerinnen rissen ihre Augen auf, die Energie erlosch augenblicklich. „Prinzessin!“ Vor Kakyuus Augen wurde alles schwarz. Sie fiel besinnungslos in die Tiefe. Sofort hatten die Kriegerinnen reagiert und fingen ihre Prinzessin auf. Kinmoku war wieder vollständig zurückgekehrt, doch Kakyuu erschien wie tot. Sofort flogen die Kriegerinnen hinunter auf den Planeten, um ihrer Prinzessin zu helfen...

Irgendwo in tiefster Dunkelheit. „Andromeda... Andromeda... Komm her meine Kleine! Es wird Zeit! Wir müssen doch Deiner Schwester noch Dein neues Kleid zeigen. Jetzt siehst Du fast genauso wie sie aus.“ Eine sanfte Frauenstimme lachte fröhlich in der Stille. Es schien als würde ein kleines Kind durch weite Blumenfelder toben. Eine Kinderstimme ertönte: „Mama, schau nur! Die Erde sieht heute besonders schön aus. Ich würde sie gerne einmal besuchen!“ Das schlafende Herz spürte eine liebevolle Berührung. Wieder ertönte die sanfte Stimme: „Aber Andromeda. Du bist doch noch so klein. Es ist viel zu gefährlich für Dich!“ Die Kinderstimme lachte neckisch. „Aber Mama, dort draußen gibt es keine wirkliche Gefahr für mich. Niemand kann mir gefährlich werden.“ Verlegen lachte die Stimme der Frau. „Manchmal glaube ich wirklich, das Du schon viel zu erwachsen für Dein Alter bist meine Kleine!“ Wieder erklang die fröhliche Stimme des Kindes im Dunkel: „Aber Mama! Du weißt doch ganz genau, ich werde niemals die sein, die ich zu sein erscheine!“ Die Kinderstimme verhallte mit vielen Echos im Dunkel. Fast wollte eine leuchtende Träne aus der Dunkelheit treten, doch sie vertrocknete bevor sie erscheinen konnte. Für einen Moment schien das schlafende Herz einen lauten Schlag getan zu haben. Dann war wieder Stille und die Erinnerung war entschwunden, als wäre sie niemals da gewesen...

Galaxia lief unruhig durch ihren Palast, der inmitten der vielen Galaxien ein Zentrum bildete. Immer wieder versuchte sie sich einzureden, das da nichts gewesen sei. Aber das ihr dieser Name von den Lippen gekommen war, das war ohne Zweifel ein böses Omen gewesen. Ihr langes Haar wehte im eisigen Wind einer unbegreiflichen Angst, die sich aus ihrer Erinnerung zu winden schien. Immer wieder hatte sie von dieser Legende gehört, doch irgendwann verlor sie sich in den Zeiten. Die Erinnerung daran schien wie ausgelöscht, niemand wusste mehr etwas mit diesem Namen anzufangen. Aber jetzt war es so, als wäre dieser Name nie fort gewesen. Erneut schloss sie die Augen, ihr innerer Blick suchte die Sternenkonstellation des Orion ab. Denn dort war des Einsten ein neuer Stern geboren worden. Der einzige Stern, den sie zu Chaos Zeiten nie finden konnte. Im nächsten Moment wurde sie von einem gewaltigen Energieecho getroffen. Galaxia wurde brutal zu Boden geschleudert und ihre Knie rammten sich tief in den Boden. „Oh mein Gott, was war das?“ Der starke Schmerz, der von ihren Beinen ausging, ließ sie fast ohnmächtig werden. „Diese Energie, das kann nur sie sein! Das kann nur die Eine sein, die Grausamste von Allen! Sie ist tatsächlich dabei wieder zu erwachen!“ Galaxia biss die Zähne zusammen und versuchte sich wieder aufzurichten. „Ich muss sofort etwas unternehmen, ich muss zur Mondprinzessin. Mein Gott diese Schmerzen, ich werde wahnsinnig!“ Mit Tränen in den Augen humpelte Galaxia durch das Tor, das sie mit letzter Kraft vor sich geöffnet hatte...

Es war schon sehr dunkel geworden, der Himmel war voller Sterne und der Mond leuchtete sein geheimnisvolles Licht auf die Welt. Luna und Artemis waren sehr weit gelaufen, aus der Stadt hinaus. Nun waren sie auf ein freies Feld gelangt und blieben völlig außer Atem stehen. Einen Moment ruhten sie sich aus, doch dann blickten sie gemeinsam hinauf zum Mond und riefen: „Königin Serenity bitte erscheine uns! Wir brauchen Deine Hilfe!“ Die Mondsicheln der Katzen begannen zu leuchten und ein grelles Licht kam hinunter zum Boden. Dann stand plötzlich Königin Serenitys Geist vor ihnen. „Königin, es passiert etwas Schreckliches. Ich spüre es genau. Doch mir fehlen die Worte es zu beschreiben.“ Luna war sehr besorgt. Serenity seufzte. „Ich glaube es wird Zeit, das ihr Euch erinnert.“ Artemis blickte die Königin fragend an. „Erinnern? Aber woran denn?“ Der Geist schloss die Augen, atmete tief durch und erwiderte: „Ich habe Euch so gut wie alle Eure Erinnerungen zurück gegeben, doch eine einzige Erinnerung habe ich zurückbehalten.“ Luna schluckte. „Eine Erinnerung zurückbehalten? Aber warum?“ Serenity zögerte. „Weil es besser für Euch alle gewesen ist. Aber nun ist alles anders. Ich spüre ihren Herzschlag, ich kann sie in meinem Innersten spüren. Sie wird wieder aus ihrem tiefen Schlaf erwachen und wir können nichts dagegen tun.“ Artemis mischte sich nun ein: „Wer wird wieder erwachen?“ Die Königin mochte nicht so wirklich darüber reden. „Schließt Eure Augen und ihr werdet sehen!“ Die Mondsichel auf ihrer Stirn begann zu leuchten und auch die Mondsicheln der Katzen begannen zu scheinen. Als Luna die Augen wieder öffnete und in Erkenntnis fast vor Angst verging, war die Königin wieder verschwunden. „Wir müssen sofort zu den Mädchen!“ Artemis rannte los und Luna kam kaum noch hinterher. „So warte doch!“ Doch es war keine Zeit zu verlieren. Sie mussten alle über die neue Situation informieren, bevor sie einen großen Fehler begehen würden...

Währenddessen ereignete sich seltsames in Mamorus Wohnung. Eine Art weißer Nebel zog sich durch alle Räume und hüllte alles in sich ein. Eine Frauenstimme erklang: „Ihr mutigen Krieger, aus alten und längst vergangenen Zeiten. Ihr wurdet einst geschlagen und vernichtet. Eure Herzen wurden kalt und dunkel, so habt ihr einen Krieg geschlagen der nicht Eurer war. Dann wurdet ihr verbannt und nun schlaft ihr tief in den Strömungen der neuen Zeit. Erwacht aus Euren Träumen, erwacht wieder zu neuem Leben! Die Zeit ist gekommen, das auch ihr wieder das Licht des Tages auf Eurer Seele spürt. Die Zeit ist gekommen, das ihr Eure Aufgabe wieder erfüllt. Denn diese Welt braucht Euch, mehr als jemals zuvor!“ Die Stimme verklang. Und in der Dunkelheit, die sich nun über alle Räume legte, begannen vier grelle Lichter in bunten Farben zu pulsieren. Vier Schatten lösten sich aus den Lichtern. Vier Krieger, deren Namen längst vergessen waren, in den Wirbeln der Zeit. Langsam erhoben sie sich vom Boden, den sie so lange nicht mehr gespürt hatten. „Wer hat uns gerufen?“ flüsterte einer der Krieger. „Geht und erfüllt Euren Auftrag!“ antwortete die Stimme sanft. Die vier Krieger entflohen wie Nebel aus Mamorus Wohnung. Sie wussten genau, wohin sie nun gehen mussten und wie ihr Auftrag lautete...

„Es droht neue Gefahr mein Prinz. Ich kann es in den Zeitströmungen genau spüren. Das Meer beginnt wieder zu tosen. Doch diesmal ist es ein Sturm, den ich nie zuvor gespürt habe.“ Setsuna blickte Mamoru sehr besorgniserregend in die Augen. „Ich weiß, denn auch mich hat dieses Gefühl erreicht. Ich tauchte plötzlich in tiefe Dunkelheit und hörte eine Stimme die zu mir sprach.“ In Setsunas Augen war ein gefährliches Funkeln zu sehen. „Eine Stimme?“ Mamoru nickte. „Sie meinte zu mir, das die Erinnerung an sie bald zurückkehren würde. Doch dann würde ich wünschen, ich hätte es nie erfahren.“ Nun waren auch alle anderen Mädchen hinzu getreten. „Auch Hotaru hat diese Stimme schon erreicht, sie hat so vieles gesehen und ist jetzt sehr geschwächt. Es ist als hätte man ihr sämtliche Kraft entzogen. Das ist kein gutes Zeichen.“ Michiru streichelte Hotaru liebevoll durch das Haar. „Wir müssen Euch und die Prinzessin sofort in Sicherheit bringen. Wenn sie es schon geschafft haben, so nah an Euch heran zu treten, dann sind sie schon hier.“ Haruka war sehr erregt. Mamoru schüttelte den Kopf. „Aber wir können nicht so einfach verschwinden. Wir haben neben unserem Leben als Krieger und Beschützer der Erde auch noch ein ganz normales Leben.“ Haruka stellte sich nun direkt vor den Prinzen. „Das interessiert jetzt nicht! Das Einzige was jetzt noch interessiert ist Eure Sicherheit!“ Setsuna fügte hinzu: „An den Toren der Zeit geschehen merkwürdige Dinge, es scheint als würde eine große Veränderung vor uns stehen. Jede Änderung des vorhergesehenen Ablaufes in dieser Zeit könnte die Zukunft wie wir sie bisher kennen verändern.“ Bunny klammerte sich nun an Mamorus Arm und blickte ihn ängstlich an. „Aber Luna und Artemis sind noch nicht zurück! Wir können nicht ohne sie gehen!“ lamentierte Minako. „Die beiden werden sich auch alleine zurecht finden, sie werden uns finden.“ Michiru war jetzt auch sehr ernst geworden. „Und was ist mit Rei? Wir können sie doch nicht alleine zurücklassen?“ Ami dachte besorgt über das nach was Rei vor ihrem Streit mit Bunny noch gesagt hatte. „Macht Euch keine Sorgen! Sie ist schon auf dem Weg, sie wird gleich hier sein.“ Schwach meldete sich Hotarus Stimme...

Prinzessin Kakyuu war noch immer bewusstlos. Fighter, Healer und Maker standen mit traurigen Gesichtern um sie herum. Ein Arzt hatte die Prinzessin gerade untersucht und ihnen mitgeteilt, dass die Prinzessin einen starken Energieverlust durch die Wiedererweckung Kinmokus erlitten hatte. Doch Fighter spürte, dass noch irgendetwas anderes passiert sein musste. Die Prinzessin war dermaßen ausgelaugt und angegriffen, dass sie noch immer nicht aufgewacht war. Nur ihre stillen Atemzüge verrieten, das sie noch lebte. „Ich mache mir große Sorgen. Das ist nicht normal!“ meinte Fighter zu den anderen beiden. Die Gesichter wurden ernst. „Schon als wir das Sonnensystem verlassen haben, war ein seltsames Gefühl in mir. Auch die Prinzessin hat es gespürt. Ich weiß nicht, vielleicht hätten wir doch noch eine Weile auf der Erde bleiben sollen.“ Healer machte ein trotziges Gesicht. „Jetzt reicht es mir aber langsam Seiya. Du weißt genau das es unsere Aufgabe ist, die Prinzessin und unseren Planeten zu beschützen. Das was in anderen Galaxien vor sich geht, das geht uns nichts an!“ Fighters Blick wurde angriffslustig. „Und was glaubst Du was mit der Prinzessin passiert ist? Ich befürchte das jenes Gefühl, das wir beide im Sonnensystem hatten, etwas mit ihrem jetzigen Zustand zu tun hat!“ Fighter ballte ihre Hände zur Faust. „Wie kannst Du Dir da so sicher sein?“ Maker horchte auf. „Es war eine unglaubliche Macht die wir beim Sonnensystem gespürt haben. Und ich glaube, diesmal geht es um jegliche Existenz. Nicht nur um eine einzige Galaxie.“ Healer wollte nicht so recht glauben was Fighter sagte. „Ich glaub Dir kein Wort! Du willst doch nur wieder zurück zu Bunny. Gib es zu Seiya.“ Eine Ohrfeige schallte durch die Stille. Healer hielt sich überrascht die Wange. „Glaubst Du wirklich ich würde in einer solchen Situation an eine vergebliche Liebe denken?“ brüllte Fighter. Healer trat einen Schritt zurück, so hatte sie Fighter noch nie erlebt. „Irgendetwas stimmt hier nicht! Verflucht noch mal! Ich kann nicht verstehen warum ihr es nicht auch spürt!“ In ihren Augen waren Tränen aus Wut zu sehen. „Ihr müsst sofort zurück ins Sonnensystem!“ Die sanfte Stimme der Prinzessin riss die drei Kriegerinnen wieder zurück in die Realität...

Rei rannte wie von Sinnen durch die Straßen, immer in Gedanken an die Gefahr die sie in ihrem Inneren spürte. Dreimal war sie fast in ein Auto gelaufen, weil sie blind vor Augen war, wenn „Orion“ vor ihren Augen erschien. Immer wieder fiel sie hin und schrammte sich die Beine auf, weil sich in ihrem Kopf alles drehte. Doch sie verbiss den Schmerz und lief weiter. „Ich darf jetzt nicht schwach werden! Ich muss sofort zu Luna, sie muss davon erfahren! Müssen wir schon wieder kämpfen? Warum nur können wir nicht einmal unsere Ruhe haben?“ Tränen aus Schmerz und Wut waren in ihren Augen. Sie stolperte weiter durch die Straßen, rempelte ein paar Leute an und war wie von Sinnen. „Ich muss, ich muss zu Luna und den Mädchen!“ Sie drückte ihre Augenlieder zusammen und rannte blind durch die Stadt. Sie sah eh nichts mehr, denn die Tränen und das ständige Aufflackern des Wortes „Orion“ machten sie blind. Plötzlich wurde sie gestoppt, sie war jemandem in die Arme gelaufen. Langsam öffnete sie die Augen. Doch was sie da sah, das konnte sie nicht so recht glauben. Mit offenen Mund starrte sie den jungen Mann an, der da vor ihr stand. Sein blondes Haar wehte im Wind und auf seinem Gesicht lang ein ungewohntes liebevolles Lächeln. Sie machte sich los. „Jedyte!“ Dann herrschte nur noch Schweigen...

(c)by Arcana Moon


Anmerkung von Mondsichel:

Teil 2 meiner Fanfiction "Orion".

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Kommentare zu diesem Text

JeanDark (21)
(27.09.07)
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