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Genre des Tages, 21.06.2018:
Gebet
Texte, die ihre Gedanken und Herzensangelegenheiten an ein größeres Gegenüber richten und dort gut aufgehoben wissen.
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Kindergebet von eiskimo (18.05.18)
Recht lang:  Japanische Lyrik samt Cellomusik von idioma (484 Worte)
Wenig kommentiert:  Sorry von mindwitness (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Ehrfurcht von LotharAtzert (nur 88 Aufrufe)
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Unser Buchtipp:

Laute und Gitarre in der deutschsprachigen Lyrik: Gedichte aus sechs Jahrhunderten. Eine Anthologie
von Dieter Wal
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1. Hildesheimer KV-Treffen

(05.08.2011 - 07.08.2011)
Danke! von Didi.Costaire


Es fing damit an, dass eine riesige Schüssel mit Nudelsalat auf den Tisch kam. Der wurde nach Vaters Rezept hergestellt, so wurde gesagt. Das stimmte nur teilweise, denn der alte Herr hatte den Nudelsalat seinerzeit ohne Nudeln angerichtet. Aber lecker war er – zumindest so lange, wie sein Weg vom Mund aus halsabwärts führte (und das war bis auf eine Ausnahme die einzige Richtung). Wir aßen ihn zwar nicht vereint, doch zusammen, und am Ende war nur ein kleiner Rest übrig, für den die Tupperzeit im Kühlschrank anbrach.
Wir waren zufrieden und dankbar. So dankbar, dass wir am nächsten Morgen die Worte „Danke, Vati!“ in verschiedenen Schriften und Abwandlungen auf lose Blätter malten und in der Stadt aufhängten. Danach gingen wir auch noch in die Kirche.
Anderen ging diese innere Ausgeglichenheit ab, so wie jenem gestressten Passanten, der sexuelle Handlungen mit den Verwandten und Bekannten weiblichen Geschlechts eines anderen Dahergelaufenen ankündigte. Oder den beiden temperament/vollen Osteuropäerinnen, die sich alles mögliche an den Kopf warfen, und das wenigste davon waren Worte. Jedenfalls bewegten sich die Weiber näher an der Barke mit der gläsernen Fracht, die ein kürzlich verstorbener Sohn der Stadt einst besungen hatte, als die blutarmen Senioren mit den Mundharmonikas, die am gleichen Platz auf der Bühne standen.
Ein Platzregen folgte und wir waren glücklich, als wir wieder im Trockenen und trotzdem nicht auf dem Trockenen saßen. Der Nudelsalat blieb diesmal in der Tupperschüssel und wir verhackstücken bis zum Ende des Abends Hackröllchen und vieles andere mehr, und mit besonderer Hingabe das 1 x 1 des guten Tons von Gertrud Oheim. Dass sich die Plätze am geöffneten Fenster zunehmender Beliebtheit erfreuten, lag allerdings nicht am Benimm-Ratgeber aus den 1950er Jahren.
Es hat Spaß gemacht, und ich möchte noch einmal allen danken. Danke, Vati! Danke, ihr, die ihr da wart! Und ein ganz besonders dickes Danke dir, Schatzi!


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