Login
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV angemeldet?
Jetzt registrieren!

Neu bei uns:
yggdrasill (19.11.), daddels (18.11.), RobertGr (18.11.), Der_Rattenripper (15.11.), defekt (11.11.), nobodycares (11.11.), Blechvogel (10.11.), liberación (08.11.), tsoh (04.11.), 2hochzeiten5todesfallae (04.11.), Pierced-1-Diva (03.11.), Dienstag (30.10.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 855 Autoren und 122 Lesern. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.
NEUE KEINSERATE

SUCHE Gedichte,Texte, Illustrationen
zum KeinAnzeigen-Markt

Genre des Tages, 23.11.2017:
Dialog
Zwiegespräch, Unterhaltung zweier Personen, Minidrama, Im weiteren Sinn ist es eine offene Betrachtung eines Themas mit der... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  neulich am Frühstückstisch von Stelzie (20.11.17)
Recht lang:  Jesus am Kreuz von Schattenzunge (1488 Worte)
Wenig kommentiert:  Freitag [oder vertrau' mir] von pArAdoX (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Ein lotrechter Baum von Dart (nur 39 Aufrufe)
alle 547 Dialoge
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Sonnenstufen
von lilly-rose
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich es wirklich bin." (NormanM.)

KV-Jahrestreffen 4. und 5. August 2012 in Rheinberg

(04.08.2012 - 05.08.2012)
KV-Jahrestreffen 2012 in Rheinberg von RomanTikker
Assoziative Impressionen des Organisators


Als Organisator des 2012er KV-Jahrestreffens in meiner Heimatstadt Rheinberg halte ich es für angemessen, meine Impressionen dieses Zusammenkommens mit euch zu teilen. Es war mein erstes KV-Treffen, ich wusste also nicht, was mich erwarten würde und war gespannt.

Als Veranstaltungsort fiel meine Wahl bekanntlich auf die komfortablen, gut ausgestatteten Räumlichkeiten des Jugendzentrums ZUFF. Nun dachte wohl manch einer beim Wort "Jugendzentrum" an irgend so eine verschimmelte Baracke, die mit staatlichen Mitteln in einer Pro-Forma-Schwebe zwischen Leben und Tod gehalten wird, und ja, ich kenne diese Art von JUZ zur Genüge.
Das ZUFF jedoch hat mehr von einer modernen Tagesstätte als von der typischen sozialen Maßnahme, wovon sich ausnahmslos alle Teilnehmer schnell überzeugen ließen. So tagten wir also ein volles Wochenende lang auf zwei Etagen und genossen saubere Toiletten, eine Dusche und vor allem die an Bar und Küche grenzende Terrasse und die große Grünfläche, die gleich dahinter anschließt. Einziger Weh- bzw. Wermutstropfen für einige zeltende Genossen: Die startenden Autos an der nahe Ampelanlage einer Bundesstraße, deren aufheulende Motoren bei ungünstigem Wind den einen oder anderen leichten Schlaf stören konnten.

Bereits am Freitag Nachmittag reisten die ersten KVler an und bauten ihre Zelte auf - in einigen Fällen ein ganzes Arsenal an festivalerprobten Utensilien, die die Wiese in eine regelrechte Zeltkleinstadt verwandelten. Der Großteil der Mannschaft, inklusive einiger Drinnenschlafer, traf bis zum Abend ein und nach einem gemeinsamen Einkauf wurde der große Grill angeschmissen. Da ich niemanden kannte und Musik die Sprache der Seele ist, begann ich meinerseits die Gesellschaft musikalisch mit meiner geliebten Gitarre zu untermalen und beobachtete das Geschehen, mich hier und da in Gespräche einklinkend. Da gab es große Wiedersehen, beherzte Beschnupperungen, viel Austausch und - was mich besonders freute - ein durch und durch friedliches Miteinander, und zwar von der gesunden Sorte (also nicht konforntationsscheu, aber auch nicht in streitheischendem Maße provokant). Das Grillen übrigens gestaltete sich besonders interessant, da kein Grillbesteck vorhanden war. Vereinzelte KVler verstanden sich aber gottseidank mehr oder weniger prächtig darauf, das Grillgut mit Tortenheber und ähnlichen Küchengegenständen zu behandeln. Weniger Kreativität hätte ich auch nicht erwartet.

Da ich mich aus Forendiskussionen meist heraushalte und mein Interesse bei KV in erster Linie der Literatur gilt, war ich doch recht überrascht, als ich realisierte, wie jung das angereiste Grüppchen im Schnitt war. Mit meinen gut 25 Jahren füllte ich zusammen mit ein, zwei anderen Genossen eine Lücke, die von einigen wenigen Ü40ern auf der einen und einer Mehrzahl Ü21ern auf der anderen Seite schwadroniert wurde. Aber da ich nicht so recht an die Zeit glauben kann, finde ich allzu ausufernde Überlegungen über das biologische Alter meiner Mitmenschen völlig irrelevant. Stattdessen erfreute mich wiederum, wie Reibungslos das Zusammenleben trotz des vermeintlichen Altersunterschieds klappte - man respektierte sich gegenseitig.

Nachdem wir alle ein wenig warm miteinander geworden waren (ein paar Gläschen Bier taten bereits am Freitag Abend ein Übriges) konnte es am Samstag dann richtig losgehen. Das offizielle Programm ist schnell erzählt: Frühstück, Mittagessen, Vereinssitzung, Lesung am Abend. Dazu später mehr. Zunächst aber bleibt festzuhalten: Auch wenn da nix steht, passierten die wirlich wichtigen Dinge zwischen den Zeilen ... Es wurde musiziert - zu diesem Zwecke hatte ich extra meinen Musikerkollegen Heiko Bloemers einfliegen lassen, in meinen Augen (und ich darf behaupten, dass ich mich damit sehr gut auskenne) einer der begnadetsten Gitarristen seiner Generation; zusammen sorgten wir am Abend für Unterhaltung und konnten einige Mitstreiter aus den Reihen der KVler gewinnen, die uns mit Stimme, Harfe, Flöte und anderem Gedöns herrlich unterstützten - vielmehr: wir musizierten zusammen, völlig unhierarchisch. Den Tag über wurde wahnsinnig viel erzählt, die strahlende Sonne genossen und gegessen. Ja, an Nahrung mangelte es nicht: Neben reichlich Grillzeug und dem üblichen Frühstückskram winkten exquisite Nudelsalate, Kartoffeln mit herrlichem Kräuterquark, zwei Bleche Kuchen, eine dicke Schüssel Früchtequark und weitere Leckereien, (fast) alles Spenden aus gebefreudigen Händen. An dieser Stelle nochmals danke dafür!

Nun ein Kurzreport der beiden hochoffiziellen TOPs: Sitzung und Lesung.

Ich war noch nie auf der Sitzung irgend eines Vereins zugegen, hatte also eine zweite Premiere zu feiern. Die Sitzung fand im Freien statt und dauerte knapp eine Stunde. Neben den üblichen Formalia gab es einige interessante Diskussionen und Reporte über vergangene Projekte. (Für Vereinsmitglieder: wen das Protokoll interessiert, kann es an anderer Stelle einsehen.) Nachdem ich nicht umhin kam, bereits im Vorfeld mitzubekommen, was es für Differenzen innerhalb des Vereins gibt, in erster Linie wohl nicht fachlicher, sondern persönlicher Natur, möchte ich an dieser Stelle sagen: die Vereinsmitglieder, die ich bisher persönlich kennenlernen durfte, machten auf mich einen engagierten und qualifizierten Eindruck. Damit meine ich besonders diejenigen, die einen Posten bekleiden. Insofern sind die Problemchen des KV e.V. wohl eher luxoriöser Natur. Wäre es mein Verein, ich würde mich glücklich schätzen über die Gewissenhaftigkeit seiner offiziellen Vertreter. Da nichts so heiß gegessen wird wie es gekocht wird, bin ich zuversichtlich, dass dies auch nach einem eventuellen Personalwechsel im nächsten Jahr so bleiben wird. Mit Urteilen halte ich mich aber lieber zurück, bis ich auch die restlichen Funktionäre und Kandidaten für Führungspositionen kennen gelernt habe. An dieser Stelle jedenfalls einen Dank meinerseits, als KV-Nutzer, für die Vereinsarbeit der letzten Jahre, ganz gleich, wer nun federführend war. Die Tatsache, dass KV überlebt hat, dass es Fahrtkostenzuschüsse für Treffen gibt, dass Projekte auf- und durchgezogen werden, spricht für sich, und als quasi "alter Hase" bei KV (seit 2005 dabei) sehe ich saisonalen Stürmen und Turbolenzen eher gelassen ins Auge.
Dass ich dies hier in der Retrospektive überhaupt erwähne, soll späteren Generationen Dokument dafür sein, welche Spannung momentan in der Luft - größtenteils in der heißen Luft - liegt.

Die Lesung - an dieser Stelle einen Hofknicks an alle Teilnehmer - hat mir persönlich sehr gefallen und meine schlimmsten Erwartungen in angenehm temperierte Luft aufgelößt. Hier schälte sich in circa drei Stunden nochmals heraus, warum wir alle hier waren und was uns verband: das Schreiben, die Liebe zur Literatur, zum Wort. Es war wirklich schön, und das sage ich wirklich selten, weil ich ein Literatur-Nazi bin und mich nicht viel vom Hocker haut. Vonstatten ging das Spaktakel auf der Bühne im Café des ZUFF, auf der moderiert, gelesen und musikalisch untermalt wurde (ebenfalls vom Maestro Heiko), die Zuhörerschaft verteilte sich im Halbkreis drumherum auf Barhocker, Stühle, Tische und diese lustigen gepolsterten Theater-Klappsitze. Was soll ich sagen, Freunde, es war einfach schön.

Sonntag schließlich machte sich langsam Abschiedsstimmung breit. Nach einem kollektiven Pizzaessen und unermüdlichen Putz- und Aufräumaktionen (danke an alle, die tatkräftig mitgeholfen haben, ich denke, die Angesprochenen weiß, dass er gemeint ist, ähem.) ging es ans Lebewohlsagen. Es flossen Tränen, wie sich das gehört bei einem richtigen Abschied, und gegen Spätnachmittag fing es sogar an zu regnen. Perfektes Timing.

Ich blieb natürlich bis zuletzt um zuzusperren und kann somit sagen: Von der ersten bis zur letzten Minute war es ein friedliches, anregendes, kommunikatives Treffen mit Schweiß und Tränen, dafür ohne Blut; das Feedback der Teilnehmer mir gegenüber fiel durch die Bank weg gut aus, und der Wunsch nach einem wiederholten Zusammenkommen im ZUFF - sei es zu einer Lesung, einem Regionaltreffen oder sogar einem weiteren Jahrestreffen - steht im Raum.

Auch das ZUFF-Team war zufrieden mit uns, nichts ging kaputt, alles war sauber, und als Dankeschön für das Kostenfreie Überlassen des Hauses hinterließen wir einen vollen Kühlschrank, der in der folgenden Woche ein paar hungrige Kindermünder stopfen sollte, die das Umsonst-Essen wahrscheinlich zu schätzen wussten.

Abschließend also nochmals einen Dank an alle Beteiligten, für mich war es eine Bereicherung, euch kennen gelernt zu haben (und das sage ich ohne Polemik, bitte!), ich freue mich, euch und alle anderen KVler zu welchem Anlass auch immer wieder in Rheinberg begrüßen zu dürfen und hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr, wo auch immer, in Frieden wieder.

Das soweit meine Eindrücke, unstrukturiert heruntergetippt. Bitte, liebe Rest-Teilnehmer, nutzt sie doch als Vorlage und Inspiration, die Lücken zu füllen, die ich gelassen habe (RiP = Roman in Person). Ich würde mich sehr freuen über weitere Stimmen.

Herzliche Grüße in die Runde!

PS: Fotos vom Treffen (geschossen von Seelenfresserin) erreichst du zunächst über den angegebenen Link, ich werde aber auch einige ausgewählte auswählen und hier veröffentlichen lassen.

zurück zur Übersicht Alle Veranstaltungen diesen Bericht melden
© 2002-2017 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2017 keinVerlag.de