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Die Kalendergeschichte ist seit dem 15./16. Jh. Teil des Kalenders und behandelt in ‚volkstümlicher'... weiterlesen
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Tagebuch

aus dem keinVerlag.de-Lexikon. zurück zur Übersicht
Tagebuch (Genre)
Ein Tagebuch ist eine individuell geführte Aufzeichnung über die Ereignisse verschiedener Tage. Meistens wird es zum eigenen Verständnis (Selbstvergewisserung) geschrieben. Dient es mehr als persönliches Nachschlagewerk, so spricht man auch von Journal.
Die Tradition des Tagebuchschreibens ist eng verknüpft mit der christlichen Selbstreflexion. So wurden etwa die Bekenntnisse des Heiligen Augustinus im 16. Jahrhundert von Johannes Calvin zur Pflicht gemacht. Das schriftliche Nachdenken über die eigene Beziehung zu Gott ist die protestantische Form der Beichte. Der Gläubige legt am Ende eines jeden Tages Rechenschaft vor sich und Gott über seinen Lebenswandel ab. In allen protestantischen Gesellschaften war das Tagebuchschreiben im 17. und 18. Jahrhundert weit verbreitet. Tagebücher sind oft geprägt vom inneren Kampf um Moral, Selbstkontrolle und Enthaltsamkeit.

So hinterließ der Engländer Samuel Pepys ein zehnbändiges, in Geheimschrift geschriebenes Tagebuch, das mit dem 1. Januar 1660 beginnt, Schauplatz von Pepys' täglichem Kampf mit seiner Eitelkeit und Prunksucht, aber auch seinen Ängsten vor Strafen, Krankheiten und Tod. Sein Tagebuch wuchs auf dem Boden des Puritanismus, einer von vielen religliösen Bewegungen, die sich gegen die öffizielle Kirche richteten. Da die Instanz Kirche für das Individuum nicht mehr zuständig ist, muss die Selbstreflexion in Verantwortung gegenüber Gott und der mit dem Glauben verbundenen Moral im Tagebuch stattfinden.

Ohne die im Tagebuch sich entwickelnden Formen der Selbstreflexion ist vermutlich der psychologische Roman kaum denkbar.

Im 20. Jahrhundert säkularisiert sich das Tagebuch. Es wird zum Schauplatz intimer Reflexionen über eigene seelische Zustände und kann den Platz eines Psychotherapeuten einnehmen. Es kann sich aber auch auf eine reine Buchhaltung beschränken. Prominentestes Beispiel dafür sind wohl die Tagebücher von Thomas Mann. In ihnen geht es um Abfahrtszeiten von Zügen oder den Orangensaft zum Frühstück, nicht aber um Leidenschaften oder Bekenntnisse.

Beispiel: Das Tagebuch der Anne Frank
Die Tagebücher von Max Frisch, 1946-1949 und 1966-1971
Hitler-Tagebücher (Fälschung)
Samuel Pepys, Tagebuch 1660-1669

Mehr Informationen: de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch
Dieser Beitrag stammt von Malik
Quelle: Wikipedia


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