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Jungautor des Monats November 2011:

Fremdkoerper


 Fremdkoerper, Stefan T., Jahrgang 1987, studiert Germanistische Literaturwissenschaft in Dresden und hat einen Sohn. Zu seinen Interessen und Aktivitäten zählen, neben der Literatur, politisches Engagement in Theorie und Praxis. Stefan T. schätzt Büchner, Musil und Bernhard, daneben liest er die Zeitschrift  Bahamas und „Lustige Taschenbücher“. Fremdkoerper veröffentlicht seine Texte seit April 2008 bei KeinVerlag.de.

In seinen Texten versucht Fremdkoerper die Mitte zu finden zwischen der sezierenden Analyse des Intelektuellen und der überzeugenden Emotionalität des Mitleidenden, - ein Zentrum also, das nicht bedeutet, belehrende Antworten zu finden, sondern zuerst einmal dem Leser eine Begleitung anzubieten, die zur Formulierung der definierten Fragen und damit zu der Suche nach den Antworten führt. Fremdkoerper ist als Autor ein leidenschaftlicher Zweifler, der in seiner Lyrik und Prosa vehement diesen Zweifel der Verzweiflung des Zufriedenen, des Überfressenen, des also: Toten entgegenstellt. Diese Zweifel führen den Leser in die Verwirrung über die scheinbare Selbstverständlichkeit einer Wertung und Analyse aller Zustände, der inneren und äußeren, wie sie die so genannte Realität des Alltags als dann doch nur Illusion angeboten oder vorgegaukelt hat. Literatur als erst einmal Überleben im besten Sinne, für den Leser als Anregung und auch für den Autoren Fremdkoerper selbst als Zwang: „Menschen, die es lange ohne zu schreiben aushalten, werden wohl dumm oder verrückt.“, so formuliert es Fremdkoerper in einer Selbstaussage. „ Ich habe in letzter Zeit meine Schreibtätigkeit gänzlich meinem Leben unterordnen müssen. Resultat: Verrückt. Dass das bei mir schneller als bei anderen eintritt, liegt daran, dass ich meinen Kopf nicht ausschalten kann. Gewissermaßen haben die VertreterInnen des spätpubertären Neuzeitexpressionismus mit das Schreiben beschreibenden Formulierungen wie „hinrotzen“ oder „aufs Papier wichsen“ auch Recht, denn von Notdurft ist das, was ich manchmal tun muss bzw. viel zu selten tue, nicht weit entfernt. Aber daraus entsteht ein großes Folgeproblem: Die literarischen Ausscheidungen sind allemal gut genug, um wieder konsumiert zu werden, der Druck steigt noch schneller an und alles wird nur schlimmer. Am Ende ist man ein gedankeninkontinenter Idiot, der von früh bis spät mit seinem Notizbuch, sozusagen der Windel fürs Hirn, unterwegs ist und nicht mal mehr die kleinsten Anforderungen menschlichen Zusammenlebens bewältigen kann. Inspiriert durch “ BWL-Studenten; Gammellinke; bärtige, biertrinkende alte Männer; Nazis; Tocotronic“, - so lebt Stefan T. Literatur als Leben und Leben als Literatur.

Als beispielhafte Lektüre zur Begründung für unsere Auszeichnung empfehlen wir:

-  Neval ist schon immer da und ich werde es noch
-  Kein Kreis, eine Spirale
-  Durchschnittsfriedhof

Wir gratulieren Fremdkoerper ganz herzlich zur Auszeichnung „Jungautor des Monats November“ und bedanken uns bei ihm für die freundliche Zusammenarbeit während unserer Redaktionsarbeit.

Mit herzlichen Grüßen,

Das Team der Arbeitsgruppe " JungautorIn des Monats"




Die Auszeichnung „Jungautor(in) des Monats“ wird seit Januar 2008 von der Arbeitsgruppe „Jugendtexte“ verliehen. Ausgezeichnet werden Autorinnen und Autoren im Alter zwischen 13 und 24 Jahren, deren Texte bei keinverlag.de durch ein außerordentliches Maß an Kreativität, Phantasie und literarischer Qualität bestechen.

Dem Verein keinverlag e.V. ist es ein besonderes Anliegen, junge Autorinnen und Autoren auf diesem Wege für ihre schriftstellerischen Leistungen zu ehren und ausdrücklich dazu zu ermutigen, ihren literarischen Weg fortzusetzen.

Die Auszeichnung „Jungautor(in) des Monats“ ist mit einem Sachpreis dotiert, der vom Verein keinverlag.e.V. zur Verfügung gestellt wird.
Fremdkoerper
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