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keinEinhorn

keinEskapismus, keinRosa, keineLiebe.


Die Kolumne des Teams "keinEinhorn"



Mi., 05. Juni
Bisher 62x aufgerufen


von Ungeheuern

von Judas


Sie bevölkern unsere Wälder, Burgruinen und Märchen. Sie sitzen nachts in unseren Kleiderschränken oder unter den Betten unserer Kinder. Sie können grotesk und unheimlich sein oder tölpelhaft und dumm. Majestätisch oder bösartig:
Ungeheuer.

Während Herkules noch die Lernäische Hydra köpfen und Beowulf Grendel bekämpfen musste, damit die Kinder ruhig schlafen konnten, darf der Nachwuchs sich heutzutage an freundlichen Ungeheuern wie dem quietschgrünen Oger Shrek, dem Alien Stitch oder dem Krümelmonster in der Sesamstraße erfreuen – der höchstens eine Gefahr für Kekse ist.
Lovecrafts Cthulhu hat mittlerweile einen ganzen Mythos und eine Fangemeinde für sich, während der ursprünglich aus dem Voodoo-Kult stammende Zombie seine Auferstehung als Untoter in Serien und Filmen feiert. Kryptozoologen versuchen herauszufinden, ob die regelmäßigen Sichtung vom Monster von Loch Ness und dem Yeti der Wahrheit entsprechen. Trotz besserer Kameras sind aber alle Beweisfotos immer noch verwackelt.

In der Beichte erzählte eine Amme ihrem Pfarrer in Breulieb bei Saalfeld im Jahre 1630, was ihr die Mutter einer Hebamme unter vier Augen anvertraut hatte: Eines Tages klopfte ein Mann an der Tür und bat sie um ihre Hilfe. Es war schon dunkel, doch der Mann verband ihr die Augen und führte sie zu einem See, Dort schlug er mit einer Rute aufs Wasser. Dann ging es „immer tiefer herunter“, bis die beiden in einer Stube ankamen. Die Hebamme half dort der Frau des Wassermannes, ihr Kind zu gebären. Es war eine menschliche Frau, die der feuchte Kerl entführt und geschwängert hatte, doch offensichtlich war er mit dem Ergebnis seines „genetischen Experimentes“ nicht einverstanden, denn am dritten Tag fraß er sein eigenes Kind auf.
Tja.

Im Volksglauben hatten Ungeheuer seit Urzeiten einen festen Platz unter den Menschen. Ob im Mythos, im Märchen oder der Sage: die überzeichneten, meist grotesken und grausigen Figuren symbolisierten die Ängste und Alpträume der Menschen. In Schwankmärchen und Heldengeschichten werden die Ungeheuer durch den starken und schlauen Menschen besiegt. Aber genauso oft verlieren besagte Helden in Schauergeschichten, Sagen und Legenden gegen die Monster. Begegnungen mit ihnen wurden nicht in Frage gestellt. Sie waren Teil eines archetypischen und mythischen Erlebnisses.
Der moderne Mensch versucht diese Erfahrungen rundweg abzulehnen, zu „erklären“ oder gar ins Lächerliche zu ziehen. Das zeugt letztlich von der Unfähigkeit des 21. Jahrhunderts, die kreative Interaktion des Menschen mit der Umwelt als etwas Bereicherndes zu begreifen. Wir sind der Hilflosigkeit, das Unbegreifbare zu begreifen, unterworfen.
Denoch leben sie weiter - an eben den Orten, die dem Menschen fremd und nicht zugänglich sind. Weit entfernte, mystische Plätze in den Tiefen der Wälder. Der Grund der Meere. Das Weltall. Die Schatten in den Gassen. Sie sind Teil einer geheimnisvollen, magischen aber auch unberechenbaren Natur, die sich der Mensch noch nicht Untertan machen konnte.

Und sie werden denen Herr, die es wagen, zu tief in ihr Reich aus Efeu und Legende einzudringen.

„Die Wahrheit des Menschen tritt im Moment ihres Verschwindens im Wahnsinn am deutlichsten hervor“ - Foucault


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