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keinEinhorn

keinEskapismus, keinRosa, keineLiebe.


Die Kolumne des Teams "keinEinhorn"



Mi., 17. Juli
Bisher 106x aufgerufen


Woanders aufstehen

von Judas


Über mir findet gerade eine Party mit schlechter Elektromucke statt weshalb ich, trotz enormer Müdigkeit, vermutlich in den nächsten paar Stunden ohnehin nicht schlafen werde. Also ist ein guter Moment gegeben, einen Kolumnentext zu verfassen. Die schreiben sich ohnehin am besten wenn man mürrisch und müde ist, während man von einer Party, zu der man nicht eingeladen wurde, wachgehalten wird. Eventuell hole ich mir noch einen Besen und klopfe mit dessen Ende an die Zimmerdecke.

Es gibt natürlich einen guten Grund für meine Müdigkeit, ebenso wie es einen guten Grund dafür gibt, dass es manchmal keinen Kolumnenbeitrag gibt. Und zwar dann, wenn ich gar nicht zu Hause bin. Weil ich irgendwo anders schlafe. Berufswegen.

Ich rede hier nicht von Hotels.

Ich rede mehr so von alten Bauernhäusern und Hippiekarren.

Wenn es da heißt „Nimm mal sicherheitshalber Schlafsachen mit, ich hab noch keine totalen Zahlen für übermorgen und ihr müsst vielleicht in Hellesylt schlafen“ dann nimmt man Schlafsachen mit und denkt: na, dann kommen wir bestimmt wieder in das Hostel von Hellesylt aber man landet nicht im Hostel von Hellesylt. Stattdessen fährt man zwanzig Minuten durch die totale Pampa, durch's Hinterland, durch Hintertupfingen quasi, durch die Randgebiete Hellesylts, durch die Wälder und Wiesen in denen Henrik Ibsen Peer Gynt geschrieben hat (true story, übrigens). Und steht dann vor so einem weißen Holzbauernhaus. Und bezieht da ein Zimmerchen wo noch Schwarzweiß-Fotos vom verstorbenen Bauernehepaar von Anno Dazomal hängen und denkt sich: ja gut, äh. Läuft.

Oder wenn es da heißt „Du musst Sonntag morgen um 8 für die Roald Amundsen* guiden, in Geiranger“ und man denkt, warte, da ist doch ein Haken an der Sache, morgens um 8... Geiranger... Sonntag... da passt was nicht.... halt, warte, da fährt doch keine Fähre rüber, da muss ich doch- „Also schlaft ihr wieder in Hellesylt.“
Im Bauernhaus. Damit ist aber auch nichts gewonnen. Fährt immer noch keine Fähre. Müsste man 5 Uhr losfahren und hinten rum über die Berge rödeln, über 1000 m Pässe, 2 ½ Stunden Autofahrt locker für etwas, was 'ne halbe Stunde Fährzeit wäre. Ja cool. Also entscheidet man sich spontan zum Familienausflug, man beredet sich, beschließt: man fährt nach Geiranger schon Samstag Abend und schläft im Auto.
Das Auto ist in dem Fall so ein umgebauter Bus. Außen sind ein Peace-Zeichen und mehrere Blumen drauf gemalt. Ich schlafe unter'm Dach.
Die Möwen schreien übrigens ununterbrochen jetzt im Juli. Ich weiß nicht, woher sie die Ausdauer dafür nehmen. Schreien ihre Möwenkinder voll, die wohl fliegen sollen aber stattdessen nur feist über den Boden watscheln und so 'nen urteilenden Blick in ihren kleinen, schwarzen Möwenkinderaugen tragen.
Morgens um 8 trötet die Roald Amundsen und weckt das ganze Dorf. Man hält einen Kaffee in der Hand und versucht, sich die Hose anzuziehen, blinzelt über den Fjord, fragt sich, warum noch mal man hier gelandet ist. Denkt an so 'ne kV-Nachricht, ganz spontan, wo drin stand: „Ist die Luft bei euch schon raus?
Hiermit biete ich eine Gastkolumne an.“ und denkt sich nur: fu**.

Und startet einen neuen Tag.
Denn wer weiß, wo ich morgen so schlafen werde.



*neues Hybridschiff der Hurtigruten, ist grad frisch vom Stapel.
**hier bitte Google fragen, ist unflätig.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (17.07.2019)
Hat Spaß gemacht, dir bis nach Hintertupfingen zu folgen. Flott geschrieben!

Lotta
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Judas meinte dazu am 17.07.2019:
Danke!
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (17.07.2019)
"guiden"? Ist das Jugendsprache?
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Judas antwortete darauf am 17.07.2019:
Nein
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 18.07.2019:
Nun ja, "ein Hybridschiff guiden", was soll das sein?

Das ist so ein dunkler Flech der ansonsten gut Geschichte, dass die Tätigkeit des Protagonisten sehr, sehr vage beschrieben ist. Man muss es ja nicht gleich haarklein und ausführlichst erklären, aber ein wenig mehr darf der Leser schon erwarten. So wie es jetzt ist, ist dieses "Hybridschiff guiden" ein Stolperstein der ansonsten flüssig und gut geschriebenen Geschichte.

P.S.: Kann man "guiden" konjugieren? Z.B. Futur II, "ich werde geguided haben"?
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Judas äußerte darauf am 18.07.2019:
Ja, kann man. Das nennt sich Anglizismus, übrigens. Die Berufsgruppe heißt Guide und die Tätigkeit ist guiden. Auch im norwegischen, zum Beispiel. Jeg guider i dag. Ich guide heute. Du guider i morgen. Du guidest morgen.
Wenn du das als Einziger nicht verstehst, dann arbeite vielleicht an deiner Art zu lesen. Das Wort ist vielleicht nicht schön, da eingedeutschtes Englisch, aber der korrekte Begriff für das, was bei mir auf Arbeit passiert. Davon abgesehen deuten allein die Anführungszeichen sehr eindeutig auf ein Zitat hin.
Anbei: nicht alles, was dir unverständlich ist, ist "Jugendsprache".

Antwort geändert am 18.07.2019 um 12:18 Uhr
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Dieter_Rotmund ergänzte dazu am 18.07.2019:
Ich leiste hier konstruktive Kritik und versuche, einen guten Text den letzten Schliff zu verleihen. Und ich lasse mich nicht stigamtisieren, ich bin ein professioneller Leser, darf ich mit Fug und Recht behaupten. Offenbar fehlt Dir einfach die notwendige Distanz zum Thema und die klammerst Dich an diesem für viele Leser sicherlich unverständlichen und in der deutschen Sprache auch etwas albern wirkenden Begriff, der (wild geraten) offenbar so etwas wir ein Schiffloste ist. Was ist daran so schlimm, "Lotse" zu schreiben und damit alle Leser im Boot zu haben?
Nichts für ungut!
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drmdswrt meinte dazu am 18.07.2019:
Wenn man etwas nicht versteht, kann man natürlich rumranzen – oder die Zeit (maximal ein Zehntel der Zeit, die das Verfassen der Worte benötigt haben kann) zur Recherche benutzen. Dann kommt man ganz schnell drauf, was es heißt, was gemeint ist und dass es richtig angewendet ist.
Wenn man sich natürlich nur auf Dorffußballplätzen und Kleinstadthinterhofprogrammkinos rumtreibt, ist man einem Guide möglicherweise noch nie in der Realität begegnet. Den meisten Lesern dürfte es jedoch völlig anderes ergehen.
Ein Lotse, übrigens, wäre ein "pilot". In vielen, sehr vielen Sprachen, btw.
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Judas meinte dazu am 18.07.2019:
Dieter, ich setze für das Zielpublikum dieser Kolumne ein absolutes Mindesmaß an Englisch- und Weltkenntnis voraus und werde nicht für eine Person den Stil ändern. Der Begriff ist im Beruf des Guides ein Fachbegriff. Es ist der Begriff, welchen mein Chef, die Touristen, die Schiffe, die Guides und alle, die damit zu tun haben, benutzen. Ich werde diesen Fachbegriff, so albern er sein mag, nicht für dich ändern. Das kann dich ärgern oder nicht, da kannst du mit dem Füßchen aufstampfen oder nicht, da kannst du es konstruktive Kritik nennen - du bist nicht der Vater der Kritik, du bist nicht die absolute Aussage. Kommentar wurde zur Kenntnis genommen, ich habe adäquat darauf reagiert, was du damit anstellst - ist ganz allein deine Sache. Ich werde den Satz nicht nur für dich in „Du musst Sonntag morgen um 8 für die Roald Amundsen* führen, in Geiranger“ ändern, da er FALSCH wäre. Falsch. Falsch, falsch, falsch. Und unauthentisch.
Danke.

Ps.: Gerade für einen Journalisten ist es nicht gerade ein Aushängeschild, sich mit Anglizismen nicht auszukennen. Wenn das meiner 80 jährigen Omma passiert ist das eine Sache, aber selbst die weiß, wovon ich rede, wenn ich vom guiden rede.

Antwort geändert am 18.07.2019 um 13:42 Uhr
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Fisch meinte dazu am 18.07.2019:
Dieter, wußtest Du eigentlich, dass, wenn man Dir "Chill mal!“ zuruft, dies keine Aufforderung an Dich ist, eine Peperoni zu lutschen?

Im Ernst, Anglizismen sind genauso diskutabel wie es kein Beinbruch ist, den Anschluss an aktuelle sprachliche Entwicklungen zu verlieren.
Sprachimporte sind mMn okay, wenn sie bereichern, sie fehlendes heimisches Wortgut ergänzen oder Wortsperrgut vermeiden helfen.
Natürlich gibt es auch peinliche Konstruktionen, man denke nur an das Gequatsche der Jungs aus der Werbebranche.
Aber eben auch die sinnstiftenden..
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 18.07.2019:
Oje, Judas, Du hast die Authenzititätskeule ausgepackt -"Aber genau so ist es gewesen!" - Die vernichtete schon so manchen guten Ansatz, da bin dann auch ich machtlos. Ich wünsche Dir und Fisch ein schönes Wochenende.
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Judas meinte dazu am 18.07.2019:
Manchmal fänd ich dich fast niedlich, wenn du nicht so anstrengend wärst... 'tschuldige, dass Authenzität mir wichtig ist, wenn ich schon 1:1 aus'm Leben schreibe.
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drmdswrt
Kommentar von drmdswrt (18.07.2019)
Danke fürs Mitnehmen.
Optimale Frühstückslektüre. Hoffe (mal wieder) auf mein Glück in der nächsten Woche.
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Judas meinte dazu am 18.07.2019:
Gerne. Und: nur für mich - du weißt, was gemeint ist, wenn man sagt "du musst für ein Hybridschiff guiden", oder?
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drmdswrt meinte dazu am 18.07.2019:
Da gibt es doch kein Problem, das zu verstehen. Außer Rotmund natürlich. Der hat eins. Und interpretiert es völlig falsch. Das alleine ist schon Spaß zur zu Ende gehenden Woche.
Ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Du in Norwegen nicht als Schiffslotse arbeitest. (Der mit "guide" auch so was von dermaßen falsch übersetzt wäre.)

Extremes Danke für das Mich-mit-ins-Boot-Holen, das versüßt mir den Donnerstag doppelt und dreifach.
(Boot, verstehste? )
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Judas meinte dazu am 18.07.2019:
Drollig, ich weiß und: gerne.
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keinB meinte dazu am 18.07.2019:
Wobei Schiffslotse schon auch echt cool wäre ... ;)
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Judas meinte dazu am 18.07.2019:
Stimmt!
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Ralf_Renkking meinte dazu am 18.07.2019:
Genial finde ich ja vor allem Dieters Wortneuschöpfung "stigamtisieren", und nee, Dieter, einerseits hast Du da völlig recht, "Stigamtisierung" ist schon eine bodenlose Frechheit, andererseits, einen Amtmann im Boot zu haben, der einem mal so richtig die Meinung "guidet", warum eigentlich nicht?

Ciao, Ralf
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 18.07.2019:
Jaaaa! Und dann wir geeated und gedrunken und man lookt auf die schöne Landschaft, alles ganz geletet.
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Judas meinte dazu am 18.07.2019:
Okay es gibt zwei Optionen...
1. Du willst es nicht verstehen
2. Du verstehst es tatsächlich nicht
in beiden Fällen ist jegliche Diskussion leider zwecklos.
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 18.07.2019:
Lieber Judas, ich verstehe es schon: Du stellst Authentizität über die Textverständlichkeit. Das mit dem konjugierten Anglizismen ist nur herumgealbert.
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Judas meinte dazu am 18.07.2019:
Okay bin raus aus der Diskussion. Hier bitte ich übergebe es dir: das letzte Wort. Viel Spaß damit.
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drmdswrt meinte dazu am 19.07.2019:
Nur noch so am Rande:
Die Roald Amundsen habe ich mir vor einiger Zeit mal genauer angeschaut, um mit Hurtigruten evtl. eine Alternative zu Tui MS zu haben: Alter Norweger, der Kahn hat aber Luxus zu bieten, da kommen die älteren Schaukeln nicht annähernd ran! Da geht ja das ganze Postschiff-Flair verloren und man fühlt sich, wie auf einer ganz ordinären Kreuzfahrt!
Und witzigerweise kommen mir neuerdings an vielen Stellen Geiranger-Fotos unter – so, als wurde ganz Social Media sagen: Fahr da endlich hin, Kerl. Na ja, in diesem Jahr sicher nicht mehr.
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Judas meinte dazu am 19.07.2019:
Ist ein echt schicker Schlitten auf jeden Fall und sehr schneidig!
Du aber wenn du kommst: sag auf jeden Fall Bescheid.
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drmdswrt meinte dazu am 21.07.2019:
Selbstverständlich!
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