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Jugend und mehr – oder weniger


Die Kolumne des Teams "Montagsteam"



Sonntag, 01. September 2013, 17:13


Ist Jugend noch zeitgemäß?

von Skala


Eine Gastkolumne von  Dieter_Rotmund. Die Meinung der Gastautoren entspricht nicht zwingend der Meinung des Kolumnenteams.

„Jugend ist wie ein Most. Der lässt sich nicht halten. Er muss vergären und überlaufen“ stellte schon der Wittenberger Thesenschläger Martin Luther (1483-1546) fest. Dabei war zu dieser Zeit das Mittelalter gerade vorbei, Handyklingeltöne noch nicht erfunden und das erste Arschgeweih noch nicht gestochen. Erst nachdem alle Casting-Shows gesendet worden waren, erkannten die Menschen, dass man die Apfeltasche von McDonalds nicht essen kann. Immerhin gab es anno dazumal schon Biermixgetränke (Met mit Honig) und auch ein TV-Quiz, man nannte es „Inquisition“.
Ein bleiernes Gefühl von Langweiligkeit überfällt heute den erwachsenen Menschen, wenn er sich mit dem befasst, was die der Welt der Jugendlichen ausmacht. Die lange Zeit üblichen „Die Jugend von heute!“-Aufreger sind inzwischen Makulatur, kalter Kaffee: Wer mag sich schon mit Thema Abi-Ball für tausende von Euro, Facebook-Mobbing oder den Kauf der richtigen Flip-Flops für die Ersti-Party auseinandersetzen? Oder gar mit Koma-Saufen, Justin Bieber und erzkonservativ-betulichen Vampir-Filmen, um mal wahllos ein paar aktuelle adoleszente Top-Themen aufzugreifen? Es gibt Wichtigeres. Es stellt sich die Frage: Ist Jugend überhaupt noch zeitgemäß? Will fragen, ist die Jugend beziehungsweise sind deren Ambitionen noch Triebfedern unserer oder überhaupt irgendeiner gesellschaftlichen Entwicklung? Das höchste und wertvollste Gut des Jugendlichen ist die Musik. Die Musik, die den Anspruch erhebt, von heute zu sein. Deren Erzeuger verehrt die Jugend wie Götter und opfert ihnen sein ganzes Taschengeld. Die professionelle Kommerzialsierung der Popmusikbranche ist bewunderswert, kaum ein anderer Industriezweig hat so willfährige und gut steuerbare Goldesel.
Kritiker mögen schimpfen, diese Ausführungen würde hier ausschließlich Umstände aufgreifen, die die Ungenießbarkeit der Jugendlichen zum Inhalt haben. Wer ehrlich ist, muss jedoch bekennen: Es gibt keine anderen Jugendthemen.
Kritiker mögen einwenden, dass es so etwas wie „Die Jugend“ nicht geben würde. Der hehre Geist des Individualismus durchweht sie, die Jugendlichen, doch sie sitzen einem Missverständnis auf. Kaum eine soziale Gruppe handelt so einheitlich wie die Jugend. Der jugendliche Non-Konformismus ist eine contradictio in adjecto; Jugendliche kleiden sich non-konformistisch, in dem sie sich kleiden, was diese Gesellschaftsschicht für non-konformistisch hält, ergo was alle tragen.
Der ganze Mumpitz ist menschlich verständlich: Pubertäre persönliche Unsicherheit treibt sie an, sie möchten „dazugehören“. Zu wem auch immer, um jeden Preis. Die, die sich als Einzelkämpfer-Außenseiter stilisieren, was immer sehr populär unter Jugendlichen war und ist, gerade diese tun es am stärksten. Es ist einfach alles zu albern. Man möchte beim Joggen den achso künstlerisch agierten Graffiti-Sprayern in ihrem pseudohalbkriminellen Rebellen-Habitus (natürlich mit übergezogener Kapuze) zurufen: „Malt was Schönes!“
Eltern nicht ganz so hoffnungsloser Fälle mögen sagen, dass die Jugend unsere Zukunft sei. Das ist natürlich Quatsch. Die Erwachsenen von morgen sind unsere Zukunft.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (02.09.2013)
Ich will meinen Text um eine kleine Anekdote erweitern: Im Frühjahr diesen Jahres war ich auf einem kleinen Kurzfilmfestival, bei dem auch oft die Regisseure usw. anwesend sind. Ich sah einen Sciencefiction-Kurzfilm, der mir sehr gefiel. Das sagte ich auch dem jungen Filmemacher des Werks, und ergänzte: "Ein tolle Hommage an Ridley Scotts Blade Runner!" Wie ich im folgenden, kurzen Gespräch merken musste, hatte der junge Filmemacher nicht verstanden, was ich meinte, bzw. er kannte Blade Runner überhaupt nicht, wollte das aber offnebar nicht zugegeben, sondern war wohl der Meinung, ich wäre der Meinung, er hätte die Idee zu seinem Film geklaut. Er war angepisst, das Gespräch endete schnell. Dabei steht Blade Runner (1982) ja mit beiden Füssen fest auf Fritz Langs Metropolis von 1928. Das habe ich aber lieber nicht auch noch angesprochen...
Nun, Blade Runner und Metropolis zu kennen ist nun wirklich kein Spezialwissen. Wieso denken eigentlich die jungen Leute so oft, ihre Ideen wären per se immer brandneu? Und warum wollen sie schon so oft was (er)schaffen ohne kennen zu lernen, was es bisher gab? Ich kenne eine Dozentin, die gibt jungen Schauspielerschülern ein Filmseminar. Sie musste nach kurzer Zeit erkennen, dass sie praktisch nichts vorraussetzen kann. Bestenfalls Tarantino, und der ist auch kein junger mehr. Der hat immerhin ganz offenbar in seiner Jugend viel Filme gesehen...
Bei ihr, der Dozentin, auf der Akadamie gab es mal eine Bewerberin, die auf die Frage, was sie von Fassbinder hielte, antwortete, sie interessiere sich nicht so für Fußball*....

*Heribert Faßbender, deutscher Sportjournalist, n'Abend allerseits
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Matthias_B
Kommentar von Matthias_B (02.09.2013)
Die Jugend – es gibt sie fasslich als solche - verfügt im Vergleich zu früher, d.h. v.a. einer langen Zeitspanne mit nicht existenten oder spärlich zugestandenen (Kinder-)Rechten, über so viel z.B. in der Strömung des „Sturm und Drang“ geforderte Freiheit wie nie, was zweifellos als positiv einzuschätzen ist; wie wird diese jedoch genutzt? U.a. indem man schon von klein auf das Selbstkonzept bzw. den Habitus eines identitäts- und bildungsnivellierten konsumistischen Masseviehs, welches sein Innenleben freiwillig wie kostenlos den „neuen Kommunikationsmedien“ anbietet, und später unreflektiert phraseologische Glasperlensätzchen aus der großen nicht-naturwissenschaftlichen Klimbim-Ecke der Uni überall auswendig gelernt hinwirft, stetig annimmt. Wenn rebelliert wird, dann - wie es in der Kolumne dargelegt worden ist - röllchenkonform. Dass hierbei ebenso die Erwachsenen hinsichtlich ihrer sogenannten Vorbildfunktion – trotz inflationär propagierter Fertigkeiten wie „Urteilsvermögen“, „Medienkompetenz“ usf. – eher versagen, sei aber nicht vergessen.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (02.09.2013)
Vermutlich steht die aktuelle Jugendgeneration (im historischen Rückblick, irgendwann, vielleicht) dafür, dass sie der großen Menge an Freiheiten nicht gewachsen, überwältigt war.
Die Auswendiglernerei nimmt inzwischen in der Tat immer größere Ausmaße an, kaum jemand der heutigen Schüler und Studenten will noch eine Sache verstehen. Zum Teil liegt das natürlich am Narzissmus und an der Hybris der Lehrer und Professoren, die ihre Sätze überall wiedergekaut sehen wollen und es gibt ja auch genug jugendliche "Jünger" dieser unsere Überflieger-Profs, die dies sehr gerne tun...
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (02.09.2013)
Was hier in dieser Kolumne beschrieben wird, hat mit dem Thema „Die Jugend“ überhaupt nichts zu tun, sondern im Gegenteil beschreibt diese Kolumne einen Menschentyp, den es in jeder Generation gibt. Von dem Biersäufer im Unterhemd vor dem Fernseher, der Volksmusik für die einzige hält, bis zum kreischenden Teenie mit Handy, der ohnmächtig wird, weil Justin Biber vor ihm steht, bis zu der Omi, die sahnetörtchenfressend und eierlikörsaufend den neuesten Klatsch über Königshausers zu Hause verschlingt. Sicherlich wäre der Protest bis Wuppertal an der Wupper zu hören, wenn man eine Generation derart oberflächlich beschriebe.

Selbst wenn: so hätte denn die heutige Mainstreammusik die Volksmusik abgelöst: sehr gut. Und die heutige konformistische Kleidung Unterhemd und Jogginghose: gefällt mir sehr. Usw.

Dagegen Omi Eierlikör und den Proleten mit dem Bierbauch für gebildeter zu halten, als den von Dir beschriebenen Phänotypus des Jugendlichen halte ich für gewagt. Um nicht zu sagen: absurd. Zumal die Zahl der zumindest deutschen Mitbürger mit einem höheren Bildungsgrad im Vergleich zu vorhergehenden Generationen förmlich explodiert ist.

Selbst der blödeste Angehörige der heutigen Generation ist nicht so doof, wie der durchschnittliche Angehörige vorhergehender.

Und was die Freiheit betrifft, Matthias: Meine Generation war bedeutend freier in ihren Möglichkeiten, beispielsweise bei der Berufswahl. Es gab damals noch keine Agenden jeglicher Couleur, und Kriege im Ausland haben wir auch nicht geführt. Die Lebensbedingungen heute sind bedeutend unfreier als vor 30 Jahren.
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Matthias_B
Kommentar von Matthias_B (02.09.2013)
Zumal die Zahl der zumindest deutschen Mitbürger mit einem höheren Bildungsgrad im Vergleich zu vorhergehenden Generationen förmlich explodiert ist.

Nein, mit einem Bildungstitel. Wenn in den Schulen die Anforderungen an die Lernenden dermaßen gesenkt werden (und das werden sie), dass es schon in einem stetig billigeren Massenabitur resultiert (und das tut es), nimmt natürlich die Anzahl der Universitätsabschlüsse als nicht mehr so schwierig wie mühsam erreichbares institutionalisiertes kulturelles Kapital zu (und das wird jene noch mehr), aber - es sei auf die steigenden Klagen ob der z. T. schon nicht einmal mehr ausreichenden Kenntnisse der Studienanfänger_innen verwiesen (z.B. http://www.focus.de/wissen/mensch/campus/hochschulen-professoren-beklagen-sinkendes-niveau_aid_786153.html) - mit Sachkompetenz hat das eher wenig zu tun.
Mit den Freiheiten hast du für diesen Zeitraum recht; aber auch gerade wegen der angeblich notwendigen Agenden und auch weiterer munterer "alternativloser" Ad-hoc-Wursteleien wäre eine wirklich gebildete (s.o.), eigenständige wie kritische Jugend vonnöten.
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (03.09.2013)
Nur ist es schon sehr ungerecht, für die von Dir zu Recht beschriebene Misere die so genannte Jugend verantwortlich zu machen, sie ist, historisch gesehen zumindest, ein Opfer zahlreicher Bildungsreformen.

Angefangen haben diese bereits in den achtziger Jahren, mit der Reformierung der Oberstufe auf Gymnasien: keine allgemeine Hochschulreife mehr, sondern ein Abitur erlangt durch Wahlfächer. Ich war einer der Ersten, die ein solches Abitur gemacht haben, 1982. Mögliche Wahlfächer: Sport, Religion, Geschichte und Biologie. Wobei es auf die Noten in den beiden letzteren Fächern, da Grundkurse, nicht so sehr ankam, und zudem in Biologie ein mündliches Abitur irgendwie zusammengequatscht werden konnte. Das war der erste Schritt weg von einem Bildungsbürgertum zu einem Bürgertum in der Bildung von schnell auswendig gelerntem Fachwissen, dass dann ebenso schnell wieder vergessen werden musste, um Platz für neues zu schaffen. Haften blieb da höchstens ein gewisses Halbwissen in grundsätzlichen Lehrinhalten. Im Englischen die Grammatik SPO, um es einmal ein wenig zu übertreiben.

In den folgenden Jahren wurde konsequent an der Zerschlagung des Bildungssystems weitergearbeitet, einerseits um Kosten zu sparen, andererseits aber um das Bildungssystem den geänderten Anforderungen der Wirtschaft anzupassen, bedingt durch das Computerzeitalter wird weder der Fachmann, noch der Analytiker gebraucht, sondern der Anwender, der die Anweisungen der Analytiker umsetzen kann. Und der auch gar nicht analytisch denken will, weil er genug damit zu tun hat, seine Anwendungen zu beherrschen.

Gesellschaftlich gesehen ist natürlich der Halbgebildete eher wenig kritisch gegenüber Agenden usw., und so auch politisch leichter steuerbar. Die kommenden Bundestagswahlen werden das eindrucksvoll demonstrieren, fürchte ich.

Insgesamt bleibe ich also bei meiner Meinung, dass der Autor dieser Kolumne sein Thema verfehlt hat, sich setzen kann …

Usw.
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Matthias_B
Kommentar von Matthias_B (03.09.2013)
Ich mache sie im ersten Beitrag eigentlich nicht dafür verantwortlich, sondern beklage, dass sie sich freiwillig viel zu leicht in die Mitverantwortung nehmen lässt, indem sie diese halbbildungsförderlichen Erleichterungen allzu dankbar und kritiklos annimmt, sodass sie sich dann schon lieber für die Idee einer weitgreifenden Mittelmäßigkeit einspannen lässt (wobei ich - wie gesagt - die Naturwissenschaften ausnehmen würde, da dorten ausgiebige Schwadronadenergüsse keine bzw. viel weniger Früchte zeitigen), als dass sie eine tiefgreifende Systemkritik aufgrund eines kritischen Bewusstseins üben wollen würde.
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (04.09.2013)
Und ich hatte gar nicht Deine Beiträge kritisiert, sondern diese vollkommen alberne Kolumne, und mir lediglich erlaubt, zu Deinen Beiträgen auch eher persönliche Ergänzungen anzubieten. Du bist, was eine Analyse des heutigen Bildungssystemes angeht, bedeutend kompetenter als ich.

Insgesamt glaube ich, dass die Auswirkungen dieser Misere noch nicht deutlich genug erfahrbar sind für den Einzelnen. Die Zerschlagung des Bildungssystemes ist noch nicht abgeschlossen, man arbeitet aber emsigst daran. Wie das Ende aussieht sieht man in anderen europäischen Ländern, die gerade in Federführung Deutschlands nicht nur bildungspolitisch zurück in vorindustrielle Zeiten gedrängt werden. Solche Maßnahmen bereitet man hierzulande gerade unter dem Oberbegriff Agenda 2020 vor.

Die kommenden Bundestagswahlen werden den hierfür geeigneten Politikern die nötige Macht geben, fürchte ich. Und ich fürchte, wir sind uns in dieser Einschätzung einig.
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Matthias_B
Kommentar von Matthias_B (05.09.2013)
Das aktuelle Bildungsproblem in Bezug auf die Jugend ist in der Kolumne mit
Will fragen, ist die Jugend beziehungsweise sind deren Ambitionen noch Triebfedern unserer oder überhaupt irgendeiner gesellschaftlichen Entwicklung?
doch eigentlich treffend wiedergegeben (wobei ich, wie gesagt, eher den Gebrauch der neuen Medien und nicht bloß v.a. den Konsum von Musik als deutliches Beispiel des unreflektierten "Handelns" anführen würde).
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (05.09.2013)
Der Autor schreibt eben nicht über das Bildungsproblem, das machen wir als Kommentatoren dieses Quatsches, sondern folgert aus der Tatsache, dass es einige Jugendliche mit schlechtem Musikgeschmack gibt, allerlei absurde Beschreibungen eines Typus, den es in jeder Generation gibt. Versuchte ich schon zu erläutern: Prolet im Unterhemd mit Volksmusikfaible, Omi mit einigen Eierlikörchen intus … Usw. Hier wird nicht die „Jugend“ beschrieben.

Mein Vorschlag: Bitten wir das Team der Jugendkolumne ebenso um eine Einladung zu einer Gastkolumne zu dem Thema „Jugend heute“ oder so, und sehen dann weiter.
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Kommentar von Skala (06.09.2013)
Mal jemand aus "der Jugend" zur Kolumne:

Ein bleiernes Gefühl von Langweiligkeit überfällt heute den erwachsenen Menschen, wenn er sich mit dem befasst, was die der Welt der Jugendlichen ausmacht.


Frage: War das nicht schon immer, immer, immer und immer so? Wenn ich so an Erzählungen von Eltern, Onkeln und Tanten und weiteren schillernden Persönlichkeiten, die etwa zehn bis zwanzig Jahre älter sind als der Verfasser dieser Kolumne, denke, dann glaube ich kaum, dass meine Großeltern vor dreißig Jahren irgendeinen Sinn darin sahen, zu Sweet und Smokie in Diskotheken abzuzappeln, mein Opa zog den Zitterfox eindeutig vor, ganz zu schweigen von solchen Überflüssigkeiten wie der BRAVO, da stand natürlich auch nur Kokolores drin, aber die lieben Kinderchen kauften die ja nur wegen der Poster und Starschnitte, nicht etwa wegen der Dr.Sommer-Seite oder so, nicht?
Klar, die gegebenen Beispiele für die jugendliche Oberflächlichkeit sind überzeugend, ohne Frage, Koma-Saufen und der Herr Bieber gehen natürlich gar nicht, das sind auch rein der Jugend von heute zuzuschreibende Erscheinungen, früher gab's sowas nicht, da wurde nicht gesoffen, vor allem kein Schnaps, nein, und diese vier Jungens aus Liverpool waren auch nur Legenden, genau wie die femininen Sprösslinge der 40er-Jahre, die bei deren Anblick reihenweise in Ohnmacht fielen. Facebook-Mobbing, warum sollte sich damit jemand beschäftigen, es geht ja nur um eine andere Auswucherung von Mobbing, was es schon seit Jahrhunderten gibt, nur eben in anderer Form, nicht online sondern durch direkte Ausgrenzung, Verhöhnung und dergleichen, was - in meinen Augen - nicht minder schlimm ist, und sich auch zuhauf in den zwei, drei Generationen findet, die ja so gelangweilt auf das herunterblickt, was laut dieser Kolumne die "Jugend von heute" ausmacht.
Ferner:

Das höchste und wertvollste Gut des Jugendlichen ist die Musik. Die Musik, die den Anspruch erhebt, von heute zu sein. Deren Erzeuger verehrt die Jugend wie Götter und opfert ihnen sein ganzes Taschengeld.


Hätte mir das jemand im Gespräch gesagt, hätte ich wohl nur gefragt "Von welchem Stern kommst du denn?"
Klar, gibt es sie, die, die in ihre Facebook(früher Schüler-VZ)-profile "Musik ist mein Leben!!!" posten und im Endeffekt keine Note lesen und keinen einzigen Ton treffen können, wenn sie versuchen, Beyoncé, Rihanna und Co. nachzueifern, aber von einigen Fällen auf die Allgemeinheit zu schließen, ist genau wie die ganze Kolumne, in meinen Augen einfach anmaßend. Irgendwie fehlt mir hier der ironische Unterton, der die Aussagen relativiert.

Der hehre Geist des Individualismus durchweht sie, die Jugendlichen, doch sie sitzen einem Missverständnis auf. Kaum eine soziale Gruppe handelt so einheitlich wie die Jugend. Der jugendliche Non-Konformismus ist eine contradictio in adjecto; Jugendliche kleiden sich non-konformistisch, in dem sie sich kleiden, was diese Gesellschaftsschicht für non-konformistisch hält, ergo was alle tragen.


Und dann? War auch das nicht - mit Verlaub - immer schon so? Was sollten denn, der Meinung des Kolumnisten nach, Jugendliche heute tragen, um weder konformistisch noch non-konformistisch zu sein? Die taubenblauen Kostümchen von anno tuck, aus dem Schrank der Oma geklaut, oder den steifen, soliden Zweireiher? Klamotten selbst häkeln und klöppeln? Oder vielleicht einfach doch nur das, was sich in den Geschäften findet? Ähem. Mal ganz davon abgesehen, sehe ich im Kleidungsstil oft keinen Unterschied zwischen - wieder mal verallgemeinert - "der Jugend" und der Elterngeneration derselben. Die sich ja auch ganz offiziell für "jung" hält, nicht selten zumindest. Manchmal ziehe ich Klamotten meiner Mutter an, oder andersherum. Selbst meine Oma trägt manchmal Jeans, btw.

Die Erwachsenen von morgen sind unsere Zukunft.


Was ja nun eigentlich zwangsläufig mit "Der Jugend von heute" gleichzusetzen ist, oder etwa nicht? Irgendwie springt mir aus den Zeilen dieser Kolumne eine extreme Abneigung der Jugend an sich gegenüber entgegen, oder was der Kolumnist auch immer dafür halten mag. Der wahrscheinlich (Achtung, unlautere Behauptung mit hemmungslosem persönlichem Angriff!) nie selbst durch diese irre und wirre Zeit gehen musste. Gott sei's gejubelt und gepfiffen.
Und doch wird ein Großteil der Jugendlichen, die ihr Leben auf den Bieber (für die Generation Ü40 gibt's analog dazu "den Wendler", der sich ja jetzt nicht mehr so nennen darf), Alkohol, glitzernde Vampire und Erstie-Parties (Flip-Flops? Also wirklich!) ausrichten, und auf nichts sonst, irgendwann im Anzug hinterm Bankschalter sitzen, die Schüppe auf dem Bau schwingen, falls solche Ausbildungsberufe nicht irgendwann prestigemäßig völlig in den Boden gestampft werden, oder den älteren Generationen im Altenheim die Vorlagen wechseln und andere schöne Dienste leisten. Und ihren eigenen Kindern sagen: "Damals, bei uns, da war eh alles besser" und "Ach, die Jugend von heute". Insofern: Was bringt das Aufregen, ist es nicht im Prinzip scheißegal, wie die Jugend tickt? Wir werden schon... und wenn nicht, dann hat wohl irgendjemand bei unserer Erziehung und moralischen Prägung etwas grundfalsch gemacht... welche Generation das wohl wieder war...?
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Matthias_B
Kommentar von Matthias_B (06.09.2013)
Ein selbstgerechtes Wortgericht mit kräftiger Empörungswürze aus der Relativismusküche. Zu den (rhetorischen) Fragen: Nein, war nicht schon immer alles so (siehe die Kommentare). Zudem ein Beispiel: Technische Möglichkeiten und Konsequenzen des zeitgenössischen Internetmobbings in ihrer scheinbar unbegrenzten bzw. nicht oder nur schwerlich einzuschränkenden Dimension können eigentlich nicht mit jenen der lokal und zeitlich beschränkten Ausgrenzung in früheren Zeiten gleichgesetzt werden. (Nein, so etwas mach(t)en nicht nur Jugendliche).
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Der gute Hirte auf Tauchstation (12.04.10)
Und was ist mit meinem Dimmer? (29.03.10)
Bilder (15.03.10)
The youth is dead – long live the youth. (07.03.10)
Wie frei ist vorbei? (22.02.10)
Wessen kann ich mir gewiss sein? (15.02.10)
Meine Oma (08.02.10)
Die Scham des Deutschen (26.10.09)
Regenwurmtage – was ich beim Warten über Kinder gelernt habe. (12.10.09)
Die alte Frage und eine ganz persönliche Antwort (05.10.09)
Mind the gap between the train and the plattform (21.09.09)
Der Nutzen von Phobien, oder: Warum jeder Mensch Ängste hat. (14.09.09)
Angewendete Politik: Maßnahmen gegen die Bildungsmisere – 7 Gebote zur Bildungsapokalypse (10.08.09)
Mit Recht gegen Rechts? (03.08.09)
Vereinsheim Deutschland (27.07.09)
(Sinn)voller Boykott (08.06.09)
Illusionen und ein wenig Bildung (13.04.09)
Lieber Märchenonkel (23.02.09)
Bewusstsein und das Leben in dieser Welt (10.11.08)
Ciao (30.06.08)
Pinocchio (16.06.08)
Deutsch sein (09.06.08)
Minden (02.06.08)
Währungen (28.04.08)
Prominenz (21.04.08)
Rumblechen in the Forum (14.04.08)
lemminge (31.03.08)
Man nehme sich Zeit und lasse sich treiben & Neue Zeiten (11.02.08)
Anekdoten (28.01.08)
Selbsthilfekolumne (21.01.08)
Frohes Fest (24.12.07)
KV-Projekte (17.12.07)
Weihnachtsplätzchen (12.11.07)
Vorurteile (22.10.07)
Ein Idiot (01.10.07)
Paul G (24.09.07)
Leo (03.09.07)
Vom Suchen und Finden einer Kolumne! (30.07.07)
Gewohnheit (16.07.07)
Herz von Marburg, und:... (09.07.07)
Ein Hamster (11.06.07)
(K)ein Wuppertal (21.05.07)
Details (30.04.07)
Ein Gleichnis (09.04.07)
Christiania (26.03.07)
Jugend treffen (19.03.07)
Erster Versuch (26.02.07)
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