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Jugend und mehr – oder weniger


Die Kolumne des Teams "Montagsteam"



Montag, 09. April 2007, 00:18


Ein Gleichnis

von wupperzeit


Kürzlich, ich liebe dieses Wort, also: kürzlich haben wir in Papenburg gelesen, ich erinnere mich da an vieles gerne zurück, aber um einmal zu erzählen, warum ich an den Erfolg im Detail, an die Freude im Detail glaube; - eine Begegnung:

Veranstalter der Lesung war die VHS Papenburg, für uns war die Lesung kostenlos, also die Werbung, die Saalmiete, usw., an den Eintrittsgeldern waren wir aber nicht beteiligt, aber: keine Kosten, wie gesagt, von den sonstigen Vorteilen einer Lesung einmal abgesehen. Die Eintrittsgelder musste jemand kassieren, eine Studentin, die auch für die Auf- und Abbauarbeiten mit zuständig war, bis zum Beginn der Lesung. Danach wollte sie nach Hause gehen, ich habe sie eingeladen, ein wenig zuzuhören, wir würden Pausen machen, da könne sie unauffällig verschwinden, falls sie keine Lust mehr habe, oder während meiner Moderation, stört mich nicht, wenn jemand da leise geht, sie hatte keine Zeit, aber ließ sich überreden. Nach der Pause war sie immer noch im Raum, ganz hinten, zwar, also ständig, wie soll ich sagen: fluchtbereit, aber, um es kurz zu machen: sie blieb schließlich bis zum Schluss.

Danach haben wir uns noch unterhalten, über ihr Studium, über uns: den Verein, das Forum, die Jugendarbeit, und wie man darauf kommt, selbst zu schreiben, zu veröffentlichen und auch öffentlich zu lesen, über Papenburg, über Gott, über die Welt, ein sehr angenehmes Gespräch. Vielleicht veröffentlicht sie bald bei uns, sie hat früher auch geschrieben, - ganz merkwürdig für mich, wenn Zwanzigjährige „früher“ sagen, - und am Schluss wollte sie nicht mehr zu unserer Feier kommen, zu viel zu tun, Examensarbeit, aber wir haben uns die Hand gegeben, und sie sagte:

„Aber ab jetzt sind wir ja „per Du“, als Fastkollegen,“, und ich habe geantwortet:

„Und auch sonst…“,

duzen wir uns seit diesem Abend, und ich denke: ich duze mich mit vielen Menschen, mit denen ich lieber „per Sie“ kommunizieren würde, und in Gedanken mache ich das auch oft. Und dass es eine Begegnung war, bei der man von vornherein weiß, dass man sich oft wiedersehen wird, oder nie, vielleicht einmal ein Thema für eine andere Kolumne, demnächst. Jedenfalls:

Sie ist geblieben bis zum Schluss, obwohl sie dort nur einen Job machen wollte, und auch nachher hatte sie noch ein paar Minuten Zeit, vielen Dank, und wenn man daran denkt, dass viele nur auf den oberflächlichen Applaus hören oder darauf erpicht sind, und ihren Erfolg daran messen oder gemessen haben wollen, für die sich aber niemand Zeit nimmt, der eigentlich gar keine hat: fast eine Metapher, nicht wahr, oder, weil wir Ostern feiern, oder einige von uns: ein Gleichnis?Nehmen Sie es, wie Sie wollen, nehme es, wie Du willst:

Einen schönen Tag, Frau Studentin, keine Namen, wie Du weißt, und ein sehr frohes Osterfest Dir und Deinen Lieben, - und Ihnen und Dir:

Einen schönen Tag, und: Frohe Ostern.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


BrigitteG
Kommentar von BrigitteG (09.04.2007)
Gib's zu, Andreas - Du hast Deinen ganzen Seelenwuppercharme ausgepackt, sie war hin und weg und hätte sich auch zwei Stunden lang "Deutschland sucht den Superstar" angesehen... Ende von Off topic und den Schönen-Tag-Wunsch gebe ich gerne und herzlich zurück, Brigitte.
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ViolaKunterbunt
Kommentar von ViolaKunterbunt (10.04.2007)
Schön! - Dein Schreibstil - das Gleichnis - die Erinnerung an Papenburg - einfach schön. Dank Dir. - Liebe Grüße, Viola
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