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Jugend und mehr – oder weniger


Die Kolumne des Teams "Montagsteam"



Sonntag, 16. Mai 2010, 22:20


Von einem Monat in Amerika, oder „Wem schießen wir denn heute ins Bein?“

von Unbegabt


Als ich vielleicht 10 Jahre alt war, kam meine Cousine gerade aus Amerika wieder, sie hatte dort ein Auslandsjahr mehr oder weniger erfolgreich verbracht. Auch wenn ich damals noch klein war, blieb mir eine Geschichte, die sie erzählte, im Gedächtnis erhalten. An genaue Einzelheiten erinnerte ich mich allerdings nicht, das was ich noch weiß ist, dass ihr, aus welchem Grund auch immer, ins Bein geschossen wurde. In der Schule!
Dem entsprechend aufgeregt war ich also, als ich mit meinem Kurs von insgesamt 17 Menschen in Atlanta (Georgia) aus dem Flugzeug stieg. Das war am Donnerstag, dem 4. März.
Hierzu einen kleinen Ausschnitt aus meinem „Speak you English?“-Dokumentationstagebuch.

„Arriving. Thursday, 03/04/2010

Erster Flug meines Lebens liegt hinter mir. Es war echt nervig durch die ganzen Sicherheitskontrollen zu müssen. […] Zug ist und bleibt mein bevorzugtes Transportmittel!
P.S.: Bis jetzt habe ich noch niemanden schreiend am Boden gesehen, weil ihm ins Bein geschossen wurde...“

Was mir später – nach dem Monat in Amerika – aufgefallen ist, ist dass sich dieser Letzte P.S.-Satz anhört, als wäre ein solcher Anblick eine Art Touristenaufhänger.
„Warten Sie nur ab! Morgen sehen wir bestimmt einen Elefanten!“ - der einzige Unterschied besteht, dass es sich um einen Angeschossenen handeln würde. Nun, wie auch immer. Weiter im Text.

Die Ankunft in meiner Gastfamilien vertrieb erst einmal den Gedanken an halsbrecherische Verfolgungsjagden aus meinem vorurteilsbehafteten Kopf. Wie sich herausstellte, hatte ich echt Glück mit meinen „hosts“. Das Haus war weder dreckig, noch hatte ich eine Familie erwischt, die „typisch-amerikanische-Essgewohnheiten“ pflegten.
Klartext: Bei mir wurde auch gekocht.
Recht lecker sogar. Viele meiner Mitfahrer/innen hatten da nicht ganz so viel Glück. (Hier bitte den hämischen Unterton registrieren!)
Auch mit meiner Gastschüler verstand ich mich blendend. Ich war also – fast – rund um zufrieden.
Nur hatte ich noch immer keinen angeschossenen Amerikaner erblickt.

Bald wurde das Englisch für mich selbstverständlich – ich merkte nicht einmal mehr, wenn ich beim Führen meines Tagebuchs ins Englische wechselte. Was ziemlich amüsant im Nachhinein ist.
Zitat:
„Sitze grade in der Schule, it's ten befor 9 o'clock. […] Nachher fahren wir zum BBQ in the park mit der ganzen Gruppe.“
Kein Witz, das hab ich geschrieben – und ich hab es nicht mal bemerkt.
Einige weitere Sätze waren z.B.
„Es ist doch ganz schön different here.“, oder
„Heute sind wir nach Atlanta Downtown gefahren, but it was raining very hard […]“
Also lamentierte ich auf perfekten Denglisch vor mich hin, obwohl ich die gesamte Zeit insgeheim ziemlich genoss. Die Schultage waren natürlich megamäßig „boring“, da die Amerikaner jeden Tag die selben Fächer in der Schule haben. Ich hatte also fast 3 Wochen lang im 1. Block „German“, im 2. „Language Arts“, im 3. „Math“ und im 4. „Physics“ - mir fehlte schon nach dem 2. Schultag der Antrieb dem Unterricht auch nur ansatzweise zu folgen.
Zu meiner Enttäuschung sah ich immer noch keine schwerbewaffneten Security Männer, die unschuldigen Schülern ins Bein schossen. Vielleicht doch alles nur Lüge? Langsam zweifelte ich an der Ehrlichkeit meiner Cousine, oder an meiner Erinnerung an ihre Geschichte damals. Vielleicht auch an beidem. Aber sie hatte das so erzählt!
Oder etwa nicht?

Und auch als sich meine Gastschülerin und ein Junge aus meinem Kurs sich ineinander verliebten, sie einen kompletten Tag die Schule schwänzten (Was in Amerika, wenn es denn rauskommt, ungefähr wie Körperverletzung geahndet wird.), und die halbe Schule nach ihr und Marius suchte, sah ich keinen einzigen bewaffneten Mann mit angeschlagener Waffe auf eine flüchtende Person zielen – geschweige denn schießen.

Da bleibt nur noch eins zusagen: Oh my Gosh, that's so weird!

P.S.: Die beiden – also meine Gastschülerin und Marius - sind immernoch ein Paar – vor 2 Wochen buchte er seine Flüge für den Sommer.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


Fremdkoerper
Kommentar von Fremdkoerper (17.05.2010)
klischees sind wirklich manchmal weird (obwohl sie sometimes ziemlich spaß machen)... aber in deutschland, wo michael moore mindestens genauso viel erfolg (wenn nicht sogar noch mehr) wie in den usa hat, kann man das gar nicht oft genug betonen. volltreffer!
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Kommentar von tausendschön (17.05.2010)
echt witzige kolumne im sinne der völkerverständigung. cool!
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (17.05.2010)
Gertrude Stein war es, glaube ich, die einmal über die USA geschrieben hat, in den USA gäbe es mehr Orte, an denen niemand lebt, als Orte, in denen jemand lebt, und das sei entscheidend für den Charakter der Amerikaner… Fiel mir gerade fast zufällig ein, nachdem ich Dein sehr gutes Kolumnendebut gelesen hatte, meinen Glückwunsch zu der Kolumne, und meinen Glückwunsch, dass Du nicht angeschossen wurdest und wieder Deutsch sprichst, und Englisch sprichst, und nicht beides gleichzeitig, Andreas
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