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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Samstag, 07. Juli 2012, 22:23


"Apfelmus generieren"

von m.o.bryé


Mit Beginn des Studiums scheinen Entwürfe wieder legitim zu werden, für die man in der sechsten Klasse verbal verdroschen worden wäre. Bezüglich der Einfachheit. Diese Beobachtung spaltet mich zwie, ich bin abwechselnd angenervt und kinderglücklich.

Natürlich sind Experten, als welche man seine Dozenten und Dozentinnen mit etwas bis viel Glück annehmen kann, um Längen sensibler für Details und subtile Ideen oder Hintergründe als beispielsweise Schullehrer, wodurch sich dieses Phänomen bereits zu einem großen Teil erklärt. Ob man eine Professorin der Medientheorie oder einen Oberstudienrat mit Überlegungen zu Zusammenhängen zwischen Sichtbarkeit und Realität konfrontiert, ist nun mal ein Unterschied. Außerdem scheint sich hier das Phänomen zu intensivieren, dass man nach den Sommerferien der zehnten Klasse plötzlich von den gleichen Menschen viel respektvoller behandelt wird, obwohl man einfach nur sechs Wochen gealtert ist. Von Studierenden nimmt man wohl einfach bereitwilliger an, dass sich hinter ihren Aussagen tiefergehende Überlegungen verbergen und ist dann auch wohlwollender im Entdecken von entsprechenden Anzeichen. Wird entsprechend ein Satz wie „Der Raum ist so groß wie ich weit gehen kann“ von einem Vierjährigen krakeelt, ist das eher kindlich naiv und süß; sagt das jemand im vierten Semester (in nüchternem Zustand und entsprechendem Kontext), darf man annehmen, dass es als philosophischer Ansatz gemeint ist.

Dozenten, die sich aus pädagogischen Ansätzen in dieses Raster fügen, möchte ich keinen (kaum einen?) Vorwurf machen. Immerhin hilft dieses Ernstnehmen Studierenden auch, sich selbst in ihrem Tun ernst zu nehmen. Finde ich jetzt.

Nervig wird es, wenn der geistige Hintergrund des betrachteten Werks (Frage, These, Entwurf, bla) in den beiden oben angeführten Fällen ungefähr der gleiche ist (und es sich dabei bei dem Vierjährigen nicht um einen außergewöhnlichen Fall von Hochbegabung handelt). Tatsächlich scheint es sich deprimierend häufig um das zu handeln, was eine Dozentin von mir einmal mit „Apfelmus generieren“ betitelt hat. In diesen Fällen werden Banalitäten gefeiert indem sprachlich aufgemotzt. Apfelmus also beispielsweise nicht gekocht oder gemacht, sondern generiert. Und obwohl Apfelmus vielleicht sehr lecker ist und manchmal auch raffiniert abgeschmeckt, wirkt es absurd und auf Dauer auch sehr ermüdend, sich zu xt darum zu versammeln und reihum vor sich hin nickend „Sehr geil, mhm, steh ich voll drauf, ja“ zu murmeln.

Ich steh durchaus auf feinjustierte Sprache und bin an sich auch recht angetan von zum Beispiel branchenspezifischen Jargons, die dann zum Teil nun mal hochgestochene Begriffe für einfache Tätigkeiten verwenden und sich damit dann eben eher auf Wirkung oder Charakter eines Vorgangs denn auf die Tätigkeit selbst beziehen. Webt man sich aber durch solche Begrifflichkeiten ohne eine überzeugende praktische Entsprechungen gegenseitig und gemeinsam in einen Kokon der Einfachheit ein, finde ich das beunruhigend, weil man früher oder später droht, sich die Maßstäbe zu verschieben und einen klaren Blick für die tatsächliche Qualität der eigenen Arbeit zu verwaschen.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


MagunSimurgh
Kommentar von MagunSimurgh (08.07.2012)
Ich habe denselben Eindruck, wenn ich sehe, wie Dozenten Referate beurteilen. Es ist wirklich erstaunlich. In der Zeit oder der FAZ regt sich hie und da mal ein Professor über Kuschelpädagogik auf, doch im Großen und Ganzen ist es mir oft ein Rätsel, was die Dozenten wirklich denken könnten.

Meinen sie wirklich, dieses unstrukturierte Irgendwas ist eine einem Studierenden angemessene Prüfungsvorleistung? Oder denken sie "Schrott", dürfen es nur nicht sagen, weil dann die Studentenvertreter in die Luft gehen? Oder ist es ihnen mittlerweile egal? Ich weiß es nicht.

Allerdings erlebte ich auch das Gegenteil: Dozenten, die derart in ihrer eigenen Naturwissenschaftlerblase leben und aufgehen, dass sie vom Rand der Blase nur noch ihren selbst gegebenen Applaus hören. Die dementsprechend Studierende unbesehen erniedrigen und darin auch noch Gefallen an sich finden. (Das war jetzt sicher einer übertriebene Beschreibung des Einfachen. - lach.)

Einen schönen Sonntag.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (08.07.2012)
Was Mobrye hier beschreibt ist, dass die Infantilisierung unserer Gesellschaft nun in den Hörsälen angelangt ist. Die "Erstis" von heute haben Rowling gelesen und nicht Proust, sie haben "Ice Age" im Kino gesehen und nicht Hanekes "Funny Games". Das eigentliche Schmerzliche daran ist, dass ihnen dabei nichts peinlich ist. Ich beginne, Gespräche mit Jungstudenten über ihre Studiumsinhalte zu vermeiden. Nicht, dass ich schon alles wüßte, aber diese naive Blauäugig- und Wikipediaabhängigkeit geht mir auf die Nerven...
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