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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Samstag, 11. August 2012, 23:24


home sweet home (passt nicht ganz)

von m.o.bryé


Bei einem Bewerbungsgespräch musste ich mich neulich zum Thema „Heimat“ äußern. Worauf ich nicht vorbereitet war. Assoziativ ist Heimat bei mir als langweilig besetzt; außerdem denke ich an sanft geschwungene Hügel mit sonnenbeschienenem Mischwald und an breites Hunsrücker Platt. Zum Teil liegt das sicher an der Gegend, in der ich aufgewachsen bin sowie auch an der Filmreihe „Heimat“, die in dieser Gegend spielt, in der ich aufgewachsen bin – in einer Zeit, in der Autos etwas Besonderes und alle Dorfbewohner Bauern oder Nazifunktionäre sind, wenn ich mich richtig erinnere. Aber auch an dem Wort selbst, daran, wie es gebraucht wird und wo es auftaucht.

Heimatdichtung, Heimatmalerei, Heimatverein und all das hüllen das Wort für mich in den Inbegriff des Biederen. In der Überzeugung, dass sich eigentlich etwas Positives dahinter verbergen sollte, habe ich irgendwann schon mal damit begonnen, Heimat allmählich von Kindheit und dem Aufwachsen zu trennen. Nach wie vor steht es für mich im Gegensatz oder zumindest getrennt vom kuschligeren „Daheim“, das ich derzeit als potentiellen Ausdruck für ein lokal gebundenes Gefühl von Vertrauen und Zufriedenheit sehe. „Daheim“ wäre also gewissermaßen eine Einstellung, die sich in irgendeiner Herzkammer häuslich eingerichtet hat oder auch nicht, ab und an die Wände umdekoriert und sehr unregelmäßige Schlafenszeiten hat. „Heimat“ dagegen ist für mich eine abstraktere, weniger emotionale und vor allem auch weniger flexible Angelegenheit. Stattdessen handelt es sich vielleicht um eine Art theoretisches Konstrukt. Eine Form der Utopie, die nicht fremd ist, sondern vertraut und auf verklärte Weise freundlich. Dabei allerdings überwiegend fern, vergangen oder unerreichbar.

Was macht die Heimat dabei aber zur Heimat statt beispielsweise zum perfekten Urlaubsziel? An diesem Punkt weiß ich schon nicht mehr, ob man bereits alles andere der Subjektivität überlassen muss oder ob man nicht noch sagen könnte, dass Heimat etwa Sicherheit ist und örtlich begrenzt. Oder allgemeiner gesprochen: Ob Heimat (im Idealfall vielleicht auch nur, ich komme grade wieder durcheinander) also für jeden das gleiche bedeutet und sich inhaltlich nur unterschiedlich definiert oder vielmehr in weiten Teilen unabhängig von der Person das gleiche ist und man sich entsprechend einfach sehr verschieden dazu positioniert. Siehe Wahlheimat und Heimatlose. Dass Heimat grundsätzlich einen subjektiven Kern hat, habe ich für mich vorerst außer Frage gestellt. Dieser Kern könnte beispielsweise in Zusammenhang stehen mit einem Wachsen oder auch einem Prägen. Heimat also als das Resultat eines (längeren) Prozesses oder als sich ständig aktualisierendes Zwischenergebnis eines oder vieler Prozesse.

Die Frage, an der ich vor allem und immer wieder hängen bleibe, ist vor allem im Zusammenhang mit den bereits erwähnten Begriffen der „Wahlheimat“ und des „Heimatlosen“ diejenige nach dem Recht oder gegebenenfalls der Arroganz, von beispielsweise einem Ort als „Heimat“ zu sprechen. Vor wem sollte man sich letztlich rechtfertigen müssen als vor sich selbst? Die Heimat schreibt man sich schließlich nicht ins Facebookprofil, man gibt sie üblicherweise auch nicht im Personalausweis oder in der Selbstdarstellung bei keinverlag an und verwendet den Begriff selten bis nie während eines Smalltalks (und falls doch ist vermutlich sowieso etwas merkwürdig). Dennoch erscheint es arrogant oder größenwahnsinnig, als seine Heimat einfach den coolsten bisher aufgesuchten Ort zu betrachten. Oder den Ort, an dem man grade lebt, obwohl man ihn (noch) nicht kennt. Die Sache technisch anzugehen und sich unreflektiert auf seinen Geburtsort festzulegen hat wiederum etwas Naives. Unter diesen Gesichtspunkten scheint nun bei mir beispielsweise nichts richtig einzurasten, wenn ich die Heimatschablone an meine bisherigen Wohnorte anlege. Mich als „heimatlos“ zu bezeichnen habe ich allerdings, fürchte ich, ebenfalls kein Recht, weil das Dinge wie Ungebundenheit, Exil oder andere krasse Dinge suggeriert. Demnach gäbe es Menschen, die (noch) keine Heimat haben. Ob das aber ein vorübergehender Zustand ist oder wieder eine möglicherweise flexible Einstellung: weiß ich (noch) nicht. Eigentlich verhält es sich für mich nach wie vor so, wie Hel von keinverlag einmal in einem wunderschönen Text geschrieben hat: „und heimat bleibt ein wort“.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (12.08.2012)
Jedenfalls gibt es das große Bedürfnis eines Menschen, eine Heimat für sich zu suchen. Und die Kriterien, um den Ansprüchen an ein Heimatgefühl zu genügen, scheinen sehr unterschiedlich, von dem tumben Gleichsetzen eines Geburtsortes und dessen Verherrlichung als Idol der Nazis bis hin zur differenzierenden Suche des Anspruchsvollen. Und darin liegt, meiner Meinung nach, auch die Antwort begründet auf die Frage, wo und wie diese Heimat zu suchen und zu finden ist: Sie liegt in der intellektuellen und emotionalen, psychischen Physiognomie des Einzelnen begründet, seine Ansprüche an das Leben überhaupt spiegeln sich in dem wieder, was man als Heimat empfindet.

„Die Heimat nie-“ schrieb Benn, und man sagt: Heimat ist da, wo man liebt und geliebt wird. Max Frisch hat sich einmal sehr beliebt gemacht bei seinen Landsleuten, als er seinen eigenen  Heimatbegrifferläuterte…Usw.

Und m.o.bryé schrieb diese ausgezeichnete Kolumne.
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