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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Samstag, 25. August 2012, 21:47


Life is pain

von Fremdkoerper


Die Jugend und die Kriegsgeneration werden zustimmend nicken. In altenglischer Schrift ins Bein genadelt, trug dies ein Vater mittleren Alters auf dem Kinderspielplatz. Ohne Zweifel, an einem solchen Ort, der schon Zeuge vieler Schmerzen und Schreie wurde, hat ein solcher Spruch eine humorvolle Berechtigung („Tattoo is pain“ wäre aber definitiv lustiger). Er macht aber auch auf eine Gemengelage zwischen Resignation und Hass auf das Glück aufmerksam, die sich durch die Menschheitsgeschichte zieht und immer dann in Anschlag gebracht wird, wenn es um die - ob in Theorie oder Praxis - angebliche Verunmöglichung eines besseren irdischen Daseins geht.

Sicherlich sind Menschen, die das Leiden zelebrieren, also existentes Leiden gewissermaßen vervielfältigen und an Schmerz und Selbstverletzung Gefallen finden, im Großen und Ganzen harmlos. Im Kern verhindern sie aber auch die Befreiung vom Leid, indem sie den Schmerz zur Droge, mit der sie jenes ertragen, machen. Wenigstens geschieht dies aber auf subjektiver Ebene und das Recht eines jeden, über seinen Körper frei zu verfügen, ist notwendige Voraussetzung zur Verminderung von Leiden. Im Gegensatz dazu hat die gefährlichere Stahlbad-Fraktion weitaus größere gesellschaftliche Wirkmächtigkeit und findet besonders im Bereich geschlechtlicher Rollenbilder noch großen Einfluss, wie erst kürzlich eine Bierwerbung mit den Worten „Das Leben gibt‘s auch nicht in light“ unmissverständlich deutlich machte. Bei der Diskussion um den überall herbeigeredeten „neuen Mann“ muss schon aus Gründen vermarktungstechnischer Abwechslung irgendwann der Backlash kommen, aber ob es überhaupt mal gesellschaftlich in größerem Maßstab eine Phase von „Light-Männern“ jenseits medialer Besprechung gab, bleibt indes fraglich.

Man darf auf keinem Fall einer Fortschrittsteleologie das Wort reden, denn im Rahmen einer solchen müssen Stalinismus und erst recht die Shoa unbegreiflich bleiben. Man kann aber durchaus eine phasenweise Verbesserung der Lebensumstände erkennen und begrüßen. Es ist sowas von in Ordnung, dass dank der Technisierung, so wenig sie um der Menschen selbst willen geschieht, immer weniger Menschen harte, mitunter sogar lebensgefährliche, körperliche Arbeit verrichten müssen, auch wenn die Elterngeneration ihre gegenüber den modernen Bequemlichkeiten so undankbaren Sprösslinge gerne mal wieder in der Produktion sehen würde, „damit sie mal lernen, was Arbeit heißt. Hat ihnen selbst schließlich auch nicht geschadet.“

Irrtum. Hat es ganz sicher, sonst würden sie die selbst einmal erlebten Entbehrungen nicht für andere einfordern. Der Schaden, den sie einst erlitten wird entweder gar nicht mehr als solcher wahrgenommen oder wird aus plumpen Neid auf Menschen, denen es besser ergeht, weiter für notwendig erachtet. Im schlimmsten Fall werden Leid, Schmerzen und Entbehrung sogar als positiv für das soziale Zusammenleben, dass solche ‚Kriegssozialisten‘ von einer egoistischen Spaßgeneration bedroht sehen, erachtet. „Früher hätte es das nicht gegeben!“ Oft persifliert, übernehmen viele Menschen mit zunehmenden Alter denselben Duktus, über den sie bei ihren Großeltern und Eltern gelacht haben, falls sie es konnten. Nur steckt, unter diesem Zusammenhang betrachtet, in der Früher-war-alles-besser-Leier keine rückwärtsgewandte Utopie auf ein schöneres Leben, dass es mal gegeben hätte, sondern entweder ein pervertierter Liberalismus, der Genuss nur als Folge von Mühe akzeptiert, oder die Rückbesinnung auf ein kuscheliges Elendskollektiv, das seine Leiden dermaßen verinnerlicht hat, dass es jeden Gedanken an ein besseres Leben schon längst aufgegeben hat, wahrscheinlich spätestens seit der Ausbildungszeit (Lehrjahre sind keine Herrenjahre!), Bund, NVA oder Zivilverteidigungslager.

In einem Leben, das unerträglich und schmerzvoll ist und in einem Leben, in der Leid und Schmerz zum Ideal stilisiert werden, muss der Tod als Erlösung scheinen. Entweder ist man im Bewusstsein des schmerzhaftesten menschlichen Moments völlig im Kollektiv, dass sich auf Heideggers „Sein zum Tode“ gründet, aufgegangen, oder man empfindet den Tod als Durchgang ins bessere Jenseits, den Zustand des Glücks, der auf der Erde unerreichbar ist. Beide Formen der Todessehnsucht verneinen den utopischen Gedanken des besseren Daseins, der auf die Spitze getrieben immer auch der Kampf gegen das Sterben ist:
Ohne die Vorstellung eines fessellosen, vom Tod befreiten Lebens kann der Gedanke der Utopie nicht gedacht werden. (Adorno)


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


bookishasearlgrey
Kommentar von bookishasearlgrey (26.08.2012)
Habe diese Kolumne schon bespickt, heute nacht, und ihr angelesen, von wem sie ist. Ich mag die Kolume so sehr, und v.a. auch das Ende, weil sie etwas liefert, was selten ist, und mir noch nicht zu gelingen vermochte: Rationale Gruende fuer die Lebensbejahung zu formulieren. Kann mich also nur asche_und_zimt anschliessen: Danke.
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Fremdkoerper
Kommentar von Fremdkoerper (26.08.2012)
jack,
dass das erfahrene Leben noch nie etwas anderes als Leid, Schmerz und Entbehrung war , habe ich nicht behauptet. die frage ist, warum erfahrenes leid, obwohl es oft sogar durchaus als solches erkannt wurde, rückblickend geleugnet, anderen an den hals gewünscht, oder in sein gegenteil verkehrt wird. ich würde mich hier mehr um psychologie als um reine ideologiekritik bemühen, wobei man erstere für letztere auch oft braucht, aber ich hab, da ich kein psychologe bin, mich auch nicht so sehr um gründe bemüht, sondern eher das problem dargestellt und warum es zu kritisieren ist. wenn das "harte leben" nicht mehr eine erkenntnis, die auf eigenen erfahrungen basiert, und damit subjektiv ist, sondern ein generalisierender selbstläufer, dann wird da mit sehr wohl die möglichkeit des besseren verneint, da nicht das eigene leben, sondern leben an sich hart sei - oder noch schlimmer, so sein müsse (weil charakterbildung, göttliche probe, schicksalskampf für höheres oder was auch immer).



danke euch beiden für das lob. ich schäm ich fast ein wenig, weil ich eigentlich viel mehr draus machen wollte, aber zeitlich kaum zu rande komm. schließlich sollte in so einer kolumne auch etwas über die mögliche schönheit des menschlichen daseins stehen, aber das ist mir beim schreiben irgendwie abhanden gekommen.
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