Login
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV angemeldet?
Jetzt registrieren!

Neu bei uns:
brettl (19.04.), Uwe_Deek (19.04.), Gerinnungsgefahr (18.04.), MCLeut (18.04.), GoldenGate (15.04.), The_Passenger (13.04.), BerndtB (11.04.), FraeuleinElfe (11.04.), ThomasF (08.04.), Moja (06.04.), Pluu (06.04.), Berlin_Geschichten (05.04.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Formatierungsmöglichkeiten:
[b]Fettschrift[/b]
[i]Kursivschrift[/i]
[u]Unterstreichung[/u]
[s]durchgestrichen[/s]

[quote]"Zitat"[/quote]
[pre]Monospace[/pre]
[color=red]Farben[/color]
[size=12]Textgröße[/size]

[align=right]rechtsbündig[/align]
[align=center]zentriert[/align]
[align=left]linksbündig[/align]

[text=67010]Link zu Text Nr...[/text]
[autor=name]Link zu Autor[/autor]
[url=werbefrei.php]interner Link[/url]
[exturl=http://abc.de]ext. Link[/exturl]
[email=ab@cd.de]eMail[/email]

Die Verwendung von HTML ist nicht gestattet.
Die vollständige Liste der Codes zur Formatierung ist hier zu finden.
Smileys:
lächelnd:):)
lächelnd:-):-)
schockiert:O:0
traurig:(:(
traurig:-(:-(
grinsend:D:D
Ätsch!:P:P
zwinkernd;-);-)
verärgert:gr::gr:
sorry:oh::oh:
Häääh?:?::?:
cool:cool::cool:
verächtlich:pah::pah:
lachend:lach::lach:
lachend:lol::lol:
gähnend:gaehn::gaehn:
ROFL:rofl::rofl:
keine Ahnung:?::??:

Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Samstag, 01. Juni 2013, 21:10


Freude

von wupperzeit


Schade eigentlich, dass eine gute alte Tradition auszusterben droht, die in meiner Jugend sehr gepflegt wurde, die so genannten Spieleabende. Man lud sich ein paar Freunde ein in seine Wohnung, stellte ein paar Getränke und Snacks zur Verfügung, und spielte dann einen Abend lang ein bestimmtes Gesellschaftsspiel nach vorhergehender Absprache oder spontaner Lust und Laune. Oft wurden diese Abende regelmäßig veranstaltet, zum Beispiel an jedem ersten Sonntag eines Monats. Diese Treffen galten der Pflege und Stärkung der jeweiligen Gemeinschaft, die man sich da eingeladen hatte, der Vertreibung drohender Langeweile an zumeist doch eher öde verlebten Sonntagen, und sie bereiteten oft etwas, was man als Intellektueller ansonsten scheut wie ein Blöder das Denken: Freude.

Gelegentlich haben wir „Grasobern“ gespielt, ein Kartenspiel mit zutiefst bayerischer Tradition, bei dem es, grob gesagt, darum geht, zu vermeiden, den ersten bzw. letzten Stich einer Spielrunde als Spieler zu machen oder zu erhalten. Gespielt wird mit den so genannten „bayerischen Karten“, mit vier Spielern, die gegeneinander spielen, normalerweise. Ausnahmen bilden die Varianten des „Bettelns“, das ausgerufen wird, wenn ein Spieler glaubt, keinen einzigen Stich während der Runde erzielen zu können, oder die des „Schleichens“, das ein Spieler ansagt, wenn er glaubt, alle Stiche eines Spieles zu erhalten. Eine weitere Variante des Ablaufes ist das „Rufmorden“: ein Spieler tauscht eine Karte seines Blattes und spielt von da an gegen alle Mitspieler alleine.

Man kann sehr viel lernen über den Charakter eines Menschen, wenn man mit ihr oder ihm einmal (beispielsweise: Karten) spielt. Ich selbst spiele am liebsten mit Menschen ohne besonderen Ehrgeiz, was das Gewinnen betrifft, die aus der Freude am Spiel selbst trotzdem zu gewinnen versuchen, aber es nicht als persönliche Lebenskrise werten, wenn sie einmal eine Runde oder einen ganzen Abend lang verlieren, und sich im Gegenteil freuen, wenn jemand mit mehr Glück oder Geschick gewinnt. Sie sind zumeist auch im allgemeinen Umgang angenehme Menschen, selbstbewusst, ehrlich und treu in ihrem Charakter, Menschen, die ich gerne zu meinen Freunden zähle. In Grasoberrunden spielen sie alle Varianten des Spieles gleich gerne und gut.

Eher langweilig ist es, mit vollkommen leidenschaftslosen Gegnern zu spielen, denen es egal ist, ob sie gewinnen oder verlieren, und deren Spieltaktik aus diesem Grunde ebenso eintönig ist, wie sie es als Typus im so genannten wahren Alltag sind: monotone, stumpfsinnige Charaktere, deren einzige Bedeutung für das Spiel und das Leben darin liegt, dass sie einen Raum füllen eben nur durch Anwesenheit, falls nötig, und nur gebraucht werden, wenn seriöse Mitspieler fehlen. Beim Grasobern spielen sie gerne „Bettel“-Runden, falls ihr Stumpfsinn einmal ausreicht, um die Initiative zu ergreifen, oder sie sich in die für sie absolute Notlage versetzt sehen, sich wehren oder angreifen zu müssen.

Suspekt sind mir die so genannten „schlechten Verlierer“, die von neurotischem Antrieb zum Sieg um oft jeden Preis Zerfressenen, die häufig auch „schlechte Gewinner“ sind, weil sie ihre Siege nur genießen können, indem sie Häme und Spott über die Verlierer, beispielsweise eines Kartenspiels, auskübeln bis zur Demütigung des Gegenübers. Diese Typen sind oft auch in anderen sozialen Interaktionen feige und hinterhältig aufgrund ihres schwachen Selbstbewusstseins, um ein Exempel ihrer zahlreichen psychischen Auffälligkeiten zu nennen, das sich nur aus der zum Glück oft: vermeintlichen Schwäche ihres Mitmenschen definiert. Sie nutzen alle Mittel, um ihre Ziele zu erreichen: sie betrügen beispielsweise im Spiel und sind im Alltag feige, verlogen und hinterhältig im Umgang, brutal gegenüber Schwächeren und devot dem Starken gegenüber, falls sie diesem einmal zufällig begegnen beim Spiel oder im Leben an sich. Normalerweise spielen sie lieber gegen und scheinbar mit schwächeren Gegnern, sind sie gezwungen, gegen ihnen überlegene Mitmenschen anzutreten, suchen sie Verbündete im (Karten-) Kampf gegen diese, oft Mitstreiter vor dem Herren, die ähnlich charakterlich und psychisch indisponiert bis krank sind wie sie selbst. Diese Wracks spielen natürlich gerne „Rufmorden“, nicht als Aktiver, der von seinem Sieg überzeugt ist, sondern als Zerstörer dieses potentiellen Gewinns. Hauptsächlich geht es ihnen dabei um die Zerstörung der Freude an dem Spiel und des Erfolges Anderer.

Und so weiter, könnte man schreiben, käme es bei einem Kartenspiel wie dem „Grasobern“ nicht spielentscheidend auch auf Glück an, auf die Kartenkombination, die man während einer Runde „auf der Hand hat“, wie wir Profis das nennen. So gesehen kann man Erkenntnisse aus dem Spielverhalten nicht absolut verallgemeinern, man braucht da weitere Kriterien und Anhaltspunkte für sein Urteil. Ich persönlich beobachte bei Gästen zusätzlich das Verhalten meiner Katze dem Eingeladenen gegenüber, und das Verhalten des Gastes zu meiner Katze…

Wie geschrieben dienen Spieleabende aber vorwiegend der Zerstreuung an öden, beispielsweise Sonntagen, und der Freude am Spiel an sich. Aber oft denke ich eben, während ich unterwegs bin, in einer Bahn oder beispiesweise hier im Forum, dass man gerade Grasobern spielt oder dass es gerade gespielt wird in allen seinen Erscheinungsformen. Oder schlimmer: dass Kollegen oder ich selbst in eine Partie gezwungen werden, an deren Teilnahme sie überhaupt kein Interesse haben, mit Mitspielern, die weder Sie selbst oder ihre Katze von sich aus auf ein Spiel einladen würden aus oben in der Kolumne genannten Gründen.

Das Leben ist kurz, das schreibt Ihnen ein Einundfünfzigjähriger, genießen Sie Ihre Zeit. Und laden Sie sich einmal wieder Freunde ein zu einem Spieleabend, und falls jemand, womöglich noch uneingeladen, Ihr Vergnügen zu stören versucht: Rausschmeißen den Pisskopf, falls nötig mit Hilfe ihrer Freunde im und am Spiel. Ich wünsche Ihnen so gesehen immer ein gutes Blatt auf der Hand und für heute:

Einen guten Tag.


Kein Thema
Sunny tanzt (06.07.14)
Schweigen und Schreiben (03.11.13)
Es kann nicht jeden Sonntag Ei geben. Schon gar nicht das Gelbe. (13.10.13)
Quatsch (06.10.13)
Klein Fritzchen (29.09.13)
Ach, ja ... (22.09.13)
Das lebt (15.09.13)
Müde (08.09.13)
Seilchen springen (01.09.13)
Lerm (25.08.13)
Sachzusammenhänge (18.08.13)
Gute Besserung (04.08.13)
Die "Göttliche Komödie" und Erbeershakes (28.07.13)
Nach nichts (21.07.13)
Ein Verein (14.07.13)
Agenda 2020 (07.07.13)
Disziplin der Entspannung (30.06.13)
Eine Heulsuse (23.06.13)
Gute Lehre, schlechte Leere (16.06.13)
Eine Antwort (09.06.13)
Freude (02.06.13)
Prioritäten (26.05.13)
Kolumbus (19.05.13)
Warum der Muttertag der bessere Frauentag ist (12.05.13)
Kreide auf X (05.05.13)
Dingmontage (28.04.13)
Habt ihr jetzt endlich genug erfahren? (21.04.13)
Das Wir und wir (14.04.13)
Wechselstrombatterien (07.04.13)
Büchertod (31.03.13)
Wir haben das Pläneschmieden kultiviert (24.03.13)
Die Blinden (17.03.13)
Es ist kein Elefant im Raum, also fang doch an mit mir zu sprechen. (10.03.13)
Eine und die Kolumne (03.03.13)
Wer mag, darf auch mal wieder weiße Kaninchen bemühen (24.02.13)
Warum wir alle super sind (17.02.13)
Nostalgie (10.02.13)
Langweilig (03.02.13)
Staub in Samtvorhängen (27.01.13)
Europa, erst einmal (20.01.13)
Weltgeist und Zufall (13.01.13)
Michael Jackson und andere Wechselgetriebe (06.01.13)
Böller statt Brot (30.12.12)
Nach Hause fahren (23.12.12)
Kantig (bzw. eben nicht) (16.12.12)
Raus aus der Schule! (09.12.12)
Trip ins Paradies (02.12.12)
fettzeit (25.11.12)
Der Autor ist untot (18.11.12)
Blut und Öl (11.11.12)
Usw. (28.10.12)
Windhunde (21.10.12)
Nerven (14.10.12)
Wetten, und: Dass? (07.10.12)
GENIESS DAS JETZT! (30.09.12)
Ein Unfall (23.09.12)
Ich trag Pink, und das aus politischen Gründen. (16.09.12)
Eine Leuchte (09.09.12)
Gründe (02.09.12)
Life is pain (26.08.12)
Im Hier. Und Jetzt. (19.08.12)
home sweet home (passt nicht ganz) (12.08.12)
Wichtige Sachen (05.08.12)
Rheinberg (29.07.12)
Wer bin ich? Und wenn ja, wie komplex? (22.07.12)
Verstehen Sie SPSS? (15.07.12)
"Apfelmus generieren" (08.07.12)
Kolumnen schreiben (01.07.12)
Postkartengrüße und Portraitmalereien aus Krakau (24.06.12)
Fahnenflecken (17.06.12)
300 Witze (10.06.12)
Mal was aus dem Leben (03.06.12)
Die Angst vor Fehlern oder: Auch die Götter in weiß würfeln wie wir (27.05.12)
Vorhang im Gesicht (20.05.12)
Der fundamentale Attributionsfehler und die Liebe (13.05.12)
A rush and a push and the words// that you write with are yours. (06.05.12)
Details (29.04.12)
Zusammenhänge (22.04.12)
Bindungen, Biegungen, Brechungen. (15.04.12)
Stolz, Ehrgeiz, Charakter (08.04.12)
Teamunfähigkeit (01.04.12)
Spitzomen (25.03.12)
das graue Sichten (18.03.12)
Warum die Hoffnung vielleicht zuerst stirbt (11.03.12)
Fern sehen (04.03.12)
Einigkeit und Recht und Freizeit. (26.02.12)
Respekt (19.02.12)
Rettet den Wettersmalltalk (12.02.12)
Gäste und Kunden (05.02.12)
Bier, Holz und Kind an Bord (29.01.12)
Weil es mich ärgert. (22.01.12)
Von Sprech- und Sprachstörungen (15.01.12)
II: Solche Scheißgedichte kann doch jeder Idiot schreiben. (08.01.12)
I: Ich schreibe, also bin ich. (?) (01.01.12)
Keine Zeit, muss Mathekalender machen (25.12.11)
Geschenke (18.12.11)
Altruismus (11.12.11)
I want to believe- Ein uneinlösbares Versprechen. (04.12.11)
Wir haben ein Ergebnis. (Am Ende der Mathematik) (27.11.11)
Geräusch (20.11.11)
1982 (13.11.11)
Was in der Zeitung steht (06.11.11)
Von der Unmöglichkeit, im Kreis zu gehen. (30.10.11)
Nachts ist es hässlicher als draußen (23.10.11)
Die Evolution der Süchtigkeit (16.10.11)
Forever young (09.10.11)
Zentralverriegelung (02.10.11)
Die Wendeltreppe (25.09.11)
Eine Schlucht (18.09.11)
Über Pornografie (11.09.11)
Ich mach so Berlin (04.09.11)
Sonderangebote (28.08.11)
Facebook und so (21.08.11)
Obwohl...Nun ja. (14.08.11)
Wofür ich dankbar bin (07.08.11)
Trau. (31.07.11)
Ravi Wuppertal (24.07.11)
Für jemanden (17.07.11)
Die emanzipierte Beziehung (03.07.11)
Ganz anders (19.06.11)
Wieder märchenhaft (12.06.11)
Eine und die Kolumne (05.06.11)
Man sollte (22.05.11)
Sie schlachten den Tod aber ganz schön aus (15.05.11)
Hommage an Mutti (08.05.11)
Folklore (01.05.11)
Das Gesetz und die Propheten (24.04.11)
Die Guillotine für den Tag (03.04.11)
Warum ich ab Stuttgart 21 ausgestiegen bin (27.03.11)
Damsel in Distress (06.03.11)
Will mehr (20.02.11)
Wahre Liebe III (13.02.11)
Berliner Uschi-Ich (30.01.11)
Wahre Liebe II (23.01.11)
Thrown out of Drama School (Phantom/Ghost) (16.01.11)
Was ich im letzten Jahr dank Berg- und Hegemann gelernt habe (09.01.11)
Hommage an etwas (02.01.11)
Selbsthilfekolumne (12.12.10)
Pro Improvisation! (05.12.10)
Besetzt (28.11.10)
Mut zur Möblierten Melancholie! (21.11.10)
Übrigens (07.11.10)
Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht? (Britta:Wer wird Millionär?) (24.10.10)
...auf dem Dorfe (17.10.10)
Eine Soundso (10.10.10)
geo cashing und train catching – von der Weltwanderung des Geldes und der Suche nach einem pünktlichen Zug (03.10.10)
Schopenhauer und die Adipösen (26.09.10)
Vergewaltiger und Narzissen (05.09.10)
Währungen (29.08.10)
Ein Kampf (22.08.10)
Zweibeinige Pferde (15.08.10)
Napiersche Stäbchen (08.08.10)
Schachbrettphilosophen (01.08.10)
Über Monotropismus (25.07.10)
Vorurteile (11.07.10)
Sieg der Nettigkeit (04.07.10)
Wickelräume und Payback (27.06.10)
Heraldische Improvisation (20.06.10)
Ganz ehrlich - (13.06.10)
Du sollst nicht Gott spielen (06.06.10)
Mißstände, Mißverständnisse (30.05.10)
Von Serienjunkies und Revolverhelden (23.05.10)
Was macht schon ein schlechtes Gewissen? (16.05.10)
Danke (09.05.10)
Omerta (02.05.10)
Parvenüs (25.04.10)
Warum wir über Physik schreiben sollten (18.04.10)
Strabaphilomatik (11.04.10)
Jugend, ein Niemand (28.03.10)
Eine Operette (21.03.10)
Warum man einen weißen Hasen jagt, wenn man weiß, wie die Geschichte ausgeht. (14.03.10)
Ganz Frau (07.03.10)
Wahre Liebe (28.02.10)
kirschprinzip (21.02.10)
Wessen kann ich mir gewiss sein? (14.02.10)
Bauernopfer brennen nicht mehr, sie rauchen bloß noch (31.01.10)
Eine Warnung (24.01.10)
Ein Sozialromantiker (17.01.10)
Mein Wort des Unjahres (10.01.10)
Gescheiterte Existenzen (03.01.10)
Weihnachtsfrieden und Glühweinrausch (20.12.09)
Für Wortverdreher (13.12.09)
Ansichten einer Bratgemeinschaft (06.12.09)
Natürlich Mord (29.11.09)
Team keinThema.de
Team-Kolumnen
Aktive Kolumnen
Kolumnen-Archiv

Kolumne melden
© 2002-2018 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2018 keinVerlag.de