Login
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV angemeldet?
Jetzt registrieren!

Neu bei uns:
Daath (22.01.), Blaumohn (22.01.), Sturmverfasser (20.01.), Bittersweet (20.01.), Reinhard (19.01.), Loona (17.01.), eiskimo (17.01.), 0li_theGREENBITCH666 (16.01.), MaryAnn (15.01.), Echo (15.01.), Neandertaahlere (14.01.), Walther (10.01.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Formatierungsmöglichkeiten:
[b]Fettschrift[/b]
[i]Kursivschrift[/i]
[u]Unterstreichung[/u]
[s]durchgestrichen[/s]

[quote]"Zitat"[/quote]
[pre]Monospace[/pre]
[color=red]Farben[/color]
[size=12]Textgröße[/size]

[align=right]rechtsbündig[/align]
[align=center]zentriert[/align]
[align=left]linksbündig[/align]

[text=67010]Link zu Text Nr...[/text]
[autor=name]Link zu Autor[/autor]
[url=werbefrei.php]interner Link[/url]
[exturl=http://abc.de]ext. Link[/exturl]
[email=ab@cd.de]eMail[/email]

Die Verwendung von HTML ist nicht gestattet.
Die vollständige Liste der Codes zur Formatierung ist hier zu finden.
Smileys:
lächelnd:):)
lächelnd:-):-)
schockiert:O:0
traurig:(:(
traurig:-(:-(
grinsend:D:D
Ätsch!:P:P
zwinkernd;-);-)
verärgert:gr::gr:
sorry:oh::oh:
Häääh?:?::?:
cool:cool::cool:
verächtlich:pah::pah:
lachend:lach::lach:
lachend:lol::lol:
gähnend:gaehn::gaehn:
ROFL:rofl::rofl:
keine Ahnung:?::??:

Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Sonntag, 06. Oktober 2013, 00:09


Quatsch

von wupperzeit


 Für Sarah

„Die Sprache“, schrieb Tucholsky, „ dient nur in seltenen Fällen dazu, die Gedanken zu verbergen - denn dies setzte voraus, daß jeder Sprechende auch Gedanken hat. Dem ist mitnichten so. Die Sprache hat vielmehr die Aufgabe, die Leere auszufüllen, Leben anzuzeigen; sie ist häufig um ihrer selbst willen da. Der Kern der Rede ist - in allen Sprachen - von Gequatsche umgeben.“

Man sitzt also abends in einem Café in Wuppertal, Kulturcafé mit offener Bühne, was bedeutet: An zwei Abenden in der Woche wird Künstlern die Möglichkeit geboten, dort aufzutreten. Zu singen, vorzulesen, zu tanzen, was immer sie darbieten zu können meinen. Das Niveau der Darbietungen ist sehr hoch, ganz selten tritt jemand auf, bei dem man denkt: Hättest Du das mal sein gelassen. Wie auch immer sitzt man also da in lieber Runde, und einer meiner Begleiter verspürte also das Bedürfnis, selbst einmal etwas vorzutragen. Ging um seine Erlebnisse bei „facebook“, insgesamt ein wenig zu ausführlich, aber auch nicht schlecht. Man hört, wie es meine Lieblingsschriftstellerin es formulieren würde, leicht darüber hinweg. Und plaudert dann weiter, über die Jobs, die man so hat, über Liebe und Tod, ein netter Abend also. Man ist schon ein wenig müde, also plaudert man träge, ohne den Ehrgeiz auf eine Diskussion. Zwischendurch geht man raus, eine rauchen, man darf ja nirgendwo mehr rauchen.

Aber quatschen, das darf man überall und ständig. So kam also jemand später an unseren Tisch, und fragte den Bekannten: Sagen Sie, diese ganze Überwachung im Internet, könnte man der nicht entgegensteuern, indem man selbst für seine eigene Person absolute Transparenz schafft? Kann aber auch sein, dass es umgekehrt war, dass dieser Jemand gefragt hat: Könnte man für seine eigene Person nicht völlige Transparenz schaffen, indem man sie absolut überwachen lässt? Jedenfalls war es absoluter Blödsinn, vergleichbar dem Vorschlag, man könne einen Mord an sich selbst verhindern, indem man sich selbst umbringt.

Solchen Quatsch bekommt man jetzt öfter zu hören und zu lesen, so mein Eindruck, irgendwelche völlig absurden Thesen, die zeigen, dass die Eigentümer dieser Ideen nicht in der Lage sind, einen Gedanken konsequent zu Ende zu denken, also sich einfach beim Auftauchen einer Idee in irgendeiner Gehirnregion zu fragen: Und dann, was weiter, was wäre die Konsequenz? In diesem Falle sicher die Möglichkeit, einmal nachzuschauen, wie jeder User „facebooks“, beispielsweise, finanziell aufgestellt ist, das wäre sicher dasjenige, was die meisten als ihre wichtigste Charaktereigenschaft preisgeben würden als Superlativ der Transparenz: Über Geld spricht man schließlich nicht, man hat es. Dazu vielleicht noch der Familienstand, glücklich verheiratet, und ein ödes Hobby: Veröffentliche Gedichte in einem Literaturforum. Mehr gibt es bei den meisten nicht zu offenbaren, die meisten Menschen sind nun einmal langweilig in der Betrachtung, sie arbeiten tagsüber in einer Sparkasse und fahren einmal im Jahr in Urlaub. Nichts Schlimmes, eigentlich, man kann auf diese Art zu leben hundert Jahre alt werden, sobald man sich eingesteht, langweilig zu sein, und nicht glaubt, die eigene Existenz habe einen anderen Sinn als langweilig zu sein.

Nun gilt „das Internet“ vielen Wirrköpfen aber immer noch als ein mystischer Ort, eine Art Geheimwelt, die ein unbekanntes Leben erschließt, und in dem man, weil man eben nicht versteht, dass es nur eine Kommunikationsmöglichkeit ist, selbst dieses geheimnisvolle Leben führen kann: raus aus dem Kostüm, die Pulle Eierlikörchen in Griffweite, und schon ist man mindestens Dichterin. Gäbe es diese absolute Durchsichtigkeit, würden viele merken, dass sie wieder am Schalter ihrer Sparkasse sitzen, während sie online sind, weil es so viele ihresgleichen gibt, und damit kein Geheimnis mehr. Es wäre vermutlich das Ende des Internet, wie es nur in der Vorstellung der Langweiler existiert.

Vielleicht wäre es sogar das Ende jeden Spießertums, und am Ende sogar des Kapitalismus selbst. Schließlich erführe man bei absoluter Durchsichtigkeit auch von Menschen, die anders sind und anders leben als es die so genannten Normen vorschreiben, Menschen mit besonderen Fähigkeiten und Talenten, Talenten, die diese MichelInnen auch gerne hätten, und man erführe, unter welch elenden Umständen diese Menschen in einer Gesellschaftsform leben müssen, die die Profitmaximierung als Gott anbetet. Ich habe mir einmal erlaubt, einem dieser Menschen diese Kolumne zu widmen. Diese Menschen verzichten natürlich darauf, sich transparent zu zeigen, um ihr Leiden nicht transparent zu machen für die Aggressionen der angesoffenen Bankangestellten. Die heftigsten Aggressionen entwickeln Langweiler gegen das Genie.

So hört man lieber dem Künstler zu, im krampfhaften Bemühen, selbst einer zu sein, indem man ihm in Anschluss an seinen Vortrag eine bescheuerte Frage stellt, die ihn zwingt, sich mit der eigenen Langeweile und Langweiligkeit zu beschäftigen, und so selbst für einen Moment öde zu werden. Auf diesem Prinzip beruhen übrigens zahlreiche schriftliche Zumutungen, die deren Verfasser als Kritiken ausgeben, und die, in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft KV, beispielsweise, eine kurzfristige Beziehung der besonderen Art bilden, zwischen dem Schwätzer und dem Künstler.

Am Ende trat in dem Café eine junge Sängerin auf, die irische Balladen sang, und die mir schließlich half, über den Quatsch leicht hinwegzuhören. Und da keiner der Künstler sich an einem Dylanlied vergriff, ich zudem in äußerst angenehmer Begleitung war, war es schließlich egal, dass man überall quatschen, aber nirgendwo rauchen darf.

Ich wünsche Ihnen damit eine ebensolche angenehme Begleitung bei allen ihren Aktivitäten in dieser Woche und für heute:

Einen guten Tag.


Kein Thema
Sunny tanzt (06.07.14)
Schweigen und Schreiben (03.11.13)
Es kann nicht jeden Sonntag Ei geben. Schon gar nicht das Gelbe. (13.10.13)
Quatsch (06.10.13)
Klein Fritzchen (29.09.13)
Ach, ja ... (22.09.13)
Das lebt (15.09.13)
Müde (08.09.13)
Seilchen springen (01.09.13)
Lerm (25.08.13)
Sachzusammenhänge (18.08.13)
Gute Besserung (04.08.13)
Die "Göttliche Komödie" und Erbeershakes (28.07.13)
Nach nichts (21.07.13)
Ein Verein (14.07.13)
Agenda 2020 (07.07.13)
Disziplin der Entspannung (30.06.13)
Eine Heulsuse (23.06.13)
Gute Lehre, schlechte Leere (16.06.13)
Eine Antwort (09.06.13)
Freude (02.06.13)
Prioritäten (26.05.13)
Kolumbus (19.05.13)
Warum der Muttertag der bessere Frauentag ist (12.05.13)
Kreide auf X (05.05.13)
Dingmontage (28.04.13)
Habt ihr jetzt endlich genug erfahren? (21.04.13)
Das Wir und wir (14.04.13)
Wechselstrombatterien (07.04.13)
Büchertod (31.03.13)
Wir haben das Pläneschmieden kultiviert (24.03.13)
Die Blinden (17.03.13)
Es ist kein Elefant im Raum, also fang doch an mit mir zu sprechen. (10.03.13)
Eine und die Kolumne (03.03.13)
Wer mag, darf auch mal wieder weiße Kaninchen bemühen (24.02.13)
Warum wir alle super sind (17.02.13)
Nostalgie (10.02.13)
Langweilig (03.02.13)
Staub in Samtvorhängen (27.01.13)
Europa, erst einmal (20.01.13)
Weltgeist und Zufall (13.01.13)
Michael Jackson und andere Wechselgetriebe (06.01.13)
Böller statt Brot (30.12.12)
Nach Hause fahren (23.12.12)
Kantig (bzw. eben nicht) (16.12.12)
Raus aus der Schule! (09.12.12)
Trip ins Paradies (02.12.12)
fettzeit (25.11.12)
Der Autor ist untot (18.11.12)
Blut und Öl (11.11.12)
Usw. (28.10.12)
Windhunde (21.10.12)
Nerven (14.10.12)
Wetten, und: Dass? (07.10.12)
GENIESS DAS JETZT! (30.09.12)
Ein Unfall (23.09.12)
Ich trag Pink, und das aus politischen Gründen. (16.09.12)
Eine Leuchte (09.09.12)
Gründe (02.09.12)
Life is pain (26.08.12)
Im Hier. Und Jetzt. (19.08.12)
home sweet home (passt nicht ganz) (12.08.12)
Wichtige Sachen (05.08.12)
Rheinberg (29.07.12)
Wer bin ich? Und wenn ja, wie komplex? (22.07.12)
Verstehen Sie SPSS? (15.07.12)
"Apfelmus generieren" (08.07.12)
Kolumnen schreiben (01.07.12)
Postkartengrüße und Portraitmalereien aus Krakau (24.06.12)
Fahnenflecken (17.06.12)
300 Witze (10.06.12)
Mal was aus dem Leben (03.06.12)
Die Angst vor Fehlern oder: Auch die Götter in weiß würfeln wie wir (27.05.12)
Vorhang im Gesicht (20.05.12)
Der fundamentale Attributionsfehler und die Liebe (13.05.12)
A rush and a push and the words// that you write with are yours. (06.05.12)
Details (29.04.12)
Zusammenhänge (22.04.12)
Bindungen, Biegungen, Brechungen. (15.04.12)
Stolz, Ehrgeiz, Charakter (08.04.12)
Teamunfähigkeit (01.04.12)
Spitzomen (25.03.12)
das graue Sichten (18.03.12)
Warum die Hoffnung vielleicht zuerst stirbt (11.03.12)
Fern sehen (04.03.12)
Einigkeit und Recht und Freizeit. (26.02.12)
Respekt (19.02.12)
Rettet den Wettersmalltalk (12.02.12)
Gäste und Kunden (05.02.12)
Bier, Holz und Kind an Bord (29.01.12)
Weil es mich ärgert. (22.01.12)
Von Sprech- und Sprachstörungen (15.01.12)
II: Solche Scheißgedichte kann doch jeder Idiot schreiben. (08.01.12)
I: Ich schreibe, also bin ich. (?) (01.01.12)
Keine Zeit, muss Mathekalender machen (25.12.11)
Geschenke (18.12.11)
Altruismus (11.12.11)
I want to believe- Ein uneinlösbares Versprechen. (04.12.11)
Wir haben ein Ergebnis. (Am Ende der Mathematik) (27.11.11)
Geräusch (20.11.11)
1982 (13.11.11)
Was in der Zeitung steht (06.11.11)
Von der Unmöglichkeit, im Kreis zu gehen. (30.10.11)
Nachts ist es hässlicher als draußen (23.10.11)
Die Evolution der Süchtigkeit (16.10.11)
Forever young (09.10.11)
Zentralverriegelung (02.10.11)
Die Wendeltreppe (25.09.11)
Eine Schlucht (18.09.11)
Über Pornografie (11.09.11)
Ich mach so Berlin (04.09.11)
Sonderangebote (28.08.11)
Facebook und so (21.08.11)
Obwohl...Nun ja. (14.08.11)
Wofür ich dankbar bin (07.08.11)
Trau. (31.07.11)
Ravi Wuppertal (24.07.11)
Für jemanden (17.07.11)
Die emanzipierte Beziehung (03.07.11)
Ganz anders (19.06.11)
Wieder märchenhaft (12.06.11)
Eine und die Kolumne (05.06.11)
Man sollte (22.05.11)
Sie schlachten den Tod aber ganz schön aus (15.05.11)
Hommage an Mutti (08.05.11)
Folklore (01.05.11)
Das Gesetz und die Propheten (24.04.11)
Die Guillotine für den Tag (03.04.11)
Warum ich ab Stuttgart 21 ausgestiegen bin (27.03.11)
Damsel in Distress (06.03.11)
Will mehr (20.02.11)
Wahre Liebe III (13.02.11)
Berliner Uschi-Ich (30.01.11)
Wahre Liebe II (23.01.11)
Thrown out of Drama School (Phantom/Ghost) (16.01.11)
Was ich im letzten Jahr dank Berg- und Hegemann gelernt habe (09.01.11)
Hommage an etwas (02.01.11)
Selbsthilfekolumne (12.12.10)
Pro Improvisation! (05.12.10)
Besetzt (28.11.10)
Mut zur Möblierten Melancholie! (21.11.10)
Übrigens (07.11.10)
Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht? (Britta:Wer wird Millionär?) (24.10.10)
...auf dem Dorfe (17.10.10)
Eine Soundso (10.10.10)
geo cashing und train catching – von der Weltwanderung des Geldes und der Suche nach einem pünktlichen Zug (03.10.10)
Schopenhauer und die Adipösen (26.09.10)
Vergewaltiger und Narzissen (05.09.10)
Währungen (29.08.10)
Ein Kampf (22.08.10)
Zweibeinige Pferde (15.08.10)
Napiersche Stäbchen (08.08.10)
Schachbrettphilosophen (01.08.10)
Über Monotropismus (25.07.10)
Vorurteile (11.07.10)
Sieg der Nettigkeit (04.07.10)
Wickelräume und Payback (27.06.10)
Heraldische Improvisation (20.06.10)
Ganz ehrlich - (13.06.10)
Du sollst nicht Gott spielen (06.06.10)
Mißstände, Mißverständnisse (30.05.10)
Von Serienjunkies und Revolverhelden (23.05.10)
Was macht schon ein schlechtes Gewissen? (16.05.10)
Danke (09.05.10)
Omerta (02.05.10)
Parvenüs (25.04.10)
Warum wir über Physik schreiben sollten (18.04.10)
Strabaphilomatik (11.04.10)
Jugend, ein Niemand (28.03.10)
Eine Operette (21.03.10)
Warum man einen weißen Hasen jagt, wenn man weiß, wie die Geschichte ausgeht. (14.03.10)
Ganz Frau (07.03.10)
Wahre Liebe (28.02.10)
kirschprinzip (21.02.10)
Wessen kann ich mir gewiss sein? (14.02.10)
Bauernopfer brennen nicht mehr, sie rauchen bloß noch (31.01.10)
Eine Warnung (24.01.10)
Ein Sozialromantiker (17.01.10)
Mein Wort des Unjahres (10.01.10)
Gescheiterte Existenzen (03.01.10)
Weihnachtsfrieden und Glühweinrausch (20.12.09)
Für Wortverdreher (13.12.09)
Ansichten einer Bratgemeinschaft (06.12.09)
Natürlich Mord (29.11.09)
Team keinThema.de
Team-Kolumnen
Aktive Kolumnen
Kolumnen-Archiv

Kolumne melden
© 2002-2018 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2018 keinVerlag.de