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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Sonntag, 21. März 2010, 04:03


Eine Operette

von wupperzeit


Gerade habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in der  SZ-Onlineausgabe, den Quatsch einmal zusammengefasst behauptet dort ein Herr von G. Folgendes: Dem Ansehen Deutschlands im Ausland und dem Ansehen des Amtes deutschen Außenministers überall schadet es nicht, dass offensichtlich heute und in der Vergangenheit Spenden an die Partei des Amtsinhabers oder sehr persönliche Beziehungen zu diesem in einem, nun, nennen wir es freundlich: engem Zusammenhang stehen. Dem Ansehen schade es vielmehr, wenn Kritik an diesen Praktiken geübt werde. Wobei dieser Herr nicht verschweigt, dass er selbst zu elf Auslandsreisen eingeladen war und an sieben teilgenommen hat. Beispielhaft erwähnt er eine dieser Exkursionen, die, obwohl solche Zusammenhänge im gesamten Artikel bestritten werden, merkwürdigerweise doch einen solchen hatte: Er durfte dem chinesischen Staatspräsidenten eines seiner Projekte vorstellen, assistiert wurde ihm bei dieser Präsentation von dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Die Wirtschaft unterliegt keinerlei moralischen Grundsätzen, nur dem einen einzigen, nämlich Profit zu erwirtschaften, und jemandem, der behauptet, er vertrete Wirtschaftsinteressen irgendwo oder überall vollkommen selbstlos, glaube ich kein Wort. Zumal ein solcher Unternehmer ein schlechter wäre, in der Wirtschaft führt Selbstlosigkeit in aller kürzester Zeit in den eigenen Ruin, und wenn jemand gar vorgibt, selbstlos die Wirtschaftsinteressen einer gesamten Nation zu vertreten, so ist vor einem solchen Gutmenschen sogar ausdrücklich zu warnen, er ist auf dem Weg, eine gesamte Volkswirtschaft zu ruinieren. Niemand vertritt die Interessen einer nationalen Wirtschaft, jeder vertritt die eigenen und behauptet, damit allgemeine Interessen zu vertreten, oder er glaubt sogar daran. Eine solche Behauptung oder ein solcher Glaube ist weder soziologisch noch philosophisch, auch psychologisch nicht plausibel, ein Grund für die zahlreichen Zusammenbrüche kapitalistischer Systeme, die wir in jüngster Geschichte, beispielsweise, beobachten durften. Aktuelles Beispiel: der Bankrott Griechenlands. Vielleicht einmal ein Thema für eine andere Kolumne.

So gesehen geht und ging es also bei Auslandsreisen unserer Politiker vorwiegend um Geschäfte, die im Vorfeld solcher Reisen angebahnt werden. Man lässt einen Herrn Westerwelle das nicht selbst machen, dazu hat er seine Experten in seinem Ministerium, die reisen mit den Experten der Wirtschaftsunternehmen vorab an. Der Besuch selbst ist dann Operette, so wird das auch in dem zitierten Artikel beschrieben und genannt. Kein Grund zur Aufregung, immerhin hat der mündige Bürger durch seine Stimmabgabe bei Wahlen entschieden, dass solche Spektakel stattfinden und seit Jahren keine Politiker mehr als Vertreter gewählt, sondern Lobbyisten.

Und die vertreten eben nicht die Interessen Deutschlands, sondern die Interessen ihrer Klientel im Ausland. Und genießen das entsprechende Ansehen als Abgesandte der Bevölkerungsgruppen, die sie in diese Ämter gewählt haben. Das gilt für sämtliche politischen Ämter, die in Deutschland vergeben werden von dem also weisen Bürger. Ist jemand beispielsweise Arbeitsministerin einer christlichen Partei, deren Wähler und Unterstützer nicht aus Hartz IV-Beziehern bestehen, so wird sie die Interessen der Hartz IV- Empfänger in ihrer Amtszeit nicht vertreten. Es sind nicht die ihrigen, und man kann schlechterdings nicht von dieser Dame verlangen, dass sie selbstlos gegen eigene Interessen handelt, niemand macht so etwas, der nicht an potentielle Kreuze geschlagen werden will. Außerdem: siehe oben, Gutmenschen und Bankrott. Sie verletzt durch ihr Verhalten gegebenenfalls nur das Ansehen der Bevölkerungsschicht, die sie gewählt hat.

In dem hier diskutierten Falle geht es vorwiegend darum, dass Herr Westerwelle durch ein wenig zu sehr auffälligen Protektionismus eine der wichtigsten Regeln unseres System gebrochen hat; - um die Operette am Ende erfolgreich uraufführen zu können, darf sie nicht zu realistisch zu sein, der Sopran darf nicht singen: Ich trällere hier für die Klitsche meiner Ehefrau, das Publikum will bunte Kostüme und Kulissen und den kitschigen Text, in dem das Wort Deutschland vorkommt, zumindest am Schluss. Sonst fliegen den Schauspielern die Tomaten und faulen Eier um die Ohren, wie es Herrn Westerwelle geschah. Seine Vorgänger haben diese Rolle besser gespielt und erhielten den entsprechenden Applaus. Ob der verdient war, entscheidet die Kundschaft, die sie bedient haben.

Übrigens hat Herrn von Gs. Büro den heutigen Berliner Hauptbahnhof gebaut, dessen Baumängel von dem Orkan „Kyrill“ entblößt wurden im wahrsten Sinne des Wortes. Ich erwähne das nur am Schluss, weil ich fürchte, in Südamerika könnten demnächst die Trümmer eines Hauptstadtbahnhofes das Ansehen Deutschlands einmal spektakulär beschädigen, und die große Operette müsste in Ruinen uraufgeführt werden. Seien Sie bitte so gesehen ein wenig vorsichtig bei Auslandsreisen, ob Sie nun einen Außenministerdarsteller, einen Herrn von G.und Kumpane oder gar Deutschland begleiten oder vertreten, oder eben nicht, das wünsche ich Ihnen immer und für heute:

Einen schönen Tag.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


wortverdreher
Kommentar von wortverdreher (21.03.2010)
Eins stimmt meiner Meinung nach nicht ganz: Diese Eigeninteressen können durchaus zusammenfallen mit den Interessen des Staates.

Wenn es denn alles so war, dann stört mich an diesem aktuellen Fall nur die Bevorzugung der "eigenen Leute". Alles andere gehört zum Spiel dazu. Machen es keine deutschen Firmen, reisen eben andere Staatsmänner mit ihren Leuten an.
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (21.03.2010)
Ja, das stimmt wohl. Nur müsste es wohl eher heißen: Die "Leute" reisen mit ihren Staatsmännern an; - vielen Dank für Deinen Kommentar, Andreas
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (21.03.2010)
Mich hat ein MdB mal nach Berlin eingeladen; auf Kosten des bzw. seines Wahlkreisbüros. Bin ich damit moralisch kompromittiert?
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (21.03.2010)
Es kommt darauf an, was Ihr beiden Heiterles da (miteinander) getrieben habt, unter Umständen ist man nach solchen Affären auch moralisch kompromittiert. Ich mag da aber keine Details erfahren und mir auch keine vorstellen, entschuldige das bitte, und bleibe damit die Beantwortung Deiner Frage schuldig, Andreas
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