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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Sonntag, 05. Dezember 2010, 00:46


Pro Improvisation!

von bookishasearlgrey


Ich gebe zu: So ganz hatte ich zu Beginn des Herbstes nach einem ernüchternden
Theatersommer nicht mehr verstanden, warum ich eigentlich ins Theater ging. Viele
Inszenierungen versuchten ohnehin zu vertuschen, dass sie keine Filme waren und
verwechselten großzügigen Medieneinsatz mit großer Überzeugungskraft. Warum saß ich also
nicht im Kino? Ebenso wurde so gut wie immer versucht, „einen aktuellen Bezug zu
schaffen“, ganz nettes Ansinnen eigentlich, aber nicht, wenn allzu deutlich durchscheint, dass es
schlicht an originelleren Ideen fehlte.

Ist es also überhaupt noch möglich, in diesen Tagen, dem Zuschauer nicht etwas Altes im
politmodischen Kleidchen zu verkaufen, sondern etwas Aktuelles, nicht moralisierendes, und
zwar in Echtzeit, dass trotzdem kein Geschwätz sei, sondern Theater?

Ja, das ist es. Das bewies mir die israelische Autorin und Regisseurin Yael Ronen mit ihrem
großartigen Ensemble in „Die dritte Generation.“ an der Schaubühne.
Die Handlung? Deutsche, palästinensische und israelische Schauspieler spielen sich in allen
Lebenslagen selbst. Sich selbst? Wohl gleich es sich um Improvisationstheater handelt, das
tatsächlich viele im Vorfeld besprochenen, eigenen Gefühle in das Spiel aufnimmt, wird die
Selbst- und Fremdwahrnehmung aber auch immer wieder karikiert, der Zuschauer in
„authentischer“ Sicherheit gewiegt, bis ihm als nächstes Ironie um die Ohren fliegt und er sich
lachend schämt. Trotz der schwarzhumorigen und komischen Aspekte geht es tatsächlich
ziemlich ernsthaft um eine Annäherung an Identität (nicht nur) im jeweiligen nationalen
Kontext, um Vorurteile und Unverständnis, Verletzen und verletzt werden, ob bewusst oder
unbewusst. Beziehungen zwischen Ländern, Tieren, Menschen. Es wird nicht der Zeigefinger
angehoben, aber angeklagt. Die Gefühle der individuellen Charaktere schaffen dies in Flapsig-
und Ehrlichkeit, wo andere Neonlichtprojektionen von Ausrufezeichen brauchen. Es wird so
nicht moralisiert, aber angesprochen.

Wenn Theater bedeutet, dass sich das Publikum im dazugehörigen Gespräch mit sich selbst, den
Sitznachbarn und der Regisseurin zankt, weint, sich in die Arme nimmt und auch danach in
Kneipendiskussionen bis zum Morgengrauen kein Ende findet, dann ist das aber sowas von
Theater.

Nächster Aufführungstermin: 6.12. 20:00

Diese Kolumne war zuerst das Türchen am 2.12.2010 eines virtuellen Adventskalenders, welcher noch bis zum 24.12. mit Gedanken und Teilhabe an Kultur der Redaktion von  Brennpunkt F! jeden Tag ein Gäbchen bringt.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (05.12.2010)
Eine sehr gute Kolumne, eine ausgezeichnete Theaterkritik. Gibt nicht so viele gute Kritiken über das Theater, meist stellen sich die Kritiker selbst dar, von endlosem Namedropping, als Vergleich getarnt, bis zu der Plörre, die sie in der Pause gesoffen haben. Aber durch Deine Kolumne bekommt man Lust, sich das Stück anzuschauen, Lust und Interesse, Deine Kritik enthält eine ausführliche Beschreibung und eine plausible Bewertung. Meine Lieblingsformulierungen: „Wohl gleich…“, das habe ich lange nicht mehr gelesen, es ist höchst wahrscheinlich grammatisch falsch, aber eine ganz wunderbare Einleitung für einen Satz. Und, natürlich: „…wo andere Neonlichtprojektionen von Ausrufezeichen brauchen.“, das wird in meinen aktiven Wortschatz übergehen.

„Das Stück begann um 20.00 Uhr, als ich nach zwei Stunden auf die Uhr sah, war es 20.30 Uhr…“, wer hat das geschrieben? Alfred Kerr?

Schönen Sonntag,

Andreas

P.S.: Eine gute Zeitung macht Ihr, gefällt mir sehr.
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bookishasearlgrey
Kommentar von bookishasearlgrey (06.12.2010)
Arroganter Modus an: Schon im 17. Jahrhundert hatten LiteratInnen Angst vor der grammatischen Norm, weil sie die Schöpfungskraft behinderte. (Ich muss mich nämlich passenderweise gerade in einem Referat mit dem Streit ums Hochdeutsche zwischen Grammatikern und Literaten im17. und 18. Jahrhundert befassen) Also nenn meine möglichen, ohne dass es mir aufgefallen wäre, Satzteilneuschöpfungen nicht "falsch"!
Arroganter Modus aus.
Über Deinen Kommentar habe ich mich in mehreren Hinischten gefreut. Er ist ja wirklich ein warmherziges Lob. Danke, und einen schönen Abend,
Regine
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (08.12.2010)
Wohl gleich es immer eine Gratwanderung zwischen Individualismus oder Genie und im Irrtum sein oder im Wahn; - nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika, wie es heißt. Oder profaner ausgedrückt von Bukowski, frei zitiert: Auf jeden Mozart kommen tausend Arschlöcher…

Nichts zu danken, ich habe zu danken, ich werde noch viel Freude haben mit genannten Formulierungen,

Dir nur schöne Abende,

Andreas
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Kein Thema
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