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Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Mittwoch, 11. Mai 2011, 15:32


Damsel in Distress

von bookishasearlgrey


Wissen Sie eigentlich schon, was eine Damsel in Distress ist? Ich wusste es jedenfalls nicht, bis ich im Sommer dem allgegenwärtigen Twilight Hype auf den Grund ging. Nicht etwa, in dem ich mir die Filme ansah, oder die Bücher las. Ich guckte mir die feministische Kritik daran an. Und da stieß ich auf besagte Amsel, äh, Damsel. So bezeichnet wird eine hübsche junge Dame, die von einem Held vor einem Unhold gerettet werden muss.

Und so eine ist wohl auch diese Bella, Protagonistin in dieser zwielichtigen Teeniehorrorsache, die wohl Mormonenkitsch, züchtige Romantik und eben, nun ja, ein recht patriarchalisches Frauenbild beinhalten soll. Bella ist wohl ziemlich handlungsunfähig und bedarf der Hilfe des stärkeren Geschlechts, um zu überleben. Mehr kann ich Ihnen dazu nicht sagen, denn wie gesagt, über den Trailer des Films und das Ansehen des Twilight-Buch-Covers bin ich noch nicht hinausgekommen. Aber das macht ja gar nichts, denn nicht einmal die coole Monsterforscherin, im Nebenberuf Bassistin Julie Miess, die kürzlich über "Neue Monster: Postmoderne Horrortexte und ihre Autorinnen" promovierte, hat diesen Hype von innen heraus mitbekommen, sehr wohl aber die akademisch-feministische Diskussion.


Auch einer Bekannten waren nur aus den Erzählungen ihrer kleinen Schwester Grundzüge der Adaption bekannt, die Identifikation dieser mit der vampirphilen Bella warf in ihr aber Sorgen über die spätere Emanzipation des Geschwisterkindes auf. Ich machte mir keine Sorgen, denn wie gesagt, noch kenne ich diese Damsel nicht. Aber dafür sind mir viele andere Damsels in distresses in meiner Kindheit begegnet.

Rapunzel. Dornröschen. Schneewittchen. Laut der Erfahrung von Sunny Schwanbeck  aber laufen sie nicht mehr so häufig wie damals, in den frühen 90igern, Mann, ist das lange her, auf papiernen oder 2-Digen Füßen in die Leben kleiner Menschen, und ich frage mich, ob aus pädagogischen oder zeitgeistigen Gründen.

Freilich wäre mir das mit den pädagogischen Gründen nicht eingefallen, wenn ich nicht selbst schon so dachte, naja, muss das sein, dieses Aufwachsen mit den Geschichten vom weißen Schimmel und dem Prinzen, geht das nicht so ein bisschen feministischer? Und so wird folgendes Sie vielleicht überraschen, wie es mich überraschte: Meine Mitbewohnerin sah aus pädagogischen Gründen noch nie einen Disneyfilm. Keinen alten, keinen neuen. Und ihre Kinder sollten auch nie einen sehen. Aus pädagogischen Gründen. Und dass ich ein Riesenfan der Power Rangers war, fand sie auch recht nun ja, "schwierig." Und meine Augen füllten sich mit Tränen! Was wollte man mir da nur aus meiner Seele reißen! (Dabei sind die Power Rangers übrigens perfekt durchgegendert und mit Ausnahme der Zuschreibung geschlechtstypischer Farben ziemlich gleichberechtigt, soweit ich mich erinnere).


Kinder und Jugendliche sehen sich ziemlich viel Schrott an. Erwachsene auch. Und nicht jede Geschichte ist eine schlechte Geschichte, weil sie nicht pädagogischen Maßstäben entspricht. Wir alle lieben eine gute Geschichte, und nicht ohne Grund werden Märchen Kindern zum Einschlafen vorgelesen: Die vertraute Langeweile und der gewisse Ausgang mit dem Sieg des Guten über das Böse in einfachstem schwarz-weiß (zumindest in den Grimms Märchen) schafft eine Sicherheit, die die darin geschehenen Grausamkeiten schnell vergessen lässt. Wenn die ebenfalls im Märchen schon häufig thematisierte Pubertät einsetzt, wird sich die junge Generation schon noch mit Geschlechterrollen und sexueller Identität auseinandersetzen. Und es liegt an Eltern und Pädagogen, ein Klima zu schaffen, das verrät, dass Dornröschen und der Prinz nicht mehr Berechtigung auf ein Happy End haben, als alle 7 Zwerge zusammen. Das 2Dige Alte in 3Diges zu verwandeln, und zwar nicht nur auf der Leinwand, sondern, hm, im Leben? Jeder hat das Recht auf eine gute Geschichte.

Und hätte ich Twilight gesehen, könnte ich jetzt vielleicht sagen: Vom durchaus komplexeren und spannenderen Liebesleben eines Pubertierenden schafft eine Damsel in Distress Situation etwas Entspannung. Und was kann es pädagogischeres, im Sinne von durchs Leben bildend, wie es sich viele zukünftige, linke Supereltern wünschen, geben, als die Tatsache, dass das Leben spannender ist, als die Fiktion?


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (06.03.2011)
Von den "Twillight"-Geschichtchen, die ganz erzkonservativer Mist sind bis zum Erschießen von Abtreibungsärzten ist es nur ein kleiner Schritt, den ich nicht verharmlosen würde.
Lob: Gute geschriebene Kolumne, die ich gerne gelesen habe.
(Ich habe übrigens den ersten "Twilight" gesehen und mich auch über die affige Egozentrik der dort agierten Jugendlichen amüsiert)
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BrigitteG
Kommentar von BrigitteG (06.03.2011)
Mich hat auch entnervt, was ich von den twilight-Geschichten, den Frauenrollen darin und der Autorin hörte.

Als dann eine Kollegin (ca. Anfang 20) erzählte, dass sie das gerne las, erzählte ich, warum mich das überhaupt nicht reizt. U.a. auch, dass ich dieses Ganze "Als Frau sich aufsparen für die Hochzeit" blödsinnig finde, weil ich denke, wenn zwei freie Menschen Spaß miteinander haben, keiner den Anderen ausnutzt, dann sollen sie soviel Sex miteinander haben, wie es ihnen gefällt, egal, ob in einer festen Beziehung oder in einer Affäre.

Meine Kollegin hat mich daraufhin angeguckt, als ob ich eine alte hilflose Oma erschlagen hätte...
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wortverdreher
Kommentar von wortverdreher (06.03.2011)
Wird zu Unrecht aufgebauscht. Kinder denken noch relativ wenig an Geschlechterrollen, wenn sie Schneewittchen vorgelesen bekommen. Twilight mag zwar als Film und Buch Mist sein, aber auch hier muss man doch anmerken, dass es schon lange nicht mehr ein vorherrschendes Hollywoodschema ist, die Frau retten zu lassen. Eben alles nur noch halb so wild.
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