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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Samstag, 07. April 2012, 16:56


Stolz, Ehrgeiz, Charakter

von modedroge


Unlängst wurde ich gefragt, warum ich, im Angesicht wechselnder Lebensumstände, immer ungefähr gleich gut gelaunt sei. Gesagt habe ich: „Der Goldfisch ist auch immer ungefähr gleich sauber.“ Gemeint war: Ich habe keinen Stolz, keinen Ehrgeiz und keinen Charakter.

Stolz ist ein Gefühl, das über Zufriedenheit hinausgeht. Man freut sich nicht nur an sich selbst und an dem Seinen, man verehrt es geradezu. Man ist stolz auf sein Erscheinungsbild, auf seine Leistungen, auf sein Auto, sein Haus, seine Kinder und deren Erscheinungsbilder, Leistungen, Autos, Häuser und Kinder. Fest steht: Der Stolz kommt nicht von allein. Man braucht immer wieder einen konkreten Grund, um sich dieses Wohlgefühl zu verdienen, und was wäre so ein Stolz wohl wert, wenn er einem nicht von außen, in Form von Ansehen und Anerkennung, genehmigt würde? Sobald nun aber die Stolz auslösenden Momente ausbleiben, findet man schlechterdings keinen Anlass mehr, sich Hochachtung zu zollen oder zollen zu lassen. Man büßt die mühsam erworbene Geltung ein oder kommt gar nicht erst in den Genuss, etwas zu gelten; ja, vielleicht bringt man es gar so weit, dass man sich schämen muss. Lohnt sich das? Man gilt ja sowieso, auch ohne Heldentaten – ob man es weiß oder nicht.

Dieselbe Frage stellt sich mir, wenn es um den Ehrgeiz geht: die Gier nach Anerkennung. Es gibt kaum eine Art der Gier, die nicht Druck und Leid erzeugt; und davon abgesehen, dass chronische Gier nichts anderes ist als Sucht, bringt es ohnehin kein Mensch fertig, seine Gelüste dauerhaft zu befriedigen und irgendwann zur Ruhe zu kommen. Wie viel angenehmer und zuträglicher ist es, wenn man alles nur zum Spaß oder aus Interesse macht? Natürlich hört man von allen Seiten, der Mensch brauche Ziele und irgendwelches Zeug, das ihn antreibt, aber das halte ich für eine faule Ausrede. Ziele sind Probleme, die man selbst, aus Zerknirschung oder Langeweile, ausheckt. Warum löst man ein Puzzle, wozu füllt man ein Kreuzworträtsel aus, was bringt es einem, wenn man sein Lern-/Sport-/Arbeitspensum erfüllt? Kurzzeitige Befriedigung. Also. Wozu brauche dann ich Ziele, wenn ich inhärent befriedigt bin? Aus der Perspektive eines dauerhaft befriedigten Menschen verkommt jeder noch so gute Vorsatz zum gemeinen Lückenfüller.

Was nun den Charakter anbelangt: Ich kenne nur den Katarakt, vermute aber, dass der Charakter im weitesten Sinne mit Prinzipien zusammenhängt. Stur und konditioniert, wie man ist, stößt man hier und da auf bestimmte Verhaltensweisen, die einem als allgemeingültig korrekt und praktikabel erscheinen. Man nimmt sie also kurzerhand in sein Attitüdenarsenal auf und präsentiert sie jedes Mal rigoros, sobald man mit dem passenden Auslöser konfrontiert wird. Selbst wenn diese Handlungsweisen an sich vollkommen verrückt oder stumpfsinnig sind, so kann man doch immer noch behaupten, man sei konsequent – und Konsequenz gilt ja gemeinhin, man höre und staune, als Tugend. Wer also einen Charakter hat, ist stets schussbereit, reagiert Bedenkzeit sparend und hat dabei auch noch das gute Gefühl, sich selbst treu zu bleiben (zu Unrecht – es sei denn, er ist ein Roboter). Eigentlich ist es ja zum Mäusemelken: Man feilt und bastelt sein Leben lang am eigenen Charakter, und am Ende steht man da wie eines von diesen Bonsaikätzchen.

Es hat eine Weile gedauert, bis es mir aufgefallen ist, aber inzwischen meine ich, einen ganz leisen beifälligen Unterton zu hören, wenn jemand sagt: „Diesem Kind fehlt jeder Ehrgeiz“, oder: „Hast du denn gar keinen Stolz?“, oder: „Du lässt dich aber ganz schön gehen“. Gerade Letzteres braucht überhaupt keinen Unterton, um nach Entspannung, ja Erlösung zu klingen: sich gehen lassen – und obendrein ganz schön! So mancher fragt sich zeitlebens, wohin er gehen soll, und wer Glück hat, der kann sich einfach gehen lassen.

Viel Spaß auf dem Weg und einen schönen Sonntag.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


fdöobsah
Kommentar von fdöobsah (08.04.2012)
Moinsen,

deinen Text empfinde ich als Kolumne einigermaßen gelungen und mindestens interessanter als das, was mir in meinen provinziellen Käseblättern präsentiert wird. Inhaltlich bin ich nicht recht bei dir, aber das ist ja auch schön, wenn man sich an einem Text insofern entzünden kann, als man ihn inhaltlich für unzutreffend hält. Solange das alles aber auch nur deine Meinung und nicht spodiktisch verkündet wird, kann ich ja meine eigene behalten, ohne mich angegriffen zu fühlen.

Beste Grüße
fdöobsah
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bookishasearlgrey
Kommentar von bookishasearlgrey (08.04.2012)
Ich schließe mich an, dass ich die Kolumne sehr gut geschrieben finde und Freude hab, mich dran zu reiben. Vor allem überhaupt über die Möglichkeit nachzudenken, man könnte ohne Stolz, Ehrgeiz und Charakter sein.
Ich geb Dir Recht mit der Beschneidung der Persönlichkeit, wenn man seinen Charakter durch Selbstreflektion und deren Bestätigung von außen quasi in Form gebracht bekommt.
Aber von Charakterlosigkeit im Sinne einer fehlenden Eigenständigkeit zeugt Deine Kolumne nicht. Und Deine Individualität im Denken und Schreiben kann keiner Dir absprechen, nicht einmal Du selbst.
Aber es geht hier ja auch keinesfalls um Recht und Unrecht, wenn Du das so empfindest, empfindest Du es so, und auch Dein Verständnis von Charakter spielt da natürlich mit rein.
Danke!
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