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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Samstag, 12. Mai 2012, 21:23


Der fundamentale Attributionsfehler und die Liebe

von MagunSimurgh


Listen and repeat:
„Der fundamentale Attributionsfehler bezeichnet die Tendenz von Menschen, wenn sie das Verhalten anderer einschätzen, dispositionale Faktoren (Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen, Meinungen, Herkunft, ...) systematisch zu überschätzen und den Einfluss externer Faktoren (Situation) zu unterschätzen.“
Das bedeutet, grob gesagt, dass man dazu neigt, Menschen als Individuum mehr „Schuld“ zu geben, als sie objektiv betrachtet haben. Wir neigen zum Beispiel intuitiv dazu zu sagen, dass die Menschen, die in den Konzentrationslagern getötet haben, grundsätzlich „schlechte“ Menschen waren. (Vielleicht um die Illusion zu wahren, dass wir anders sind. Das Ganze geschieht auf einer sehr subtilen Ebene mit uns.) Klassisches Gegenbeispiel ist das Milgram-Experiment, das deutlich gezeigt hat, dass ziemlich viele Menschen ähnlich gehandelt haben könnten wie die KZ-Wächter.
[An dieser Stelle ein mahnender Einschub: Das ist keine Absolution oder gar ein Freispruch. Was in den KZs passierte, ist absolut abscheulich und verwerflich. Der fundamentale Attributionsfehler sagt nicht, dass diese Menschen keine Wahl hatten, er sagt nur, dass wir es uns beim Beurteilen ziemlich schnell leicht machen, zu sagen, die waren „böse“.]
Zurück zum Thema – irrerweise passiert uns das Gleiche in der Liebe und im Film. Besonders also im Liebesfilm. Ich möchte eine klassische Filmhandlung skizzieren: Sie kennen sich schon ewig und verlieren sich, denn sie zieht in der dritten Klasse weg. Die nächsten Jahre verbringt er damit, immer an sie zu denken. Sie ist seine "große Liebe". Durch diverse Wirrungen und unglaubliche Zufälle begegnen sie sich wieder. Sie haben einander nie vergessen und sind im Grunde natürlich immer noch in einander verliebt. Die beiden verbringen eine unglaubliche Zeit zusammen, erleben viele Abenteuer und bleiben am Ende für immer glücklich zusammen.
Der Betrachter neigt intuitiv, so er sich denn auf das emotionale Erlebnis einlassen kann, dazu, anzunehmen, hier wäre ein Füreinanderbestimmtsein am Werk. Und genau hier lauert unser Freund, der fundamentale Attributionsfehler. In meinen Augen übersehen die meisten Leute an diesem Punkt, dass zum einen die Figuren oft in einer Situation stecken, die es ihnen ermöglicht, sich voll und ganz aufeinander zu konzentrieren, ohne die Ablenkungen des Alltags. (Das ist meist die so genannte „Haupthandlung“.) Außerdem vergisst man allzu leicht die sehr konstruierten Zufälle, welche Filmfiguren miteinander verbinden. Mag es solche Ereignisketten auch real geben, geschehen sie dennoch unabhängig davon, ob jemand „zusammengehört“ oder nicht.
Zum anderen überschätzt man die Eignung der Personen füreinander. Man hat das Gefühl, dass eine vorgelagerte Zusammengehörigkeit kausal zu allem führt, was die beiden zusammenführt. Also man denkt, dass sie zusammengehören und deshalb zueinander finden. Daraus entsteht ein irreales Erwartungsbild an Beziehungen: es müsse doch irgendwo da draußen jemanden geben, der die Disposition erfüllt und nur für mich ist. Ich denke, das ist zu kurz gedacht, weil Beziehungen immer auch erfordern, dass man sich einander bewusst zuwendet. Sicherlich gibt es den Faktor „Zusammenpassen“, aber man sollte ihn nicht für ausschließlich halten. Beziehungen, die über die erste Verliebtheit hinaus andauern, scheitern – denke ich – weniger daran, dass die Leute nicht zueinander passen, sondern eher daran, dass sie es nicht geschafft haben, sich emotional klug den Herausforderungen zu stellen, die eine dauerhafte Beziehung mit sich bringt. (Der Partner, der die Schuhe immer im Gang liegen lässt, die Zahnbürste falsch herum in den Becher stellt oder die Morgenmuffligkeit oder oder oder.)
Ich beziehe das auf die „klassische“ Zweierbeziehung, weil sich meine Erfahrungen darauf beschränken, aber ich kann guten Gewissens voraussagen, dass sich das in vielen Arten von Beziehungen zeigen wird. Denken Sie mal drüber nach.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (13.05.2012)
Hossa, ein schwerverdauliches Zitat zum Einstieg, dann aber doch gerne weitergelesen.
Zum Thema: Es entspringt vielleicht doch eher adoleszenter Naivität zu glauben, solch eine kitschige wie die geschilderte Liebesfilmhandlung sei realistisch. Wobei ich als alter Cineast darum bitten möchte, die geschilderte Handlung nicht als "klassisch" , also schon oft und lange verwendet, zu bezeichnen. Ganz so naivdumm sind auch die älteren sog. Liebesfilme nicht, da fällen mir spontan die "Klassiker" The Apartment (Billy Wilder, USA 1960) , Sunrise[/I] (Friedrich Wilhelm Murnau, USA 1927), oder aus dem aktuellen Programm My week with Marilyn ein, die nicht dem geschilderten Schema entsprechen...
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MagunSimurgh
Kommentar von MagunSimurgh (13.05.2012)
Du hast sicherlich Recht, dass ich dieses "klassisch" sehr stark runtergebrochen habe auf einen bestimmten und einfachen Handlungspfad und natürlich hast Recht, dass es auch "bessere" Filme gibt. : )

Der Punkt ist aber: wir übersehen systematisch die konstruierte Handlung beim Bewerten des Geschehens, und das hat frappierende Konsequenzen.

Vielen Dank für deinen Kommentar.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (14.05.2012)
Nun, frapierende Konsequenzen für das weitere Geschehen im Film ja, aber sonst?
Grundsätzlich würde ich mal in Frage stellen, ob Einteilungen wie "gut" und "böse" überhaupt noch zweitgemäß sind...
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MagunSimurgh
Kommentar von MagunSimurgh (14.05.2012)
Das hat mit zeitgemäß nichts zu tun, das ist ein eher unbewusstes Phänomen.
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