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Guten Morgen Charles

Brief zum Thema Ermutigung


von rebell91

Guten Morgen Charles!                                                                                                                                                                            25. Juli. '05

Wie geht es dir? Mir geht es gut. Was machst du hier so den ganzen Tag? Ich finde immernoch, dass du dir von der lieben Frau Schmidt das Stricken beibringen lassen solltest. Das würde sie so sehr freuen. Und das weißt du. Das weißt du ganz genau, aber du warst schon immer so einer... Hast den Frauen schon immer das Leben schwer gemacht. Ach, Charles... Bist du noch böse? Ich bin mir sicher, dass du es verstehen kannst wenn du willst. Du willst nur nicht. Aber du wirst nun damit leben müssen. Im 'Haus der verlorenen Seelen', wie du es nennst. Oder 'Haus der Alten'. ich persönlich bevorzuge Altenhaus..
Oh Chares... ich grinse. Ich grinse so wie du gegrinst hast als du mir glaubhaft gemacht hast im Garten wäre ein Einhorn, ich müsse es nur suchen. Ich war damals vier Jahre alt. Charles, wir werden alle alt.
Was kann ich dir erzählen? Ich habe jemanden kennengelernt. Er ist zwei Jahre älter als ich. Ich glaube er würde dir gefallen. Ich fahre dich mal wieder mit Papa besuchen und stelle ihn dir vor. Versprochen. Aber er mag ihn nicht besonders. Er ist so skeptisch, weißt du? Das muss er von Oma haben, du bist nicht so. Warst du nie.
Mama hat gemeint, ich soll dir mal Blumen mitbringen. Ich weiß aber nicht ob du das willst, habe ich gemeint. Willst du? Ich habe ihr gesagt, dass du dann vielleicht zu sehr an deinen Garten denken musst. Ich war gestern dort. Ich glaube er vermisst dich. Dein Gaten. Charles, und hier seufze ich; aber es geht ihm gut. Wirklich. Ich saß lange da und habe mir die Blumen angeschaut. Ich kenne ihre Namen nicht, Charles, aber sie sind wunderschön. Überall Blumen! Feuerrot, Himmelblau, Sonnengelb, dazwischen das Grün des Grases und, Charles, der Duft! Es ist so wunderschön gewesen! Erinnerst du dich an ihn?
Erinnerst du dich an den Sommer in dem ich nicht mit Mama und Papa in die Ferin durfte? Ich war bei Oma und dir. Ich muss auch noch sehr oft an sie denken. Wir haben uns in den Garten gesetzt und Spiele gespielt. Ich habe euch von der Schule erzählt und ihr mir von eurem Alltag, von den Nachbarn, den Katzen, dem Krimi, den ihr am Vortag gesehen habt. Es waren schöne Ferien,Charles. Opa. Und nun lache ich, Chares. Du hasst es, nicht wahr? Du kannst sogar richtig böse werden, wenn man dich Opa nennt.
Charles. Ach, Charles. Irgendwie vermisse ich dich hier. Das Leben geht trotzdem weiter, aber Charles, auch du bist dabei! Das Leben ist doch noch nicht zu Ende! Charles, wach auf!
Ich komme dich bald besuchen. Aber du weißt ja, dass ich nur wenig Zeit habe. Aber für dich doch immer, Opa.

Ich schicke dir ganz viel Liebe, Charles  ,

deine einzige Enkelin

 
 

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Kommentar von Hendriks (20) (21.08.2006)
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Veröffentlicht am 21.08.2006, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 21.08.2006). Textlänge: 474 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.378 mal aufgerufen; der letzte Besucher war jds am 23.01.2020.
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