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Erzählung zum Thema Ende


von RainerMScholz

Die Leuchtreklame des Speak Easy flackerte blau, rot, giftgrün wie jeden Mittwoch. Dumpfe Bassfrequenzen fluteten aus dem Innern des Klubs. Am Eingang drückten sich nervöse, hormongeladene Jugendliche in schwarzer Lederkluft herum. Türsteher-Michel hatte ein Auge auf sie, kreuzte mit verschränkten Tattoo-Armen durch`s seichte Fahrwasser männlichen Impo­niergehabes.
Veit putzte Gläser mit einem dreckigen Lappen, schenkte Wodka aus, re­dete konziliant mit jedem, der das hören wollte.
Es gab eine neue Bedienung, vom Tresen weg engagiert: Hübsche Beine, jung, blond und ein Tablett. Ein falsches Lächeln, ein falsches Leben.
Die Üblichen saßen auf den Barhockern und an den Tischen, redeten, tranken, glotzten delirierend vor sich hin oder schüttelten die Köpfe zu Sodom vielleicht oder Anthrax. Motörhead: Pik As.

„Glaubst du was in der Zeitung steht?“
„Ich glaube an die Weltrevolution. Ich glaube an die verschiedenen Reli­gionen der Erde und an keine. Ich glaube, dass Gott ein Riesenarschloch ist, der hier seine perversen Spielchen spielt, weil ihm der Rest des Universums zu gut dafür ist. Ich glaube nicht an die Hölle, weil die schon da ist. Ich glaube an Gorbatschow, Bitburger und Jägermeister. Ich segne die Heilige Inquisition der Allmächtigen Medienmacht und preise das System unumschränkter Kapitalakkumulation. Abscheu und Verderben den Unterprivilegierten des Planeten! Das Triumvirat der Reichen, Mächtigen und Schönen lebe ewig! Lüge, Mord und Verrat und Pommes mit Mayo sind die Werte, die eine richtige Gesellschaft zusammenschweißen. Rote Beete in den Vorgärten verschattigter KZ-Unterkünfte. SS-Totenkopfverbände tanzen sonnenblumenverkehrt durch freundliche helle Einkaufspassagen. Teddybären, Milchshakes, Lollipops und Diamantschlagringe. Fotzenmassage auf Krankenschein und Viagra im 24-Stundenbumsbordell. Dadadi, dadada.“
„T., kannst du damit aufhören! Du führst dich auf wie ein Arschloch.“
„Hol mir noch`n Bier, bitte, bevor ich vollständig durchdrehe.“
B-Bop-Bone stand aus der Sitzecke auf und orderte zwei Bier an der Theke.
„Tut mir leid, Bone. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“
„Ja, das hört man.“
„Nein, ich meine, wie ich dazu stehen soll. Er war unser Freund, unser Kollege, Kumpel, was auch immer. Aber: wir wussten einen Scheißdreck, wussten gar nichts, hatten keine Vorstellung, keine Idee, keine Ahnung.“
„Also du glaubst das alles?“
„Ja.“
„Aber wieso -“
„Alle Indizien weisen auf ihn hin und - wenn alle es glauben, wenn es in jeder beschissenen Zeitung steht, in allen Nachrichten gebracht wird, im Radio, im Fernsehen 
- dann war er es auch, ganz egal, was wir denken mögen.
Und ich glaube Clarissa.“
„Hast du sie gesprochen?“
„Nein, aber -“
„Dann scheiß drauf.“
„Bone, du weißt wie er war, wie er sein konnte.“
„Er war ein Arschloch, er hat vor seiner Zeit aufgegeben, er war - jedenfalls kein Massenmörder.“
„Klar, er war ein Heiliger! Der einzig wahre Vertreter einer toten Arbei­terklasse, Protagonist eines legitimen gesellschaftlichen Umbruchs. Ich denke, er gab nur das zurück, was er bekommen hat. Der einzige, der sich immer bemühte, das Richtige zu tun. Sozusagen aufrecht und mit Ehre. Er hat die Rechnung präsentiert. Sohn einer anbrechenden neuartigen Ära, in der selbstverantwortlich Konsequenzen gezogen werden. Vielleicht ist er auch einfach nur durchgedreht, krank, zerfressen von dem Gedanken, den Rest seines Lebens den Dreck anderer Leute zu beseitigen. Es war kein Herzinfarkt, sondern - Ausgleichssport. Wie Badminton, Tennis, Squash oder Golf. Wie Weiberficken. Wie Biersaufen. Es war duftes Kanalrudern mit Pfadfinderinnen in Belgien. Sakrilegitis ohne Nachversicherung, Yoga ohne Arme und Beine. Kettensägenmassaker zwischen verrauchten Synapsen, Sayonara in buddhistischen Kamikazezirkeln. Oder Blaumannphilosophie.
Es war Krieg. Es ist Krieg und -“
„Du drehst durch, Thermonuklear. Du drehst vollkommen durch.“
„Ich hab´ das im Kopf. Und ich krieg`s nicht mehr weg. Was er getan hat. Das ist alles.“

Das ist alles.




© Rainer M. Scholz


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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Langer Nächte Messer.
Veröffentlicht am 14.01.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 31.01.2020). Textlänge: 593 Wörter; dieser Text wurde bereits 111 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.04.2021.
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