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Selbstgespräche in kleinem Kreis

Szene zum Thema Einsamkeit


von Habakuk

Ich springe urplötzlich wie von der Tarantel gestochen von meinem Stuhl auf. Drehe mich im Kreis. Immer rundherum. Ohne aufzuhören.
Was das solle, frage ich mich. Ich antworte nicht. Nach geschlagenen fünf Minuten fange ich an, mir Sorgen zu machen.
Wie lange ich gedenke, so weiterzumachen. Ich bleibe auf der Stelle stehen. Regungslos.
"Geradeaus gehen bringt nichts", sage ich." Und rückwärts?", frage ich vorsichtig.
"Auch nicht!"
"Aha", entgegne ich erstaunt.
"Geradeaus fickt dich das Leben. Rückwärts ebenso. Nur im Kreis herum ist es auszuhalten", brülle ich. Außerdem drehe die Erde sich ja auch. Dem gelte es, sich anzupassen. Ob ich mich noch an meine Mutter erinnern könne. Die habe sich auch unaufhörlich im Kreis gedreht.
Klar könne ich mich erinnern, erwidere ich. Selbst in der Klapse, gesteckt in eine Zwangsjacke, habe sie sich immer weiter gedreht, füge ich hinzu.
"Yeap", sage ich. Bis sie umgefallen sei. Und eines Tages einfach liegengeblieben. Einfach so. Für immer. Ich schluchze leise. Schaue aus dem speckigen Fenster. Ein fahler Novembertag. Dunkelbraungelbe Blätter drehen sich um ihre Achsen. Ein letztes Ausatmen des Herbstes. Werfe einen abschließenden Blick auf den Kreisverkehr in ca. 200 Meter Entfernung. Und fange an, mich ebenfalls zu drehen.
Wie ein Karussell aus alten Kindertagen.
Er habe vollkommen recht, brülle ich ebenfalls wie irr. Nur beim Sich-im-Kreis-Drehen sei es auszuhalten. Vorwärts und rückwärts ficke einen das Leben.
In diesen Nächten weicht der Frost nicht aus den Gliedern. Der Mond brüllt blutig wie ein wunder Feuermelder. Hast deinen bitt’ren Saft fast ausgetrunken.


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Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (20.06.2017)
Aber immer schön einen Euro auf den Nachttisch legen. Man fährt nicht umsonst Karussell...
Oder:
Gestern standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.
Aber ich bin ja auch ein Pessimist und die geistig-moralische Wende ist an mir vorbeigegangen. Dafür habe ich nicht mein Ehrenwort gegeben... und keinen Koffer mit 10.000 Mark bekommen, an den ich mich nicht erinnern kann.
Hm... ist Karussellfahren tatsächlich eine freie Entscheidung?
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Habakuk meinte dazu am 20.06.2017:
Karussellfahren dürfte mittlerweile teurer sein. Keine Ahnung. Den einen Euro+ zwacken wir noch soeben ab. Ich bin optimistisch, dass wir bald noch einen Schritt weiter sind. Ich bin also ein Optimist. Geistig-moralische Wende a la Kohl ist ja ein politischer Begriff und somit eine Blubberblase. Grundsätzlich kann ich dem Begriff losgelöst von Kohl durchaus etwas abgewinnen. Was ist schon eine freie Entscheidung? Eine philosophische Endlosschleife, wenn man darüber nachdenkt.
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9miles
Kommentar von 9miles (20.06.2017)
Habakuk!
Alter Kreiswehrersatzprophet, da kotzen ja noch die Drehwürmer vor Vergnuglichkeit mit ü, und auch ich bin nur ein Drehwurm, der kotzt.
Du aber hast ja einen hübschen Text verfasst, denn ich ob seiner Geklicktheit klincklings mega gern kommentiere und - ja - sogar las.
'Sogar' bedeutet in diesem Kontext, dass ich Texte nicht zwangsläufig lese, wobei ... ich es meist doch tue, da mir partute nicht einleuchten möchte, was sonst man mit so einem Text anstellen könnte.
Irgendeine Idee dazu?
'Speckige Fenster', und diese eigentlich kaum verhüllte Kritik an der Bienenwabe. Ich könnte da viel dazu schreiben, Habakuk.
Richtig viel viel!
-9
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Habakuk antwortete darauf am 20.06.2017:
Ha, ha, 9miles! Kreiswehrersatzprophet, ich habe schon damals – ist schon eine beträchtliche Zeit her – dem Kreiswehrersatamt prophezeit, dass sie irgendwann gegenstandslos werden. ;-)
Nun ja, bei Texten hab ich drei Kategorien: Die einen lese ich und vergesse sie. Die zweiten lese ich und behalte sie. bei den dritten bedaure ich, dass ich sie gelesen habe, wenngleich ich sie vergesse. Hilft aber nicht viel weiter, denke ich mal.
Immer alles von der Seele schreiben, rate ich da. Hat mich gefreut.

H.
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 21.06.2017:
"Der Mond brüllt blutig": Sehr schlecht gemachter Oxymoron. Ansonsten netter Text, gerne gelesen, wenn die dauernde Verwendung des sog Kraftausdrucks nicht wäre.
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Habakuk äußerte darauf am 21.06.2017:
Nun ja, das f-Wort gebrauche ich auch nicht am laufenden Band, aber in diesem Zusammenhang hat es sich schon (fast) eingebürgert.
Ein Oxymoron dürfte das nicht sein, Dieter. Wohl eher "Synästhesie".
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Dieter_Rotmund ergänzte dazu am 21.06.2017:
Stimmt. Diese vage Unbestimmheit ist ein weiteres, starkes Indiz, dass die Formulierung Mist ist, wenn ich es mal deutlich sagen darf. Durch das f-Wort wird der Text nur obszön, nicht besser.
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ManMan
Kommentar von ManMan (21.06.2017)
Liest sich gut! Ich bin beeindruckt. LG ManMan
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Habakuk meinte dazu am 21.06.2017:
ManMan, ist mir eine Freude und war mir eine Ehre. ;-)

LG
Habakuk
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SFritz meinte dazu am 26.07.2017:
Habakuk: Ja, Danke für den Text, er hat mich im Kreis gedreht.
(..und immer wenn Mütter in Texten erscheinen, könnt ich weinen....)
Das F-Wort ist ein bemühtes Wort, das die Umstände vom Arsch her richtet. Das F-Wort ist gemein, was sich in ihm verbirgt, ist ....Ohnmacht. Und das Arsch-Wort ist auch so ein Hintern, unterm dem es vor Wärme nur so stinkt. Hat ja mit Biologie zu tun. Das meiste, was mich persönlich in die Trauer bringt. (-->siehe oben)
Gute Grüße
SFritz
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Habakuk
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Veröffentlicht am 20.06.2017. Dieser Text wurde bereits 349 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.10.2017.
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