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Es war einmal...InhaltsverzeichnisStern der kalten Mitternacht

Entführt

Gedicht zum Thema Tod


von Mondsichel


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1. Vergessen

Gegangen mit dem Schweigen,
vergessen mit der endlosen Zeit.
Diese Augen die dort noch immer warten,
als wenn nie etwas geschehen wäre.
Ein Lächeln auf den süßen Lippen,
die ungeküßt in Stille weilen.
Gedanken die durch das Dunkel schweben,
so nah und doch unerreichbar fern.
Nebel legt sich über das blutende Herz,
hinfort geflogen jegliche Hoffnung.
Tiefste Sehnsucht erfüllt den Raum,
wo der Wind das Antlitz streichelt.
Glaube und doch Erkenntnis,
im Strahlen des traurigen Selbst.
Quälend der Schmerz in jenen Wunden,
die tiefer als jeder Abgrund sind.


2. Kraftlos

Die Beine zu schwach um aufzustehen,
der Körper erstarrt vor der Wahrheit.
Nichts wird zurückkehren was einmal war,
nichts wird mehr sein, nichts war je real.
Jeglicher Schrei in der Kehle erstickt,
der Mund geöffnet, nach Atem ringend.
Und in den Augen brüllt die Angst,
die diese kleine Seele zerbricht.
Niemand hörte das Flehen und das Kratzen,
niemand hörte den Atem des Todes kommen.
Verlassen in einem Grab aus Gier,
siechend in einem Sarg aus Vergessen.
Atemlos in einem Gefängnis aus Stille,
allein im Augenblick der Todesangst.
Eingehüllt in kalte Dunkelheit,
wo kein Licht das Sein erhellt.


3. Licht

Die Zeit verrinnt, das Leben geht,
zurück bleibt Schmerz und Angst.
Keine wärmende Liebe mehr,
leblos blickend in stumme Leere.
Stimmen die einen Namen rufen,
der niemandem mehr gehört.
Hoffnungen an der Oberfläche,
die längst zerschlagen sind.
Licht dringt in das tiefe Dunkel,
als sich die Türe wieder öffnet.
Die Stimmen verstummen schlagartig,
denn in der Tiefe lauert das Grauen.
Es blicken Kinderaugen voller Angst hinauf,
der Mund geöffnet, nach Atem ringend.
Da sitzt sie eingekauert in der kleinen Kiste,
die zu ihrem Grab geworden ist.

Die Zeit ist geflohen mit dem Wind,
doch die Erinnerung ist noch immer da.
Möge es Dich verfolgen bis in den Tod,
denn Du hast sie der Welt qualvoll entrissen.
Hast sie entführt und im Dunkel allein gelassen,
sie ist gestorben bevor ihr Leben überhaupt begann...

(c)by Arcana Moon

Anmerkung von Mondsichel:

Diesen Text hatte ich ursprünglich für das "Stadtradio Göttingen" eingesprochen, die es in ihrer Sendung "Sprachlabor" vorgestellt haben. Ich habe es nun doch geschafft den Text einzubinden, aber die Quali ist sehr bescheiden. Den Text und die vertonte Version in sehr guter Qualität, kann man unter http://www.arcanamoon.de (Musik / Downloads) kostenlos herunterladen.

Der Text wurde von mir nach einer wahren Begebenheit geschrieben...


 
 

Kommentare zu diesem Text


rela
Kommentar von rela (08.11.2005)
Gelesen und Download angehört. Es ist so unendlich traurig und der Gedanke daran, das dies wirklich geschehen ist, läßt einem fast das Blut in den Adern gefrieren. Wer kann so etwas grausames tun? Bin entsetzt. Nicht über den mehr als nahebringenden Text, den alle Welt lesen sollte, sondern über
den fürcherlichen Tod dieses Mädchens. Ich wage kaum darüber nachzudenken, was das Kind empfunden haben muß. Hatte sowas mal als Film gesehen, dachte aber das sei nur Erfindung, eine Story eben. Mehr als nachdenkliche Grüße, Rela
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Mondsichel meinte dazu am 09.11.2005:
Der Fall wurde 2002 oder 2003 bei Aktenzeichen XY gebracht und er hat mich so berührt, das ich darüber geschrieben habe. Der Fall ist aus den 70'ern, wenn ich mich recht erinnere und bis heute ist der Täter nicht gefunden. Das Mädchen wurde einfach von der Straße weggefangen und in einer Kiste unter der Erde begraben. Der Luftkanal, den der Täter gebaut hatte, der war unzureichend und so ist das Kind schließlich erstickt in tiefster Dunkelheit. Eduard Zimmermann meinte im Endeffekt nur, das er die Bilder vom Tatort nie vergessen würde. Das Mädchen hatte sich zusammengekauert, die Beine mit den armen umschlungen und ihr Blick war nach oben zur Decke gerichtet. Mit weit aufgerissenen und starrem Augen, in denen die Angst nur so schrie. Er meinte, es sah so aus, als würde sie darauf warten, das der Deckel sich öffnet. Das Mädchen war erst 9 oder 10 Jahre alt...
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Kommentar von TanzderSinne (30) (08.11.2005)
Ja liebe Arcy, in dieser Welt geschehen oft schreckliche Dinge wovor viele ihre Augen verschlossen halten weil sie es nicht sehen wollen weil sie es nicht wahr haben wollen. Es ist einfach grausam ein kleines Mädchen aus dem blutjungem Leben zu reißen ihre Eltern allein zurück zu lassen ohne Reue ohne darüber nachzudenken. Das ist echt Psycho und krank solche Menschen gehören eingesperrt für immer und in solchen Fällen wenn man es eindeutig beweisen kann wäre ich sogar für die Todesstrafe. Klingt hart aber solche Monster haben nichts anderes verdient. Sehr nachdenklicher und unglaublich traurige Zeilen von der Grausamkeit und Menschheit ins Leben gerufen. *Liebe Grüße Ive
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Mondsichel antwortete darauf am 09.11.2005:
Leider haben sie den Täter bis heute nicht gefasst. Guck mal meinen Kommentar bei Relas Kommi, da habe ich die ganze Story mal ausformuliert...
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Kommentar von Jpker (23) (11.11.2005)
Herzkrampf.
Es grüßt verzerrt die Möndin der Narr.
Das Geschehen wie Ihr es beschrieben gleicht einem Menschenopfer, doch wofür nur, wofür? Niemand hat es verdient allein, so bar jeder Hoffnung und von Gott und der Welt verlassen zu sterben.
Es ist gut, dass Ihr dem Text Eure Stimme leiht. Doch ich glaube, er sollte mehr sein, ich glaube, es ist eher ein Lied, nicht ein moralisches, nicht ein trauriges, denn dies ist jenseits aller Trauer, keines der Abscheu und auch keine Anklage, obwohl Ihr das Täter ja ansprecht, anklagt. Es ist ein Erinnern. Ich nehme an, eine stärkere künstlerische Ausgestaltung würde den Fokus vom Inhalt ablenken. Doch eine gewisse ausgestalung liegt bereits in der Verzerrung durch die von Euch bemängelte Qualität und lässt Eure wunderbare Stimme jenseitig, nein, wie ein Göteromen erscheinen. Wie erst, würde dazu die Leier geschlagen?

Dank sei Euch für dieses Mahnmal.

a touched joker
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Mondsichel schrieb daraufhin am 12.11.2005:
Ganz lieben Dank für Deine überwältigende Kritik. Von diesem Gedicht gibt es wahrlich ebenfalls eine musikalisch untermalte Version. Wenn Du sie hören möchtest, kannst Du sie auf unserer Homepage http://www.arcanamoon.de unter dem Menüpunkt Musik / Downloads (weiter unten) finden. Die wird Dir mit Sicherheit zusagen, denke ich... :)
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Es war einmal...InhaltsverzeichnisStern der kalten Mitternacht
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Dies ist ein Stück des mehrteiligen Textes Vertonte Songtexte.
Veröffentlicht am 07.11.2005, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 29.06.2006). Dieser Text wurde bereits 2.637 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 24.09.2017.
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