sein Morgen taub

Gedicht

von  Erebus

.

An einer Pfütze nippte Wind,
ein Schauer fiel aus einem Baum.
Entzweigtes Laub verlor sich, kaum
begann ein Tag, wie Tage sind.

Der sprach zu sich, wie einem Kind,
vom Schlaf, der einen Traum besaß.
Und davon, dass, als er vergaß,
sein Morgen taub und farbenblind

in einen grauen Raum verrann.
Da legte sich der Wind und wob
ein Schauer Laub in einen Baum,
weil Schlaf begann, weil Traum betrog.



.

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Kommentare zu diesem Text

Caterina (46)
(25.09.08)
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 styraxx meinte dazu am 25.09.08:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 25.09.2008 von styraxx wieder zurückgenommen.

 Erebus antwortete darauf am 29.09.08:
Hallo caterina,

ja, genau so. Die neblige Langsamkeit eines Herbstmorgens, zwischen allen Entscheidungen. Ein langgezogenes, tickendes Warten auf den Milchmann, der nun schon seit dreissig Jahren nicht mehr kommt.
LG, Uli

 styraxx (25.09.08)
Schön gereimt, aber nicht nur, auch die interessanten Bilder machen es aus - mir kommt das vor wie eine Art Schlaf-Wach-Zustand. Gefällt mir gut.

Schöne Grüsse c.

 Erebus schrieb daraufhin am 29.09.08:
Hallo styraxx

danke sehr! Es freut mich, mit den Versen eine Stimmung weiter zu geben, und dass du es als soweit gelungen empfindest

Herzlichen Dank und
LG,
Uli

 Isaban (25.09.08)
Es klingt so schön und weich, so behaglich und traulich, so zärtlich-melodisch, dass es schwer fällt, sich mit der letzten Strophe zu entträumen - und genau so war es ja auch gedacht, nicht wahr? Eine geniale Methode, einen überraschenden Tiefschlag, einen Vertrauensbruch, einen Betrug darzustellen.

Liebe Grüße,
Sabine

 Erebus äußerte darauf am 29.09.08:
Liebe Sabine,

ja und nein, ich glaube nicht den direkten Vertrauensbruch, eher unvollständiges Vertrauen.
Immer ein gewisses Misstrauen, ein Vergessen und Neubeginnen, ein Erinnern und Wollen. Alles etwas vage.
Mir schwebte das Bild der Straßenlaterne vor Augen, unter der ich als Kind auf den Milchmann wartete. Etwas fröstelnd, um die Laterne, die schon verloschen war, zogen die Nebelschwaden. Alles war Herbst und Warten.


LG
Uli
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