|
Work in ProgressGeschichte zum Thema Abrechnung von Anifarap.
-Anti anti. Das ist chic, das ist in. Herbert würde das stören, aber Herbert ist auch nur eine Amsel.
Doch Herbert braucht keine Worte und das ist beneidenswert.-
"Ay, Doctor." Sagte er, als er so in seinem Bettchen lag, in dem blassgelben Zimmer mit den Bildern vom Klatschmohn und Gräsern. Als er das Grün erblickte, musste er niesen, instinktiv, und er fand, dass er allergisch genug sei, um den Doktor anzusprechen.
"AY, DOCTOR! Per favor..."
Doch dann verstummte er. Denn er erkannte, dass er zu Hause lag, zu Hause, auf einer einfachen Pritsche, gepolstert mit Stroh, überdacht von einer Plane, in einem Hinterhof aus Beton, irgendwo in der Großstadt, in der nicht Autofahrer das gefährlichste Objekt auf der Strasse darstellten, sondern Fahrradfahrer, die Passanten auf dem Bürgersteig umfuhren und noch anschrien, als wären sie eigens vom Rad gestossen worden. Selbst die Polente beschäftigte sich mehr mit den brutalen, rücksichtslosen Fahrradfahrern, seit die Invasion von den neureichen Töchtern und Söhnen des Westens, ohne Grips und Verstand, begonnen hatte. Alles Idioten und Ignoranten. Feinde der großstädtischen Kultur: Feinde des Verstandes.
Bisher hatten sie nur eines bewiesen: Dass Arrrrrrogaaaaaanz und Geld stinken. Vor allem im Sommer. Vor allem in dieser Stadt.
-Anti anti.-
Herbert zwitscherte nur, wenn es ruhig war, und der gewöhnliche Großstädter tief und fest nach seiner vierten durchzechten Nacht schlief, um nach vier Stunden aufzuwachen und festzustellen, dass der Sekt alle war.
Uh- da war noch der kleine Schreiberling im ersten Stock. Der auf Bestellung stimulierte, weil die Leute nicht mehr selbst träumen konnten.
Er hatte derzeit wahrlich viel zu tun gehabt, nachdem man ihm seinen Hals aufgeschnitten und die Stimmbänder entfernt hat, damit das Telefonieren ihn nicht vom Schreiben ablenkt. Er verdiente Hartz IV. Und irgendwie, war er noch am besten dran. Wenn auch nicht zu sehen- für die Mehrheit.
|
URL dieses Textes: www.keinVerlag.de/236030.text
Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Kommentar von Elvarryn (10.04.2009)
 Du hast da einen Monstersatz drin: Denn er erkannte, dass er zu Hause lag, zu Hause, auf einer einfachen Pritsche, gepolstert mit Stroh, überdacht von einer Plane, in einem Hinterhof aus Beton, irgendwo in der Großstadt, in der nicht Autofahrer das gefährlichste Objekt auf der Strasse darstellten, sondern Fahrradfahrer, die Passanten auf dem Bürgersteig umfuhren und noch anschrien, als wären sie eigens vom Rad gestossen worden. Der "funktioniert" zwar, aber ich wuerde ihn auftrennen, um den Zugang zu erleichtern.
Das Wort "Polente" habe ich sicher 20 Jahre nicht mehr gehoert.. ;) Sag Deine Meinung zu diesem Kommentar!
|

Kommentar von wupperzeit (12.04.2009)
 Und ich denke gerade, dass es sich gar nicht lohnt irgendwohin zu fahren, fast so wenig wie es sich lohnt irgendwo zu bleiben, und dass es anscheinend angenehmer ist im Dreck und Müll von Hass und Gewalt zu leben, zu leben, wie man das unangemessen pathetisch zu nennen pflegt, als immer wieder nach etwas zu suchen, das es vielleicht auch nicht gibt, so etwas wie Frieden. Liebe. Das lebt, sagte der alte Jude, als er den riesigen Leichenzug an sich vorüberziehen sah, - so heißt es in der alten Anekdote, Andreas Sag Deine Meinung zu diesem Kommentar!
|
|
|
|