Dunkelziffern

Alltagsgedicht zum Thema Alleinsein

von  Isaban

Es war ein Freitag, Ende Mai.
Drei Wimpernschläge lang war alles echt,
da wollte keiner irgendwas verkaufen;
sie waren sich nicht einerlei,

nur ihre Zungen hatten sich verlaufen.
Sie sahn sich an und zart und klar,
pulsierte, was sonst knöchern war.
Dann war der Augenblick vorbei

und so wie die Silberfische,
wenn plötzlich Licht angeht
in dunkle Ecken flitzen,

sah man sie zweisam einsam
in der Küche sitzen.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text

janna (66)
(02.10.11)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 princess (02.10.11)
Hallo Sabine,

ich lese hier von zweien, über denen ein Moment verloren geglaubter Innigkeit aufgeht... um sich dann wieder im Nichts zu verlieren. Vielleicht ebenso wie die verstummte Sprache ihrer Zungen, die sich verlaufen haben, wohin auch immer.

Das Gedicht gefällt mir ausgesprochen gut. Bildlich und sprachlich. Von den Silberfischen mal ganz zu schweigen.

Liebe Grüße, Ira
baerin (53)
(02.10.11)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
KoKa (43)
(02.10.11)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 EkkehartMittelberg (02.10.11)
Vielleicht haben ihre Zungen während der drei Wimpernschläge etwas Zartes und Klares gesagt, bevor sie wieder in die alte Erstarrung zurückfielen.
Ekki

 TassoTuwas (02.10.11)
Zeitlose Momentaufnahme. Wie ich es mag. LG TT
holzköpfchen. (30)
(03.10.11)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 AZU20 (03.10.11)
Ich denke, ein Augenblick, in dem alles stimmte, bevor sie sich der Dinge wieder bewusst wurden, die sie trennen. LG
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram