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KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von Bergmann



Fr., 22. September
Bisher 3.726x aufgerufen


Zuviel Ich auf KV


Ich zitiere im Folgenden einige interessante Gedanken der Bonner Schriftstellerin Juli Zeh über den Gebrauch und Missbrauch der Ich-Erzählperspektive. Das ist ein typisches Phänomen auf KV.

Juli Zeh
Sag nicht Er zu mir
oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor

1) ICH schreibt ein Buch. ICH hat viel erlebt, also kann ICH auch viel erzählen.
Zu Anfang ein bisschen Statistik. Die beiden im Frühjahr 2002 erschienenen Anthologien "20 unter 30" (DVA) und "Vom Fisch bespuckt" (Kiepenheuer & Witsch) versammeln insgesamt 57 Erzählungen von 57 jungen und sehr jungen, weiblichen und männlichen Autoren.
Darunter sind 36 ICH-Erzählungen. Eine von mir.
Das macht 64,9 %. Der Anteil personaler Erzählungen liegt bei 22,8 %. Eine Geschichte benutzt "man" im Sinne von "ich", und bei den verbleibenden sieben Texten ist die Perspektive schwer bestimmbar. Das Durchschnittsalter der Autoren liegt bei 29,3 Jahren. Wie hoch ist die Raumtemperatur?
Und wer ist eigentlich dieser ICH, der zwei Drittel der Gegenwartsliteratur auf dem Gewissen hat?
Als ich klein war, gab es ICH noch nicht. Ohne dass es mir richtig bewusst gewesen wäre, benutzten meine Gedanken einen Erzähler. Es gab keine Gegenwart, sondern nur episches Präteritum, und für mich selbst gab es die dritte Person. Während ich von der Schule nach Hause kam, konnte ich zum Beispiel denken: Die letzte Stunde war schon wieder ausgefallen. "Hoffentlich gibt es Leberkäse zum Mittagessen", dachte sie und schob den Schlüssel ins Schloss der Haustür.
Brüllte ich dann "Hallo Mama!" ins Haus hinein, fügten meine Gedanken rief sie hinzu. ICH existierte nur in der wörtlichen Rede: "Ich bin schon da", sagte sie, als die Mutter in den Flur trat, "die letzte Stunde ist wieder ausgefallen."
Wann es anfing, weiß ich nicht mehr. Ich hatte lesen gelernt und verschlang viele Bücher, und bei "Hanni und Nanni" und den "Drei Fragezeichen" kam ICH nicht vor. Außer in der wörtlichen Rede
. Als mir klar wurde, dass ein Erzähler sich meiner Gedanken bemächtigt hatte, war ich alt genug, um an eine psychische Störung zu glauben. Ich arbeitete daran, mir diese Art des Denkens abzugewöhnen, ich zwang mich, von mir selbst in der ersten Person zu denken: ICH zu benutzen.
Wie man sieht, ist es gelungen. Heute bin ich in der Lage, sogar Essays über das Verschwinden der Erzählperspektive in der Ich-Form zu schreiben. Jetzt, da ich ICH habe, werde ich ICH nicht mehr los. Und das scheint, rein statistisch, zwei Dritteln der schreibenden Bevölkerung nicht anders zu gehen.
"Im Gedenken an alle, die beim Versuch, auktorial zu erzählen, den Verstand verloren" – dieses Motto stellte mein Freund D. neulich einer seiner Kurzgeschichten voran.

2) ICH hat ein leeres Blatt Papier vor sich. ICH findet sich selbst am interessantesten auf der Welt. Das hat ICH so gelernt. ICH ist Individualist.
Die Ich-Erzählung ist keine Erfindung der vergangenen neunziger Jahre. Es gab sie schon immer und in allen Variationen: Das ICH kann Hauptfigur des Geschehens sein oder peripherer Beobachter, es kann ein Erlebnis aus der Erinnerung berichten oder vom Hörensagen, es kann nur im ersten oder letzten Satz einer Erzählung auftauchen oder in jeder Zeile. Wie man spätestens im Deutschgrundkurs gelernt hat, haben die ICHs aller Zeiten eines gemeinsam: Sie sind nicht mit dem Autor identisch.
Sind sie nicht? Ein Blick in die biographischen Tabellen der genannten Anthologien zeigt: Der Altersunterschied zwischen ICH und seinen Schöpfern und Schöpferinnen bewegt sich meist innerhalb einer Spanne von wenigen Jahren. In den Geschichten wird gebadet und Taxi gefahren, Geburtstag gefeiert in einer Cocktailbar, Lady Di stirbt, RTL läuft, Vater oder Mutter haben eine Meinung dazu. Das ICH hat häufig keinen Beruf, fast möchte man vermuten, dass es studiert oder gar zur Schule geht. Beim Lesen entsteht ein unbehagliches Gefühl. Es liegt nicht an mangelnder Abwechslung bei Wiederbegegnungen mit der immer gleichen Erzählhaltung, sondern am schleichenden Verdacht, bei ICH handele es sich womöglich gar nicht um eine literarisch notwendige Konstruktion, sondern um die Stimme des Autors selbst.
Wir kreisen um die eigene Person. Erzählen unsere Lebensgeschichten schon in jungen Jahren einem Psychiater oder einer Textdatei mit Namen "roman.doc". Wir haben noch nicht viel von der Welt gesehen und trotzdem beschlossen, Schriftsteller zu werden. Weil das eine intellektuellere Version von Popstar ist, weil man als Schriftsteller nicht gut aussehen oder zehn Jahre lang Gitarrenunterricht nehmen muss und morgens trotzdem liegen bleiben kann. Wir leben zwischen eigenem Bauchnabel und Tellerrand und schreiben darüber. Unsere Texte sind ICH-bezogen wie wir selbst.
Auf den ersten Blick scheint an dieser Erklärung etwas Wahres dran zu sein. Sie passt zu dem oft geäußerten, verworfenen und wieder aufgewärmten Vorwurf, die Literatur, insbesondere die deutsche und erst recht die junge Literatur, habe nichts zu erzählen. Sie sei Pop und U statt E, und ihre Autoren beherrschten vielleicht den medienwirksamen Auftritt, nicht aber das literarische Handwerk.
Schon möglich. Aber nichts erzählen könnten wir eigentlich auch in der dritten Person.
Wer dem ICH zu entkommen versucht, landet, wie die Statistik zeigt, im Regelfall bei der personalen Erzählhaltung: ICH wird umgetauft in Sylvie, Ulli, Nette, manchmal auch nur in "Er" oder "Sie". ER, der über die Straße geht, lacht, guckt, fühlt und denkt, trägt beim Erleben und Wahrnehmen die Kamera als Erzählperspektive mit sich herum. Der Leser erfährt nichts, was ER nicht weiß, sieht nichts, was ER nicht sieht, und kann nur im Schlepptau der Hauptfigur das literarische Geschehen durchleben. Der Blick auf die vom Text geschaffene Welt bleibt eingeschränkt durch das Schlüsselloch einer subjektiven Wahrnehmung.
Und das in einer Zeit, da Bewusstseinsströme, innere Monologe, autoanalytische Suada und überhaupt Spaziergänge durch den am besten kranken Kopf einer einzelnen Figur keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken dürften. Ja: Die Welt ist nichts als unser Blick auf sie. Klar: Eine objektiv zugängliche Wirklichkeit gibt es nicht. Spätestens seit der "Matrix" haben wir die Erkenntnis aus Platons Höhlengleichnis tatsächlich verinnerlicht und ausreichend trivialisiert. Aber warum sollte diese Erkenntnis dazu zwingen, literarisch nur noch aus der Subjektiven zu erzählen?
Der Mann ohne Eigenschaften, von dem hier erzählt wird, hieß Ulrich, und Ulrich – es ist nicht angenehm, jemand immerzu beim Taufnamen zu nennen, den man erst so flüchtig kennt! [...] – hatte die erste Probe seiner Sinnesart schon an der Grenze des Knaben- und Jünglingsalters in einem Schulaufsatz abgelegt, der einen patriotischen Gedanken zur Aufgabe hatte. Patriotismus war in Österreich ein ganz besonderer Gegenstand.
Jeder einzelne Satz aus Robert Musils unvollendetem Roman kann als Paradebeispiel herhalten für den Tonfall einer Stimme, die weder einem ICH noch einem personalen ER zugeordnet ist: An- und Einsichten des Romans sind nicht solche der Figuren. Das literarische Personal wird am langen Arm der epischen Distanz zu der ihm eigenen Subjektivität geführt: Über die Zeit bis dahin vermochte Ulrich heute den Kopf zu schütteln. Der Text bleibt Text, Ulrich bleibt Ulrich und damit eine literarische Konstruktion. Das ist strenge und vielleicht manchmal schwer verdauliche Trennkost im Vergleich zum Kochtopfrezept der neuen ICH-Erzählung, die Autor, Erzähler, Figur und Leser auf kleiner Flamme zu einer geschmeidigen Masse verrührt.
"Aber wenn ich versuche, auch nur den Anfang eines Textes auktorial zu konzipieren", sagt mein Freund D., "klingt es altbacken, oberlehrerhaft und vorgestrig."

3) ICH drechselt nicht. ICH redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Kann eine Erzählperspektive direkten Einfluss auf die sprachliche Qualität des Textes haben? Wie kann eine Erzählhaltung veraltet oder zeitgemäß frisch oder überhaupt irgendwie "klingen"? Die auktoriale Erzählhaltung bewegt sich aufgrund ihrer Distanz zu literarischem Geschehen und Figuren am anderen Ende der Fahnenstange. Ein auktorialer Erzähler stellt die Ereignisse aus der Vogelperspektive dar, unabhängig vom Wissensstand einzelner Figuren, in Ort und Zeit nicht zwingend an deren fiktive Biographien gebunden. Das aber müsste in lakonischen Fünf-Wörter-Sätzen oder verträumt-sarkastischem Prenzlauer-Berg-Duktus genau so möglich sein wie in seitenlangen Schachtelsatz-Gebäuden. Trotzdem ist die Ansicht weit verbreitet, man könne "so", nämlich wie Musil oder Mann, "heutzutage" nicht mehr erzählen.
Es muss daran liegen, dass junge Autoren sich nicht wohlfühlen in der auktorialen Haut. Beim Versuch, eine omnipotente Haltung einzunehmen, gerät man leicht in Gefahr, sich als Stimmenimitator zu betätigen: Lächerlich ist nicht das auktoriale Erzählen, sondern dessen misslungene Kopie. Nicht das auktoriale Erzählen schreckt uns ab. Sondern unser Unvermögen, es originär zu betreiben.

4) ICH will nicht Gott sein. ICH ist Demokrat.
Ein auktorialer Erzähler ist Herr in der Welt seiner Geschichte. Er ist den Geschehnissen nicht ausgeliefert, sondern steht über ihnen. Er mag selbst, sogar als "Ich", im Text eine Rolle spielen; im Moment aber, da er sich zurücklehnt und die Ereignisse erzählt, hat er alles überstanden und blickt darauf als einer, der Anfang und Ende kennt. Der auktoriale Erzähler ist im Text die unanfechtbare Autorität.
Zu der Zeit, da sich ein Erzähler meiner Gedanken bemächtigte und ich mich gemeinsam mit fünf Freunden und drei Fragezeichen auf der falschen rezeptionstheoretischen Ebene zu bewegen begann, war die Welt vielleicht nicht in Ordnung, aber sie hatte eine Ordnung: Ich war klein, und es gab einen Haufen Wesen, die im Vergleich zu mir allmächtig und allwissend waren. Kinder- und Jugendliteratur ist heute wie früher häufig auktorial erzählt und scheint auf diese Weise einer Weltordnung zu entsprechen, die in einer frühen Lebensphase immer noch Gültigkeit besitzt.
Später lernte ich, dass Gott entweder tot ist oder eine Frage der individuellen Selbstverwirklichung. Vater und Mutter, Klassenlehrer und Bundeskanzler sind nicht notwendig tot, aber auch nur Menschen und damit weit entfernt von allwissend oder omnipotent. Kritisches Nachfragen im Unterricht endet nicht in der Ecke oder beim Nachsitzen, sondern wird mit guten Noten belohnt. Wohin es führt, wenn einer führt, studieren wir im Geschichtsunterricht in aller Ausführlichkeit.
Seit dem zweiten Weltkrieg wird innerhalb unseres demokratischen Systems versucht, den Einzelnen nicht über seinen Platz innerhalb einer hierarchischen Struktur zu definieren. Wir sind mehr als die Sprosse irgendeiner Hühnerleiter. Wenn die Erzählperspektive eine Blickrichtung ist, eine bestimmte Sicht auf die Welt, die von persönlicher Identifikation und Sozialisierung beeinflusst wird, setzt sie sich ins Verhältnis zu jeder gesellschaftlichen Veränderung.
Einer erzählenden Autorität fehlt heute in Familie, Schule und Politik die Entsprechung. Ohne feststehende, hierarchisch gestützte Ordnungsprinzipien gibt es in unserem täglichen Erleben vor allem das dem Leben und sich selbst ausgelieferte ICH und darüber den blauen oder grauen Himmel.
Warum also sollten wir beim Schreiben die Haltung dessen simulieren, der alles weiß und deshalb regiert? Warum sollten wir beim Lesen eine solche Haltung akzeptieren? Ist auktoriales Erzählen nicht irgendwie "undemokratisch"?

5) Weil ICH nervt. Weil ICH beschränkt ist wie die Menschen selbst.
Und weil es Genuss bereitet, etwas erzählt zu bekommen, ohne im engen Kopf einer einzelnen Figur kauern zu müssen. Man schlägt das Buch auf, sitzt sogleich mit dem Rücken am Kachelofen, vor einem Lagerfeuer oder unter Deck eines Überseedampfers. Und betrachtet eine ganze Welt. Der auktoriale Erzähler kennt seine Geschichte und ihre Bedingungen, sonst würde er sie nicht weitergeben. Er hat sie erlebt oder erfunden, und er hat es nicht nötig, das Subjektive daran ständig in den Vordergrund zu stellen.
Ein großer Teil der Leserschaft scheint sich nach dieser Art des Erzählens zu sehnen. Wenn sie in Deutschland nicht zu haben ist, wird sie importiert: In den letzten Jahren stand lateinamerikanische Literatur hoch im Kurs – deren Autoren haben erheblich weniger Probleme mit Erzählpatriarchen. Dafür mehr mit Vätern, Göttern und Diktatoren. Marquez wollen alle lesen. Paradoxerweise will hier aber niemand so schreiben.
Wir fühlen uns nicht einer zwingenden Übermacht ausgeliefert, sondern der allzu großen Beliebigkeit, dem berühmt-berüchtigten anything goes. Die Freiheit zu wählen bringt den Zwang mit sich, unablässig Entscheidungen treffen zu müssen. Umso mehr kann das Eindringen in die von zentraler Instanz geordnete Welt eines Romans Erleichterung bedeuten. Man lässt sich alles zeigen und erklären, wird beim Lesen zum Kind, entledigt sich ungestraft für ein paar hundert Seiten jeder Verantwortung. Frei von Nebenwirkungen. Symptome einer auktorialen Persönlichkeitsspaltung nur bei Überdosierung: "Hallo Mama", rief sie, "ich bin schon da."

6) ICH beschreibt, was ICH sieht. Was ICH nicht sieht, braucht der Autor nicht zu beschreiben.
"Die volle erzählerische Möglichkeit", sagt mein Freund D., "liegt bei der auktorialen Instanz. Und genau da liegt auch das Problem."
Beim auktorialen Erzählen kann die Handlung an beliebig vielen Orten spielen, abwechselnd, gleichzeitig, hintereinander, in beliebig vielen Zeiten und Epochen, ohne dass die Auswahl beschränkt wäre durch den Lebensweg, das Wissen und die Wahrnehmung einzelner Figuren. Der Autor steht auf der Schwelle eines unbegrenzten Spielfelds, eines Paradiesgartens. Totale Freiheit.
Seit wir sie haben, stehen wir mit der Freiheit auf ebenso schlechtem Fuß wie mit hierarchisierenden Autoritäten, die wir nicht mehr haben. Antiproportional zum Wachsen der Auswahlmöglichkeiten sinkt die Fähigkeit zu wählen. Alles kommt in Frage. Da ist es wieder: anything goes.
Entscheidungen werden anhand und mit Hilfe von Prinzipien getroffen, und auch davon besitzen wir nicht mehr viele. "Du sollst nicht töten" gilt weiterhin, hilft aber nicht beim Schreiben. Woher soll der Autor wissen, was ins Buch gehört und was nicht? Ganz einfach: Das Gute ins Töpfchen. Pro bono contra malum. Nur lässt das Gute sich schlecht identifizieren, wenn es nicht einmal gültige ästhetische Kriterien kennt. Erst recht diktieren Moral und Ethik uns nichts in die Feder, und politische Intentionen sind etwas für ostalgische Ossis und Rest-Feministinnen. Sicher: das zu erzählende Geschehen stellt Forderungen, die es beim Schreiben einzulösen gilt. Aber das Geschehen ist nur das Skelett des späteren Textes, und entgegen einer verbreiteten Auffassung ergibt sich alles andere auch beim begabten Schriftsteller nicht etwa von selbst. Die große Freiheit ist schwer zu verwalten.
Einen überschaubaren Radius im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schafft das ICH. Es trifft eine Vorselektion: Eine Szene, die ICH nicht erlebt hat, kann nicht erzählt werden. Es sei denn, ICH hat sie geträumt oder davon gehört. Dieses Verfahren schränkt stark ein und teilt dadurch vom horizontlosen Tummelplatz einen Laufstall ab, in dem sich gerade junge Autoren, die Verfasserin inklusive, wohler fühlen als auf freier Wildbahn.
Junge Autoren sind also Anfänger, und auktoriales Erzählen ist für Fortgeschrittene? Vielleicht ein bisschen. In diesem Fall müsste jedoch ein Haufen schlechter auktorialer Erzählungen existieren. Oder waren wir je vernünftig genug, um nichts zu beginnen, das wir nicht beherrschen?

7) ICH weiß, dass ICH nichts weiß.
Es steht zu befürchten, dass der subkutane Widerstand dagegen, vom Autor zum Erzähler zu werden, eine weitere Ursache hat. Das ICH ist nicht bloß einfacher zu meistern. Es ist nicht nur die bessere Entsprechung einer autoritätsfreien Umwelt und nicht nur alter ego einer bauchbespiegelnden, unpolitischen, popigen Individualistengeneration.
Wir haben Höhenangst. Uns ist der Wille zur Draufsicht verloren gegangen, in der Vogelperspektive wird uns schwindlig.
Der Erzähler berichtet seinen Lesern von der Welt. Zunächst von der selbstgeschaffenen, und über diese auch ein kleines Stück von der wirklichen Welt. Er gibt vor, etwas davon zu verstehen, und vielleicht versteht er wirklich etwas. Der Patriotismus ist in Österreich ein ganz besonderer Gegenstand - wer würde es heute noch wagen, einen solchen Satz zu schreiben? Ein Historiker. Ein Essayist vielleicht, oder der Politikredakteur einer überregionalen Tageszeitung. Sätze dieser Art sind für Sachverständige, für Ethikexperten, Gentechnologie-, Wirtschafts-, Umwelt- und Balkanspezialisten. Ein Schriftsteller würde schreiben: "Der Patriotismus", sagte der Typ mit dem Backenbart, "ist in Österreich ein ganz besonderer Gegenstand." In den Haaren über seiner Oberlippe hing ein gelblich angetrockneter Tropfen, Dotter vom Frühstücksei, das sich dort verfangen hatte. Ich konnte meine Augen nicht abwenden.
Die Teilnehmer an öffentlichen Diskursen hießen einst "Intellektuelle" oder gar "Philosophen", und zur ersten Kategorie durfte ein Schriftsteller sich zählen. Jetzt heißen sie "Spezialisten", "Sachverständige" oder eben "Experten". Sie reden mit im Gespräch über eine angeblich immer komplexere Welt. Der Schriftsteller ist kein Spezialist, außer für sich selbst und die ganze Welt.
Die Welt war, ehrlich gesagt, schon immer ziemlich komplex. Nur war unser Informationsstand nie so hoch, der Zugang zu Wissensquellen nie leichter und die Möglichkeit zur Teilnahme an Kommunikationsprozessen nie so weit verbreitet. Wachsendes Wissen, das ist eine alte Erkenntnis, geht mit dem wachsenden Gefühl des eigenen Nichtwissens einher. Diese Unsicherheit gälte es auszuhalten, um meinungs- und sprachfähig zu bleiben.
Es ist einfach, jemanden mundtot zu machen, indem man ihn bei fehlendem Expertentum ertappt.
Wir haben das Feld geräumt, uns auf die letzte Bastion individuellen Expertentums, nämlich das streng subjektive Erleben zurückgezogen. In die literarische Froschperspektive. Die Stimme aus dem Off, sie schweigt. Die Gedanken sind frei, vor allem die eigenen, und wenn es brenzlig wird, können wir die Mär vom literarischen Erzählen wiederbeleben: Das habe doch nicht ich gesagt, sondern ICH, und ICH ist, wie jeder weiß, mit dem Autor nicht identisch.

8) ICH könnte mal Pause haben. ICH könnte den Mund halten, wenn andere reden.
Vielleicht sollten wir wieder bei Hanni und Nanni oder den Fragezeichen beginnen. Uns mit dem Rücken an Kachelöfen lehnen, Überseefahrten unternehmen, dreimal täglich vor dem Badezimmerspiegel sagen: Musil hat es auch überlebt. Unsere Persönlichkeiten spalten, bis wir genügend Leute haben für ein breites literarisches Figurenpersonal. "Hallo Mama", rief sie. "Wir sind schon da." Stadtrundflüge durchführen zur Überwindung von Höhenangst, autoritär-hierarchische Strukturen verinnerlichen bei der Bundeswehr. Dreimal täglich vor dem Badezimmerspiegel sagen: Patriotismus ist in Österreich ein besonderer Gegenstand.
"Es wäre gut", sagt mein Freund D., "mal eine auktoriale Erzählung zu schreiben."
Oder wenigstens einen auktorialen Essay.
ICH meint ja nur.


 
 

Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


AlmaMarieSchneider
Kommentar von AlmaMarieSchneider (22.09.2006)
Nicht nur auf KV und wenn einer Geschichte die ICH-Erzählperspektive fehlt kommt sofort der Vorschlag, daß diese doch besser wäre.
Das ICH -ein Synonym unserer Zeit? Die Erzählperspektive nur ein Ausdruck dafür?
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Bergmann
Kommentar von Bergmann (29.09.2006)
Ich gebe zu, ein Link zu Juli Zeh's Artikel hätte es getan. Kommt nicht wieder vor. Es geschah in Zeitnot. Rechtlich bestimmt dann ein Problem, wenn ich die mit unseren Kolumnen verfolgten (Diskussions-)Interessen einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Literatur nicht hätte. Grenzfall.
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Tod in Venedig. Ein Beitrag zur Kunsttheorie (08.04.16)
Einschlafgeschichten (01.04.16)
Julia Trompeter (Cantalurp) (25.03.16)
Was ich nicht glaube (18.03.16)
Eine vorgestrige Lesung (11.03.16)
Was ich nicht bin (04.03.16)
Über den Konjunktiv (26.02.16)
Wo die Ballade anfängt und aufhört, ... (19.02.16)
Höhenlinien (12.02.16)
Avanti! (05.02.16)
Ecce Eco! (29.01.16)
Robert Schaus (1939-2015) (Lyrik 47) (22.01.16)
Über Schatten und Nebel - Ines Hagemeyer (Lyrik 46) (15.01.16)
Tresenkraft und Kiezkauz - ein Nekrolog? - Florian Günther (Lyrik 45) (08.01.16)
Pflotsch! - Prosa (33) (01.01.16)
Reise(e)nde - Karin Posth (Lyrik 44) (25.12.15)
Politische Cartoons in der Mao-Zeit (18.12.15)
Zu Heidegger (11.12.15)
Spieltrieb = Triebspiel ? (04.12.15)
Tempora mutantur et nos in illis mutamur (27.11.15)
Maranatha. Ein Besuch bei Peter Bares (20.11.15)
Matrizen und Matratzen der Design-Welt (13.11.15)
Der Bücherschrank in der Poppelsdorfer Allee (06.11.15)
Poetry-Polis (30.10.15)
Verteidigung des Irren (23.10.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (8) (16.10.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (7) (09.10.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (6) (02.10.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (5) (25.09.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (4) (18.09.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (3) (11.09.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (2) (04.09.15)
BRIEFE AN HERRN ANDRÉ ÜBER DIE LITERATUR (1) (28.08.15)
Mao Zedong – Der Lange Marsch und die Lyrik (21.08.15)
vita brevis ars longa (14.08.15)
Daxue und Zhongyong – Die Große Lehre, Maß und Mitte (07.08.15)
Ich stehe voll hinter mir. Ein paar Ausreißer (31.07.15)
Modismen der Theater- und Opernregie (24.07.15)
Gib mir einen Angelpunkt außerhalb der Welt! (17.07.15)
Alexis Zorbas ad infinitum? (10.07.15)
China auf der Suche nach der optima res publica? (2/2) (03.07.15)
China auf der Suche nach der optima res publica? (1/2) (26.06.15)
Qingdao – eine neue Welt (11/11) (19.06.15)
Qingdao – eine neue Welt (10/11) (12.06.15)
Qingdao – eine neue Welt (9/11) (05.06.15)
Qingdao – eine neue Welt (8/11) (29.05.15)
Qingdao – eine neue Welt (7/11) (22.05.15)
Qingdao – eine neue Welt (6/11) (15.05.15)
Qingdao – eine neue Welt (5/11) (08.05.15)
Qingdao – eine neue Welt (4/11) (01.05.15)
Qingdao - eine neue Welt (3/11) (24.04.15)
Qingdao - eine neue Welt (2/11) (17.04.15)
Qingdao - eine neue Welt (1/11) (10.04.15)
Unser Los ist unser Untergang - Stamatis Polenakis. Lyrik (44) (03.04.15)
Schreibantrieb (27.03.15)
Steigen und Fallen der Bilder - Kubin. Lyrik (43) (20.03.15)
Isoliertes = freies Denken? (13.03.15)
Maskeraderie (06.03.15)
Der Zauberpark (27.02.15)
Cremaster (20.02.15)
Altern (13.02.15)
An eine tief liegende Seele (06.02.15)
Falter und Fische - W-M. Lyrik (42) (30.01.15)
Kafka und die DDR (23.01.15)
Figuren (16.01.15)
Atonales Erzählen (09.01.15)
Gedanken zur Montage-Technik (02.01.15)
Bloch und das Matterhorn (26.12.14)
Lesestatistik (19.12.14)
Über-List (12.12.14)
Welt-Atems Schwellgesang - Versuch über Wagner (05.12.14)
Traum vom Sattel (28.11.14)
Zauberberg-Hörbuch (21.11.14)
Unsere Geschichte - zwei Aspekte (14.11.14)
Drachenfels (07.11.14)
Gedanken zur Reichs-Idee (31.10.14)
Die Ameisen von Boris Vian (24.10.14)
Brief an einen älteren Herrn (17.10.14)
Goetheanum (10.10.14)
Bob Dylan ctd. (03.10.14)
Satyagraha (26.09.14)
Intelligente Musik der Kälte (19.09.14)
Mein Bonn (12.09.14)
Twitterie (05.09.14)
Kirchenkram: Una sancta ... (29.08.14)
Martin Walser und Gott und die Welt (22.08.14)
Wir suchen Figuren (15.08.14)
5MM (08.08.14)
Reale Traumspielerei (01.08.14)
Ypsilon. Karlyce Schreiber - Ein kleiner Nachruf (25.07.14)
Konstambul (18.07.14)
Jesus-Deklination (11.07.14)
Nur jetzt bin ich alles (04.07.14)
Strophismen (27.06.14)
Am Abgrund (20.06.14)
Ode an die Gänse (13.06.14)
Flying into the light of hope (06.06.14)
Es ächzt im deutschen Seelenschelf (30.05.14)
Außenpolitik gestern und heute (23.05.14)
Thomas Mann, Vollender (16.05.14)
Kunstbeliebigkeit (09.05.14)
Perspektivenfrage (02.05.14)
Zwischen Kosmos und Kosmetik (25.04.14)
Schammanie (18.04.14)
Schreiben und das übrige Leben (11.04.14)
Heiße Vernichtung (04.04.14)
Die Natur ist das eigentliche Geschehen (28.03.14)
Die Grattänze der Administranten (21.03.14)
Nietzsches "Zarathustra" (14.03.14)
György Asvany (07.03.14)
Si(g)na (28.02.14)
Ästhetisierung des Schrecklichen (21.02.14)
Die andere Welt (14.02.14)
Was bedeutet mir kv? (07.02.14)
GraSS: ... und fürchte mich immer noch vor der schwarzen Köchin (31.01.14)
Holger Benkel im twilight garden (24.01.14)
Heinz Küpper, Minten und ich (17.01.14)
Generation Doof (10.01.14)
Gedanken zur Amoralität des Schönen (03.01.14)
Zu Arthur Breinlingers Prosaminiaturen (Prosa 32) (27.12.13)
Anstrengende Bewusstseinsströme (20.12.13)
Gedanken über die Kunst (13.12.13)
Ein paar Phrasen zur Kunst (06.12.13)
Statement 69 (29.11.13)
Wo alles der Einen welt zustrebt (22.11.13)
Im Dschungel der Kriterien (15.11.13)
Update meiner Bücherliste (08.11.13)
Einige meiner Lieblingsstücke moderner Musik (01.11.13)
Thesen zum Klima auf KV (25.10.13)
Dilemma (18.10.13)
Unsortiert - ein paar Aphorismen (11.10.13)
Unsortiert - ein paar Aphorismen (11.10.13)
Zurück vom Ring? (04.10.13)
Vita contemplativa (27.09.13)
Lyrik im Digital (20.09.13)
Unbedeutend. Grabbe (Stücke 19) (13.09.13)
Frauen-Vordergründe und ihre Männer-Hintergründe. von Düffel (Stücke 18) (06.09.13)
Der Gott des freien Menschen. Gorki (Stücke 17) (30.08.13)
Die reichen Ratten (23.08.13)
Endlich auch. erasmus. Lyrik (41) (16.08.13)
Korrespondenz und Tagebuch (09.08.13)
Mann macht Macht, Macht macht kaputt. Lorca (Stücke 16) (02.08.13)
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Büchner (Stücke 15) (26.07.13)
Lears Leere und Lehre. Shakespeare (Stücke 14) (19.07.13)
Zur Dialektik des Opferns. Theresia Walser (Stücke 13) (12.07.13)
Parsifal - Übermensch & Erlöser? (05.07.13)
Schöne neue Welt ... Goethe (Stücke 12) (28.06.13)
An der Kasse des Schicksals. Lausund (Stücke 11) (21.06.13)
Die Wahrheit trägt immer neue Kleider. Wedekind (Stücke 10) (14.06.13)
Trockenkurs. Dorst (Stücke 9) (07.06.13)
Eine wunderbare Arthur-Geschichte. Purcell (Stücke 8) (31.05.13)
Vom Wasser haben wirs gelernt. Jelinek (Stücke 7) (24.05.13)
Zeitgewinn. Proust (Stücke 6) (17.05.13)
Angst und Schrecken: Tod (Woody Allen) (Stücke 5) (10.05.13)
Melancholische Lebensbejahung: Unsere kleine Stadt (Stücke 4) (03.05.13)
Zur dialogischen Natur des Aphorismus (26.04.13)
Im Dickicht der Städte II (19.04.13)
Евгений Александрович Евтушенко (12.04.13)
Bilder des inneren und äußeren Wahnsinns: „Zerbombt“ (Stücke 3) (05.04.13)
Alles im Arsch. "Maria Stuart" (Stücke 2) (29.03.13)
Zufall und Nichts als Helden: „Warten auf Godot“ (Stücke 1) (22.03.13)
die sieben briefe. Francisca Ricinski. Lyrik (40) (15.03.13)
Schnodderton (Benn) (08.03.13)
Paradise lost (Ringelnatz) (01.03.13)
Goethe Schiller Jandl Bergmann ;-) (22.02.13)
Die Faschismus-Keule (15.02.13)
Monsieur le gourmet de la littérature aux serpents (08.02.13)
Dasselbe ist nicht das Gleiche (01.02.13)
Ein kleines Wort zur Lage auf kv (25.01.13)
Im Dickicht der Städte I (18.01.13)
Consolatio theatri mundi (11.01.13)
Parerga und Paralipomena zur angewandten Ästhetik der Bockwurst (04.01.13)
Zettels Traum und Konsorten (28.12.12)
Der Schreibtisch meines Großvaters (21.12.12)
Perpetuum mobile (14.12.12)
Nocturne (07.12.12)
Das Leben - ein Märchen (30.11.12)
Verschachtelter LuJa. Lyrik (39) (23.11.12)
Kopflose Zeit (16.11.12)
Zwischen Rhein und Ruhr und Niederrhein (09.11.12)
So gehen wir unter! (02.11.12)
Goldmund an Narziss (26.10.12)
Ein Beispiel zur Kommentarkultur (19.10.12)
Das Vollkommene spiegelt sich am reinsten im Fragment (12.10.12)
Freie Schulen, freie Lehrer, freie Schüler? (05.10.12)
Brief in D-Dur (28.09.12)
natura facit saltus (von loslosch) (21.09.12)
Zur Dialektik der Politik (14.09.12)
Rede für eine Freundin (07.09.12)
Hiddensee (31.08.12)
sine tempore. Hommage an P.B. (24.08.12)
Psalm der Hyper-Hydra (17.08.12)
Nonlineare Narration (10.08.12)
Gedehnte Erweckungen (03.08.12)
dxiii (27.07.12)
Circumzision (20.07.12)
Schland (13.07.12)
Nieder mit dem Inszenierungs-Manierismus! (06.07.12)
Sisyphos auf der Tellermine (29.06.12)
Cézanne à Aix (22.06.12)
Politische Gedanken (15.06.12)
Marginalien zur Kunst unserer Tage (08.06.12)
Magna cum laude (01.06.12)
Unendliche Minimalismen (25.05.12)
Literarische Sozialisation (18.05.12)
Theater Theater! (300. Kolumne) (11.05.12)
Richard Wagner und die Ironie (04.05.12)
Ein Romankonzept (27.04.12)
Nachts toben die Worte sich aus mit den Eulen. wepunkt/mmazzurro. Lyrik (38) (20.04.12)
Noch einmal aus den Vaga-Kommentaren (13.04.12)
Toscana (06.04.12)
Aus den Vaga-Kommentaren (30.03.12)
Der Mensch im Jahr 2000 (23.03.12)
Reifeprüfung (16.03.12)
Apoll und Dionysos auf kv (09.03.12)
Nosce te ipsum! (02.03.12)
Aus der Südsee der Kommentare: Vaga (24.02.12)
Ein Wort für Wagner (17.02.12)
Aus den Kommentaren ctd. (10.02.12)
Brief an Kalliope (03.02.12)
HASTE SCHON MAL INSERIERT? - (von loslosch) (27.01.12)
Gut gestimmt (20.01.12)
Epilog im Himmel (13.01.12)
Von der Erft bis an die Elbe (06.01.12)
Eine Juristische Plauderei meines Großvaters (30.12.11)
Kautskys Nachtgesang. Materialien zur Entstehung (23.12.11)
Illuminierte Schwarzweißmalerei. Dan Brown, Illuminati (16.12.11)
Allà! - Hommage an Otto Eberhardt (09.12.11)
O felix culpa! (02.12.11)
Die Natur der Kunst und die Kunst der Natur (25.11.11)
Ignatius von Loyolas Fundament der Fundamente (18.11.11)
Kurze Rede zum langen Abschnitt oder Von Büchern und Menschen (11.11.11)
Haben wir nicht am nächsten Donnerstag Latein? (04.11.11)
Der Raucher oder Dicke Luft. Ein bürgerliches Trauerspiel (28.10.11)
Unter dem Himmel von Berlin (21.10.11)
Die Wahrheit trägt immer neue Kleider (14.10.11)
Palindrome (07.10.11)
Rossini, Rossini (30.09.11)
Ich, Übergott (23.09.11)
Kleine Wahrheit (16.09.11)
Terrorismus ist die Umsetzung des Willens mit allen Mitteln (09.09.11)
Tautologie (02.09.11)
Metaprozesse (26.08.11)
Und Pollock? Zum Form-Inhalt-Problem (19.08.11)
Seine Todesstunde zu wissen ist wie ständiges Sterben (12.08.11)
Der gefrorene Sturm (05.08.11)
Stammeln (29.07.11)
Et ego in Arcadia (22.07.11)
totenschädel (15.07.11)
Kosmischer Schnipsel (08.07.11)
FRANK WEDEKINDS LULU AUF DER BONNER BÜHNE AUSGEWEIDET (von erasmus) (01.07.11)
Brief halb an mich selbst (24.06.11)
Mein Schultheater (17.06.11)
Das deutsche Gymnasium ist viel besser als sein Ruf (10.06.11)
Sakrileg? Bemerkungen zu Dan Browns "Da Vinci Code" (03.06.11)
Ein paar Gedanken zum Lesen (27.05.11)
Vor dem Zentralabitur (20.05.11)
Januar 1967 (13.05.11)
BECKETT: GLÜCKLICHE TAGE (von erasmus) (06.05.11)
Reimnis Keimnis (aus Briefen HEL/UB 6) (29.04.11)
UND DIE LIEBE HÖRET NIMMER AUF (von erasmus) (22.04.11)
eje winter (15.04.11)
DIE REGEL DER REGEL (von loslosch) (08.04.11)
Walpurgisnacht im Zauberberg (01.04.11)
Das spielende Hirn (aus Briefen HEL/UB 5) (25.03.11)
Zwissn: Original und Kopie - mondenkind. Lyrik (37) (18.03.11)
Vulgärhedonismus (aus Briefen HEL/UB 4) (11.03.11)
Rote Fäden. Goethes Wahlverwandtschaften minimiert (04.03.11)
Babylonik (aus Briefen HEL/UB 3) (25.02.11)
Verbale Boulimie (aus Briefen HEL/UB 2) (18.02.11)
Trostlose Erkenntnisse (von loslosch) (11.02.11)
Nirgends ist Schlaf in der Welt (Fernando Pessoa) (04.02.11)
N8hall - octave. Lyrik (36) (28.01.11)
Cicero auf schwankendem Grund (von loslosch) (21.01.11)
Enigmatisches Scherzo? - tausendschön. Lyrik / Prosa (35) (14.01.11)
Zweiter Offener Brief (07.01.11)
Adorno und Celans Todesfuge (31.12.10)
Im Netz der Bürokratie. (24.12.10)
Die eine Wirklichkeit braucht die andere (17.12.10)
Über Ich (10.12.10)
Meine Musik. Eine Erinnerung (03.12.10)
Flache Gewässer (26.11.10)
SIND TRÄUME SCHÄUME? (von loslosch) (19.11.10)
Traum des Lehrers von seinen Schülern (12.11.10)
Brechts Radwechsel (05.11.10)
Alte Sonette von jungen Leuten (29.10.10)
Schreibhemmung (22.10.10)
Apocalypso (aus Briefen HEL/UB 1) (15.10.10)
Der amerikanische Traum von der Geschichte (08.10.10)
Drei Erfindungen zu Brecht: Die heilige Johanna der Schlachthöfe (01.10.10)
ÜBERLEGUNGEN ZUR STERBLICHKEIT (von loslosch) (24.09.10)
Im Taumel der Stille. Eine Lesung (17.09.10)
GRÜNBEIN IN WEIMAR (von Elias) (10.09.10)
Drastische Ermahnungen eines Großvaters (03.09.10)
ANMERKUNGEN ZUR INTELLIGENZFORSCHUNG (von loslosch) (27.08.10)
Entwurf und Endfassung (20.08.10)
UNGESICHERTES WISSEN (von loslosch) (13.08.10)
Über Analyse und Interpretation (06.08.10)
Die Verse sind dem Nichts ein schönes Kleid - Gedanken zum Sonett. Dominik Riepe. Lyrik (34) (30.07.10)
Mann im Dunkel (23.07.10)
Bergmann und der Zauberberg an der Lahn (16.07.10)
Zur Entstehung einer Erzählung (09.07.10)
Zwei innere Dialoge (02.07.10)
Ein wunderbarer Liebesbrief (25.06.10)
Eskapismus - Verwandlung der Welt (18.06.10)
Meine Wurzeln (11.06.10)
Epilog im Himmel (04.06.10)
Zorn. Zum Uranos-Mythos (28.05.10)
Kafkas Katze (21.05.10)
Borden (14.05.10)
Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne und Schwerkraft (07.05.10)
Tanzstunde vor 7 x 7 Jahren (30.04.10)
EINE REISE NACH PEKING (von AZU20) (23.04.10)
Im Kunstgebiet (16.04.10)
Sospiri (09.04.10)
Ein gescheiterter Romanbeginn (02.04.10)
Vier Blinde im zweiten Versuch. Zur Leipziger Messe 2010 (26.03.10)
DAS PHÄNOMENALE SELBSTMODELL (von AZU20) (19.03.10)
DRASTISCHE SYNÄSTHESIEN (von erasmus) (12.03.10)
Aneurismischer Wortkollaps (05.03.10)
EGO-EXPERIMENT (von AZU20) (26.02.10)
Befreite Rollen (19.02.10)
Ego sum, ergo cogito (12.02.10)
Gelungene Kommentare (05.02.10)
Le Menu: Poème éternel (29.01.10)
Vom Segen wiederholten Lesens (22.01.10)
Grand Canyon Letter (15.01.10)
Logeleien (08.01.10)
THE BEST OF BEST OF THREADS OF VERMISSTENANZEIGEN (01.01.10)
Consilium discendi causa (25.12.09)
Todessymbolik - Thomas Mann ad infinitum (18.12.09)
Immer wieder Thomas Mann (11.12.09)
Melancholische Heiterkeit - Owald. II. Lyrik (33) (04.12.09)
Enzensbergers dumme Schafe - Zwanziger zu Ende D-ENKE-N! (27.11.09)
Via Cinquelotti. Ein Brief (20.11.09)
Unter dünner Haut - Isaban. II. Lyrik (32) (13.11.09)
Kommunika(t)ze - theatralisch. Lyrik / Prosa (31) (06.11.09)
PASSIONATA (30.10.09)
ICH-ZUSTAND (23.10.09)
SPLITTERSTAUB (16.10.09)
DOPPELPHÖNIX (09.10.09)
NACH DER WAHL IST VOR DER WAHL (02.10.09)
DIE WAHL DER QUAL (25.09.09)
ÜBERGEGENSÄTZLICHES (18.09.09)
Der Tag von Manhattan (11.09.09)
Georg Büchners Philosophie (04.09.09)
GEGEN MICH (28.08.09)
USCHS TAGEBUCH (21.08.09)
Brief eines 11-Jährigen an Hölderlin (14.08.09)
MAMA LOUISE. Memoiren meiner Großmutter 1889-1969 (07.08.09)
SCHNITTERWUNDE (31.07.09)
Wirklichkeitsplagiat? Peeperkorn (24.07.09)
MEINE SONETTE (17.07.09)
LIRUM LARUM (10.07.09)
BRIEFE AN KARL SEEMANN (03.07.09)
KV, HEGELS DIALEKTIK UND SCHRÖDINGERS KATZE (26.06.09)
Die Moni-Schlange und der Nubi (19.06.09)
AXEL UND JOHANNA (12.06.09)
NACHTASYL HEUTE (05.06.09)
DIE KLEINEN BIESTER (29.05.09)
ÜBER DAS RAUCHEN (22.05.09)
ARCHE INTERNET (15.05.09)
SCHULÜBUNG (08.05.09)
FRÜHE STILÜBUNGEN (01.05.09)
GENERATION ROLLKOFFER (24.04.09)
DIE UNRUHE DER JUGEND (17.04.09)
ZERLÖSCHT (10.04.09)
THOMAS MANNS FAUST (03.04.09)
SCHREIBE BARBARISCH! (27.03.09)
SCHREIB WIE DU WILLST, ABER... (20.03.09)
DER THEATERMACHER (13.03.09)
GEWONNENE ZEIT (06.03.09)
NORA (27.02.09)
ALLES IM ARSCH (20.02.09)
WIR LEBEN NUR, ZU STERBEN (13.02.09)
HIDDENSEE (06.02.09)
HABE MUT DICH ZU ERZÄHLEN! (30.01.09)
THESEN ZUR LITERATUR UND ZUR KRITIK DER LITERATUR (23.01.09)
DISZIPLIN UND KREATIVITÄT (16.01.09)
Liebe Genieleser! (09.01.09)
DE RATIONIBUS ARTIUM GRAMMATICARUM ET MATHEMATICARUM EXSTANTIBUS (02.01.09)
AUF DER SUCHE NACH DER ANDERSWELT - Holger Benkel. II. Lyrik (30) (26.12.08)
ÄSTHETISCHE BRÜCHE (19.12.08)
Zur Poesie der Leerzeile (12.12.08)
Literarische Parodien (05.12.08)
Seichtgebiete (28.11.08)
BRIEF AN EINE JUNGE LYRIKERIN (21.11.08)
Schwachdeutsch (14.11.08)
Ma! Dame (07.11.08)
Dr. Benn - Original und Parodie (31.10.08)
Der Künstler zieht das Publikum herab! (24.10.08)
Charonade - I. Prosa. Anonymus (8) (17.10.08)
http://www.garteninfos.de/wildobst/Dipl2-5.html (10.10.08)
Neptuns Tintenfass - André Schinkel. II. Lyrik (29) (03.10.08)
66 Thesen zur akuten Kunst (26.09.08)
Qualitätssicherung auf KV (19.09.08)
Lyriker aller Länder, vereinigt euch! - shagreen II. Lyrik (28) (12.09.08)
Hermetische Literatur. Eine Diskussion (05.09.08)
Erwachen - zum Problem des Romanbeginns (29.08.08)
Voilà! Eine Traumdeutung (22.08.08)
TOTALE FRAGMENTE - Jovan Jovanovic. Lyrik (27) (15.08.08)
ZYKLISCH: Bergmann. Lyrik (26) (08.08.08)
Multiples Erzählen - I. Prosa. Dominic Angeloch (7) (01.08.08)
Rotalgen und Nesselwunden - Muninn. II. Lyrik (25) (25.07.08)
Der schwarze Rohrstock (18.07.08)
DON MOMBASA IN MEMORIAM (11.07.08)
die worte zerbrechen schon am mund - Katrin Stange. II. Lyrik (24) (04.07.08)
Aztekisch? - I. Prosa. Mitternachtslöwe (6) (27.06.08)
Zweikörpertheorie - Holger Benkel. II. Lyrik (23) (20.06.08)
pistaziengrün - I. Prosa. plastique (5) (13.06.08)
Traumperlen - I. Prosa. KeinB (4) (06.06.08)
Im Namen des Sturms - beneelim. II. Lyrik (22) (30.05.08)
Buntgemalte Schulterblätter - mondenkind. II. Lyrik (21) (23.05.08)
hier und hier und hier - ReneKain. II. Lyrik (20) (16.05.08)
Zwei Himmel - locido. II. Lyrik (19) (09.05.08)
VOM RABEN WAS - I. Prosa. Arthur Breinlinger (3) (02.05.08)
Erste Gedichte (25.04.08)
argotmente - Aus den Kommentaren II (18.04.08)
Vagas Schlange - Aus den Kommentaren I (11.04.08)
Mutterherz-Verse (04.04.08)
Latium. Fünf Elegien im alten Stil (28.03.08)
Ich kann euch nur die Tür zeigen, durchgehen müsst ihr selber… (21.03.08)
Kaiserplatz (14.03.08)
Woytyla (07.03.08)
(29.02.08)
FALLEN... (22.02.08)
Meine Seele eine blaue Schrift - II. Lyrik (18) (15.02.08)
Als ob die Welt ein Fallen ist - Elias. Lyrik (17) (08.02.08)
Toll verkirscht - scalidoro. II. Lyrik (16) (01.02.08)
Durchgezogene Grüße - II. Lyrik (15) (25.01.08)
Zur Kritik der reinen Literatur (18.01.08)
Frostmund - conejo. II. Lyrik (14) (11.01.08)
ÜBER DIE WAHRHEIT DES ERZÄHLENS (04.01.08)
BEKENNTNIS (28.12.07)
Theo Breuer (21.12.07)
ÜBER NIETZSCHE (14.12.07)
WAS IST (SCHREIB)KUNST? (07.12.07)
ZUR KOMMENTAR-KULTUR (30.11.07)
HYMNE VOM ENDE DER LEI(S)TUNG (23.11.07)
12 Thesen zu KV (16.11.07)
Ausschreibung (09.11.07)
ALS OB... INDIKATIV ODER KONJUNKTIV? (02.11.07)
VON HARTZ IV zu MATRIX IV (26.10.07)
ICH HABE VON DIR GETRÄUMT (19.10.07)
VERSUCH EIN GEDICHT ZU VERSTEHEN (12.10.07)
DICHTUNGSRING (05.10.07)
OTHELLO.THERAPIE (28.09.07)
MEINE LIEBLINGSBÜCHER (21.09.07)
ÜBERSETZUNGEN (14.09.07)
d IIIII IIIII II (07.09.07)
DIE SCHÖNHEIT DER PERFEKTION (31.08.07)
Wir sind die Kinder Shakespeares, Ionescos und Thomas Manns (24.08.07)
AM ANFANG STAND EIN FRAGEZEICHEN (17.08.07)
No sports! (10.08.07)
Mein Ich - wie es in mir schreibt (03.08.07)
Arthur Breinlinger (27.07.07)
SOMMERLOCH (20.07.07)
WORTSCHERBEN (06.07.07)
ZWISCHEN ZWANG UND ZWISCHENFALL (29.06.07)
DAS GEHEIMNIS DES MINIMALISMUS (22.06.07)
AUS EINEM TOTENLEBEN - I. Prosa. Barbara Mundt (2) (15.06.07)
KLITARTOZISMUS (08.06.07)
TIRA MI SU ! (01.06.07)
Eine einfache Interpretation (25.05.07)
Selbstkritik (18.05.07)
BERNSTEIN (11.05.07)
ARTHURISMUS (04.05.07)
IM ANTLITZ DER NACHT (27.04.07)
Zentrale Lyrik (20.04.07)
Die Ordnung des Absurden - Lyrine. II. Lyrik (13) (13.04.07)
Die Farben der Melancholie - Janet Klemm. II. Lyrik (12) (06.04.07)
Suche mit Worten nach Worten - Andrea Miesenböck. II. Lyrik (11) (30.03.07)
An der Schmerzgrenze - seelenliebe. II. Lyrik (10) (23.03.07)
au’äumst’s au’äumte – Bergmann. II. Lyrik (9) (16.03.07)
Laszive Irrungen - mondenkind. Dressedinblack. II. Lyrik (8) (09.03.07)
"MEIN TITEL BIN I!" Eskapistische Sprachspiele - Jovanovic. Lyriker (7) (02.03.07)
herzkomatös – LunAe (Malinia). Marla. II. Lyrik (6) (23.02.07)
ZEREBRALE SINNLICHKEIT – Vaga. II. Lyrik (5) (16.02.07)
ALPHABETISMUS - Alpha. alois5 (beneelim). AlmaMarieSchneider. II. Lyrik (4) (09.02.07)
TAGSCHLÄFERIN - Ravna. II. Lyrik (3) (02.02.07)
EDELPLASTE - darkjoghurt. II. Lyrik (2) (26.01.07)
DIAMANTENSCHAUM - jaccolo (Carmina). II. Lyrik (1) (19.01.07)
GIGANTISCHE MINIATUREN - I. Prosa (1) (12.01.07)
Zauberbergmann (05.01.07)
KOMMENTARKULT (29.12.06)
LOB DER FREIHEIT. Ein kurzer Jahresrückblick (22.12.06)
IN THE GUTTER (15.12.06)
STARKULT AUF KV (08.12.06)
KEIN GESPENST GEHT UM IN KV (01.12.06)
LANGE SCHATTEN. ANNA ROMAS - LETZTE BRIEFE (24.11.06)
EMOTIONAL CONTRA RATIONAL - RATIONAL CONTRA EMOTIONAL (17.11.06)
Bergmanns Nachtgesang (10.11.06)
Brigitte *G* - madama intercommunicationistica (03.11.06)
KV, c'est moi! (27.10.06)
OKTOBERGEDANKEN (20.10.06)
TRENDY & NEO (13.10.06)
DER UNENDLICHE LESER UND DAS ENDLICHE LEBEN (06.10.06)
KLEINE VISIONEN (29.09.06)
Zuviel Ich auf KV (22.09.06)
WIIO (08.09.06)
SELF IMAGE (01.09.06)
Selbstbeschreibung (25.08.06)
AM ARSCH DER WELT (18.08.06)
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ÜBER MUT ZUR UNFREUNDLICHKEIT (04.08.06)
Die neue Freiheit (14.07.06)
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