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Der Bettler

Dialog zum Thema Armut


von Aha

Er hatte ja nur mehr seine Wohnung.
Wenigstens hatte er eine.
Er hatte Angst, sie zu verlieren.
Wer nicht?!
Er war mit der Miete im Rückstand.
Selber schuld!
Er hatte auch kein Geld mehr.
Thja, wer nicht arbeiten will, soll auch nichts essen!
Woher willst Du wissen, daß er nicht arbeiten wollte?!
Wer Arbeit sucht, bekommt auch eine!
Nun ja, nachdem er seine letzten abgelaufenen Lebensmittelreste verzerrt hatte, blieb ihm nichts mehr anderes übrig, als auf einen Papperdeckel zu schreiben: Ich habe Hunger, eine Blechdose zu reinigen, auffällig dürftige Klamotten anzuziehen und sich einen Platz zu suchen, wo ihn kein anderer Stammbettler verscheucht.
Ist nicht wahr!
Zunächst traute er sich nicht, doch irgendwann gelang es ihm, seine Scham zu überwinden, also setzte er sich auf die Treppe einer Kirche und hielt den Papperdeckel vor seiner Brust. Die Blechdose stellte er eine Treppe tiefer vor sich hin.
Ja, so sieht sie aus, die Welt der Arbeitsfaulen.
Zunächst sah er für lange Zeit auf den Boden, weil er Angst hatte, daß ihn jemand wiedererkennen könnte.
Feig auch noch!
Doch in den nächsten Tagen legte er allmählich seine Scheu ab.
Weil ihm klar wurde, daß kaum jemand einem Schmarotzer gern in die Fresse blickt.
Nein, nicht deshalb, weil er plötzlich für die erkalteten Herzen der an ihn Vorbeigehenden Mitleid empfand.
Eher doch Selbstmitleid.
Wieso?
Weil ihn keiner mochte.
Nicht mal Du?
Ach, komm mir nicht mit Moral!
Hab doch nur gefragt.
Und warum in aller Welt nahm er sich das Leben?
Eine Zeit lang bekam er noch genug zusammen, um seine Miete zu bezahlen und nicht zu verhungern, doch allmählich wurden die Rückenschmerzen, er litt ja unter einer alten Kriegsverletzung, durch die unangenehme Sitzhaltung so groß, daß er am Ende keinen anderen Ausweg mehr sah.
Hatte er keine Kriegsversehrtenrente?
Die wurde ihm aberkannt.
Wie das?
Sein letzter Gutachter, nun ja, Ärzte ... in weiß ... Du weißt schon!
Eher das Gegenteil ...

 
 

Kommentare zu diesem Text


Annabell
Kommentar von Annabell (03.02.2020)
Hallo Aha, flott geschrieben, Weiter so!
Schöne Woche wünscht
Annabell
(bitte berichtigen:
... Platz zu suchen, wo i h n kein anderer Stammbettler ...
Das "h" fehlt!)
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 03.02.2020:
siehe: "wo in kein anderer Stammbettler verscheucht"

Inhaltlich mir persönlich zu moralinsauer.
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Aha antwortete darauf am 03.02.2020:
Danke, Annabell, den Fauxpas hab ich korrigiert. Wundert mich, daß ich es trotz mehrmaliger Überarbeitung übersehen hatte.

Ich denke, Dieter, der Dialog schwächelt eher am zynischen Diskussionspartner mit seinen stereotypen, bzw. klischeehaften Einlassungen (ich denke über eine Überarbeitung dahingehend noch nach) - ansonsten halte ich streckenweise einiges für lebensnah beschrieben - es ist wie eine Wunde in unserer Gesellschaft, auf die man sich sonst nicht gern und noch umso weniger detailliert einläßt, wie es sein könnte, wenn man in so eine Lage käme. Ich denke dabei auch zB an Querschnittgelähmte, wie schwer es am Anfang für ist zu lernen, sich vom liegenden Zustand in den Rollstuhl hineinzukämpfen. Oder wie schwer es ist, nachdem man das Augenlicht verlor, sich auf die neuen Lebensumstände einzustellen. Die Praxis des Bettelns, stell ich mir vor, verlangt sehr viel von einem ab, das Schamgefühl zu umgehen. Vielleicht bezieht sich Dein 'moralinsauer' hauptsächlich auf meinen Seitenhieb gegen den Gutachter?!

Antwort geändert am 03.02.2020 um 15:50 Uhr
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 03.02.2020:
Nein.
In der Tat ist der Text in toto zu "stereotyp, bzw. klischeehaft". Und sehr plakativ. Immer gleich mit frommer Botschaft. Muss das sein? Lass den Bettler doch einfach mal erzählen, ohne weltpädagogischen Hintergedanken.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (03.02.2020)
Hallo Aha,
es gibt verschuldete und unverschuldete Armut. Mit dem Pauschalieren des Kritikers tut man all denen Unrecht, die unverschuldet in Armut geraten sind.
LG
Ekki
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Aha äußerte darauf am 03.02.2020:
Stimmt, wobei die verschuldete eigentlich keine echte ist - denn Armut ist ja auch zugleich das Symptom einer entmenschlichten Gesellschaft.

Gracias

Saludos
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (07.02.2020)
Seit Jan 2019 gilt ein OBG-Urteil, wonach mit nur einmaliger Verspätung der Mietzahlung fristlos gekündigt werden kann. Wer dann keine Gründe geltend macht, zB Depressionen, gerade w e i l er/sie depressiv erkrankte, wird unmittelbar obdachlos und lernt im besten Fall Obdachlosen-Notunterkünfte kennen.

Die Soziale Kälte unter Vorindustrialisierung des H.-Chr. Anderson mit seinem "Das Mädchen mit den Zündelhölzchen" nahm eher zu als ab.

Heute ist der totale soziale Absturz für fast alle irgendwann Realität.
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Aha ergänzte dazu am 07.02.2020:
Vor ein paar Jahren sah ich eine Fernsehsendung über kriminelle Mieter, die für sehr lange Zeit (viele Monate/ Jahre, weiss nicht mehr so genau) die Miete (absichtlich) nicht bezahlt hatten, und bevor sie woanders hinzogen, bzw. eine schönere Wohnung fanden, alles mögliche mutwillig zerstört hatten (Spülbecken herausgerissen und zertrümmert, - Küche zerhackt - etc.) - will sagen, auf beiden Seiten kann sich Soziopathie austoben. Sonst weiß ich auch nur, daß die Mieterrechte ziemlich beschnitten wurden. Die sozialen Verbände bemängeln auch, daß zu wenige, und wenn, fast nur mehr ausschließlich teure Wohnungen (mit sehr hohen Mieten) gebaut werden.

Hoffentlich wird das von Dir erwähnte OBG-Urteil revidiert. Kündigung nach einmaliger Verspätung liest sich wie ein sehr schlechter Witz. Solche (Richter)sprüche erinnern an dunkle Zeiten. Erst neulich stand doch irgendetwas in einem Tagesblatt über eine gerechtere Mietdeckelungregelung.
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Veröffentlicht am 03.02.2020, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 03.02.2020). Textlänge: 294 Wörter; dieser Text wurde bereits 67 mal aufgerufen; der letzte Besucher war una am 18.02.2020.
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