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keinEinhorn

keinEskapismus, keinRosa, keineLiebe.


Die Kolumne des Teams "keinEinhorn"



Mi., 14. Oktober
Bisher 52x aufgerufen


Sprachbarrieren und unfreundliche, alte Damen

von Judas


Im August durfte ich ja sogar mal wieder arbeiten. Das war schön! Aber dann kam die Quarantänepflicht für Deutsche zurück nach Norwegen im September und dann war's auch schon wieder vorbei.
Naja in Krisen wie diesen muss man sich anpassen und das führte dazu, dass ich, Touristen Guide für Englisch und Deutsch, dann doch tatsächlich auf Norwegisch guiden musste. War halt so. Die Norweger machten eben viel Urlaub im eigenen Land dieses Jahr, gezwungenermaßen und da muss man eben in den sauren Apfel beißen und aus seiner eigenen Sprachenkomfortzone raus.
Nun ist mein Norwegisch halt nicht berauschend, ich wohn hier ja erst seit knapp zwei Jahren, wie soll es mein Norwegisch da mit meinen 20 Jahren Englisch aufnehmen?

Die ganz Coolen unter euch werden sich fragen, warum niemand von meinen älteren Kollegen das übernommen hat, die wohnen ja teilweise schon zehn Jahre hier und so aber mein Norwegisch ist besser als deren, traurig, wäre 'ne eigene Kolumne wert über Deutsche, die in Norwegen nicht gescheit Norwegisch sprechen aber sich im Heimatland immer über die pösen Ausländer beschweren, die kein Deutsch sprechen.
Naja tut ja nichts zur Sache jetzt.

Zurück zu den Touren.
Ich also auf Norwegisch und Deutsch oder auch mal Norwegisch und Englisch oder auch mal alle drei Sprachen, weil das besonders viel Spaß macht. Norweger sind ja zum Glück unfassbar nett und/oder schüchtern und freuen sich einfach, dass irgendein Nicht-Skandinavier überhaupt ihre Sprache spricht, beschweren sich also nicht wenn man da so herumstolpert und sagen einem am Ende der Tour noch, wie toll man Norwegisch spricht obwohl man weiß, dass man's nicht tut und sie wissen, dass man's weiß. Die Dänen waren überraschend glücklich, meinten, sie verstehen mein Norwegisch besser als das irgendwelcher Norweger – vermutlich weil ich super langsam rede und zwar 'nen brutalen deutschen Akzent aber doch zumindest keinen der fiesen, norwegischen Dialekte habe (die sind wirklich fies also echt sehr fies).
Einmal hatte ich auch diese super nette alte Dame mit ihren drei Töchtern aus Bergen dabei, die haben sogar gelacht wenn ich 'ne lustige Story erzählt habe und ich glaube, wenn man Lacher bekommt in einer Sprache, die man nicht perfekt spricht, ist des ein schönes Kompliment.

Aber dann waren da einmal diese zwei alten Frauen, bestimmt aus Oslo, woher wenn nicht Oslo, die es einfach nicht lassen konnten, mich murmelnd zu korrigieren bei diversen Gelegenheiten. Sage ich zum Beispiel „trollkirka“ - das heißt Trollkirche und ist eine natürliche Marmorhöhle – höre ich hinter mir wie Muttchen A zu Muttchen B sagt: „trollkirkene...“ und ich sitz da, verunsichert und denk nur: Hä, aber das Ding heißt trollkirka, da bin ich ganz sicher, ich war selbst schon vier mal dort...

Das ging dann also ein paar mal so und das verunsichert natürlich, wenn man eh schon weiß, dass man nicht gerade gut daher redet bis wir an eine schöne Stelle kamen. Da ist ein herrlicher Sandstrand der da heißt Farstadsanden. Ich erzähle also darüber und höre hinter mir nur korrigierend: „Farstadstranden...“ und denk mir nur wieder: nä, das Ding heißt Sanden! Da bin ich mir sicher! Kann ich doch nichts für! Und dann der Moment des inneren Triumphs. Wir kommen an einem Schild vorbei da steht groß in Schwarz auf Weiß: FarstadSANDEN. Ha. Und da kam dann nur das überraschte „Oh, nei! Det heter farstadsanden, dette er riktig...“ („Ach nein! Es heißt farstadsanden, das ist richtig...“)

Und dann wurde es mir klar: kirkene und kirka, sanden und stranden... die müssen aus Oslo kommen! Da sprechen die doch nur Bokmål, die vom dänisch beeinflusste Kunstsprache! Und hier sind wir ja im Nynorsk-Teil des Landes, das auch noch voller regionaler Dialekte ist! HA! Nicht ich lag falsch, diese Oslo-Damen (bestimmt Oslo, muss Oslo sein!) waren einfach nur ignorant gegenüber der zweiten norwegischen Sprache, die man in Oslo so gerne nicht versteht – oder zumindest so tut, als würde man sie nicht verstehen.

Ja, Norwegen hat zwei, äh sogar drei, offizielle Landessprachen. Bokmål, Nynorsk und Sami. So. Haben wir wieder was gelernt, gute Nacht.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (14.10.2020)
sie verstehen mein Norwegisch besser als das irgendwelcher Norweger

Haha! Das kenne ich aus meinem Französischkurs, wo mich meine Teilnehmerkollegen oft besser verstanden als die Lehrerin...
In Südafrika mal ausprobiert: A conversation "under four eyes". Kanten die zwar nicht, aber sie haben es dennoch verstanden, was es bedeutet.
Gerne gelesen.

P.S.: story -> Story
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Judas meinte dazu am 14.10.2020:
Hatte mich da mit einem deutschen Gast auch drüber unterhalten, der hatte solche Erfahrungen mit Spanisch gemacht. Offenbar sprechen wir Deutschen quasi die Leerzeichen mit, auch in Sprachen wie Französisch, Italienisch, Spanisch, wo jeder Satz eigentlich wie ein Wort klingt, aber wir machen eben diese kleinen Pausen zwischen den Worten, was es dann einfacher macht, es zu verstehen.
So meine Theorie jedenfalls.
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