augenscheinlich. bei Nacht.

Gedicht

von  Vaga

in einer langen Nacht
schminkt sie ihr Antlitz weiß
presst Lippen
Stift und Stirne
auf viel beschriebenes Papier

greift Hände ringend
nach dem ersten Bogen
zerknittert
knüllt ihn
wirft nach mir

fragt tonlos sich
ob ich allein im Traume
ihr eingefallen sei
oder ob alles sich
an sie heran gelogen

ich ducke nicht
und zucke nicht zurück
beweg mich nicht
und rühr mich nicht
aus dem Versteck

beobachte den manischen Verzweiflungsakt
wie Blatt für Blatt fällt
und zerfällt im Raum
was Traum war
im Sekundentakt.

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Kommentare zu diesem Text

Caterina (46)
(17.09.08)
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