Kriegerische Reime II

Gedicht zum Thema Krieg/Krieger

von  harzgebirgler


längst liest man's selbst im kaffeesatz:
das leben ist ein kriegsschauplatz
weil nie der mensch den hals voll kriegt
und gier über die güte siegt

*


syrien ODER taramtamtam


taramtamtam taramtamtam
diktatorwillkür ohne scham
taramtamtam taramtamtam
sorgt dort im land für schmerz und gram
taramtamtam taramtamtam
weil niemand ihm zu hilfe kam
taramtamtam taramtamtam
dem freiheitskampf - nein china nahm
 
nebst russland nun im rate wahr
sein vetorecht toll wunderbar...
das morden es kann weitergehn
in syrien oh welt wird sehn
wie lang die willkür es noch treibt
und ungestraft am ruder bleibt
dank ner armee die niederschießt
ein aufbegehr’n das wächst und sprießt
trotz all dem tausendfachen tod -
 
der beiden einspruch sitzt im boot
jetzt mit dem blutrünst’gen tyrann
den scheints die welt nicht stoppen kann
was reineweg zum kotzen ist
denn stell dir vor du selber bist
ein mensch der bloß nach freiheit strebt
und dann in solchen ländern lebt
wo militär und polizei
erstickt den kleinsten freiheitsschrei :
wie wird mir da das herze klamm
taramtamtam taramtamtam!

(2012)



*

es hockt der tyrann im damastnen palast
und fürchtet "sein" volk das ihn abgrundtief haßt
das gegen ihn aufsteht - er schickt militär
und zittert vorm zahltag für blutzoll so sehr
wie schlachtergenosse gaddafi der kroch
aus angst vor dem volk ins kanalröhrenloch
woraus man ihn zerrte er wütet nie mehr
und davor da grauet dem syrer doch sehr
 
er denkt an den vater den toten despot
der sah bei revolten einst ebenfalls rot
schoß menschen zusammen zuhauf und eiskalt 
kannt’ kaum ein rezept außer mord und gewalt
es standen viel reichtum und macht auf dem spiel
und das zu erhalten ist volksschlächterziel
es erbte der sohn den längst brodelnden topf
und sucht den schon halbwegs verlorenen kopf
 
durch mord und gewalt noch zu retten nur ahnt
daß sich seiner angstherrschaft ende anbahnt
auch er schießt die menschen zusammen - bloß blut
es steigert jetzt stündlich der hassenden wut
sie halten nicht still mehr und ducken sich weg
es schreckt ihren mut mehr kein folterbesteck
sie machen das unrecht durch bilder publik
!tyrannenmacht weiche nie frommet dir sieg
 
oh sichte dein gold zeitig zähle dein geld
halt ausschau nach flücht’gem asyl in der welt
schmink ab dir dynastische träume und ruhm
der aufstand entlarvt all dein erzschurkentum
nur die die du päppelst und fütterst am trog
das schranzenpack das buckelnd blökt und sich bog
das heuchelt dir zu aber voll heidenangst
weil heimlich du zitterst und abgrundnah wankst!

(2011)


*


haut endlich der ami da richtig voll rein?
soll nun da der terror beendiget sein?
obama gebunden durchs rotlinienwort
was giftgas angeht stiehlt sich länger nicht fort?
bringt schwer was in stellung? -- assad schwitzt jetzt blut
und wasser so hoff’ ich phantastisch echt gut
macht sich vielleicht heimlich bei nebel und nacht
vom acker exilisch wie man das gern macht
mit gold viel in koffern und geld in der schweiz
ja haber der macht glänzen selten durch geiz
fürs leben in luxus in saus und in braus
macht bloß diesem unhold zuvor den garaus

samt hofstaat und schergen und handlangern viel
das wäre schon mal ein erfreuliches ziel --
wobei sich natürlich die frage stets stellt
ob dann wenn es rumst nur der richtige fällt
denn meist ist die rumbomberei echt fatal
bringt schäden leicht mit sich, die kollateral
wie man das so niedlich umschreibt im jargon
doch der den’s erwischt hat recht wenig davon
von solch euphemismus - er ist dann halt tot
liegt leblos im blut, das pulsierte einst rot
im körper des mannes der frau und vom kind
von denen ohn’ schuld viele opfer schon sind...

(2013)

*


wer kann das wort ALEPPO denn noch hören?!
auch UNO hängt mir längst zum halse raus:
die kriegsparteien lassen sich nicht stören -
aus syrien machen sie ein schlachthaus

und pellen sich ein ei auf so appelle
für frieden waffenruhe menschlichkeit,
ja laberköpfe sind stets gern zur stelle
wenn horror irgendwo zum himmel schreit

nur ändern tut das labern nicht die bohne
nein monster ziehen durch ihr ding eiskalt,
greift widerstand nach deren blut’ger krone

ist der nicht wen’ger mörderisch - gewalt
macht auch nicht halt vor kindern und vor frauen
die massenhaft zum opfer fall’n dem grauen...


*


SÜDSUDAN - pervers sind doch an kriegen die gewinne


pervers sind doch an kriegen die gewinne
von waffenhändlern auch im südsudan
die kriegstreiber dort halten auch nicht inne
nein warlords treiben den konflikt voran

und schaufeln sich die taschen ohne ende
so skrupellos wie geldgeil ständig voll
vor blut längst triefen ihre raff’gen hände
das volk weiß kaum wie’s überleben soll

es flüchtet vor dem grau’n, hat nichts zu essen
millionen sind im land dort auf der flucht
die kriegstreiber bloß auf profit versessen

läßt ungerührt das leid - sie sind verrucht
und nach wie vor hat solch pack scheint’s gut lachen
gott sollte mit dem kurzen prozeß machen!

http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedsudan-sentry-bericht-wie-sich-praesident-salva-kiir-bereichert-a-1112073.html





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Kommentare zu diesem Text


 TassoTuwas (20.03.22, 10:23)
Zu allen Zeiten - in allen Ländern
wird sich daran nicht viel ändern!

Herzliche Grüße
TT

 harzgebirgler meinte dazu am 20.03.22 um 13:24:
gottes änderungsschneiderei
lief seit je kaum ermüdungsfrei -
vielleicht nimmt fahrt sie im verlauf
der nächsten tausend jahre auf.

lg mit herzlichem dank
harzgebirgler
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