Die Kreuzkrötenkaulquappe und die Ungarische Eiche

Märchen zum Thema Aktuelles

von  Gabyi

Eine kleine Kreuzkrötenkaulquappe an der Schlei war gerade erst geschlüpft. Sie schwamm wohlgemut die Schlei entlang und gelangte so zu einer Stelle, an der eine Ungarische Eiche stand. Die Eiche war eigens gepflant worden, um den Temperaturanpassungen besser zu widerstehen. Die Kaulquappe rief zur Eiche: “Ärr…ärr, meine liebe Eiche, wir beiden sind gleichermaßen in den sogenannten Klimawandel verstrickt. Ich bin vom Aussterben bedroht und stehe auf der Roten Liste. Du hingegen bist gerade deswegen auf der Welt, weil du klimaresistent sein sollst, während ich selber auf meine Art aufpassen muss. Du hast es also viel leichter als ich im Leben und außerdem bist du auch viel größer als ich.” Die Eiche erwiderte: “Meine liebste kleine Kaulquappe, du hast eines nicht bedacht. Ich könnte vom Eichenprozessionsspinner befallen, von bösen Menschen gefällt oder von Hunden angepinkelt werden, welches meine Borke beschädigen kann.”
Dieses Gespräch belauschte der liebe Gott und sprach zu den Kreaturen: “Meine lieben Geschöpfe, ich schätze euch alle gleichermaßen. Nur einige von euch sind mir gleicher. Der Mensch hat dafür schon längst einen Gleichstellungsbeauftragten installiert.” Dieser Gleichstellungsbeauftragte wiederum hatte ein unstillbares Hobby. Er war ein ungebremster Fan der sonderbaren Geschichten von Kurt Kusenberg.


Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram