Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Schroedinger (19.01.), Trainee (15.01.), Kepler186f (15.01.), Sandkastenkind (14.01.), Paulila (12.01.), cthulhus_hairdresser (11.01.), Lenara (09.01.), Hermann (03.01.), Stimulus (03.01.), Belgerog (03.01.), MinPati (03.01.), Jo-W. (30.12.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Formatierungsmöglichkeiten:
[b]Fettschrift[/b]
[i]Kursivschrift[/i]
[u]Unterstreichung[/u]
[s]durchgestrichen[/s]

[quote]"Zitat"[/quote]
[pre]Monospace[/pre]
[color=red]Farben[/color]
[size=12]Textgröße[/size]

[align=right]rechtsbündig[/align]
[align=center]zentriert[/align]
[align=left]linksbündig[/align]

[text=67010]Link zu Text Nr...[/text]
[autor=name]Link zu Autor[/autor]
[url=werbefrei.php]interner Link[/url]
[exturl=http://abc.de]ext. Link[/exturl]
[email=ab@cd.de]eMail[/email]

Die Verwendung von HTML ist nicht gestattet.
Die vollständige Liste der Codes zur Formatierung ist hier zu finden.
Smileys:
lächelnd:):)
lächelnd:-):-)
schockiert:O:0
traurig:(:(
traurig:-(:-(
grinsend:D:D
Ätsch!:P:P
zwinkernd;-);-)
verärgert:gr::gr:
sorry:oh::oh:
Häääh?:?::?:
cool:cool::cool:
verächtlich:pah::pah:
lachend:lach::lach:
lachend:lol::lol:
gähnend:gaehn::gaehn:
ROFL:rofl::rofl:
keine Ahnung:?::??:

Mittelberg, Ekkehart:

Neue Aphorismen

Ich möchte Ihnen mein Buch „Neue Aphorismen für viele Gelegenheiten von Amüsement bis Zweifel“, erschienen 2008 bei BOD (Books on Demand), Norderstedt vorstellen.
Ich hätte das Buch auch „Neue Sprüche“ oder „Neue Zitate“ nennen können, habe mich aber bewusst für „Neue Aphorismen“ entschieden.

Aphorismus ist ein anspruchsvoller und nicht immer richtig verstandener Begriff. Deswegen möchte ich einigen Aphorismen aus meinem Buch eine Begriffserklärung und ein paar Schlaglichter auf die Geschichte des Aphorismus voranstellen.

Begriffserklärung
Ich stütze mich im Folgenden auf einen guten Wikipedia- Artikel, mit dem ich mich kritisch auseinander setze:
„Ein Aphorismus ist ein philosophischer Gedankensplitter, der üblicherweise als kurzer, rhetorisch reizvoller Sinnspruch (Sentenz, Aperçu, Bonmot) formuliert und als Einzeltext konzipiert wurde. […] Erst seit dem frühen 20. Jahrhundert als eigenständige Prosagattung anerkannt und erforscht, sind Aphorismen nach wie vor eine widersprüchliche Textform.“
 Aphorismen bewegen sich zwischen Literatur und Philosophie: Wenn sie sehr gut sind, haben sie die Vieldeutigkeit der Literatur und zugleich die Prägnanz einer philosophischen Aussage.
 Die auf das Wesentliche zugespitzte Kürze (Lakonik) ist ein Wesensmerkmal von Aphorismen. Sie können aus einem oder mehreren Sätzen bestehen. Umfangreiche Aphorismen laufen Gefahr, ihren Charakter zu verlieren.
 Es gehört zu der Widersprüchlichkeit von Aphorismen, dass sie berühmt werden, weil sie sehr objektiv sind oder durch Subjektivität zum Widerspruch provozieren.
 Aphorismen scheinen durch ihre prägnante, kurze Aussage Widerspruch auszuschließen.
Oft aber trügt der Schein, weil die Ironie und Paradoxie der aphoristischen Aussage übersehen wird.

Geschichte
Die Geschichte des Aphorismus beginnt mit Hippokrates (460-370 v. Chr.), der medizinische Sentenzen formulierte, zum Beispiel:
„Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundheit gefunden.“
Von einem modernen Aphorismus unterscheidet sich diese knappe Aussage dadurch, dass sie ironiefrei und bieder wirkt. Das Körnchen Salz fehlt.
Doch schon in der Antike entstanden hintergründige Aphorismen, deren Sinn sich nicht gleich beim ersten Nachdenken erschließt, so zum Beispiel von Marcus Porcius Cato (224-149 v. Chr.), der, von einer Geschäftsreise zurückkommend, seinen Sklaven, die Allotria getrieben hatten, sagte: „Freuet euch, dass ich zornig bin.“ oder von Martial: „Ein guter Mensch ist immer ein Anfänger (Epigrammata 12, 51, 2).“
Wenn man Witz, Hintergründigkeit und Überraschungseffekte als Kriterien zugrunde legt, erreichte der Aphorismus einen ersten Höhepunkt in seiner Geschichte bei den Französischen Moralisten des 17. und 18. Jahrhunderts, zum Beispiel bei La Rochefoucauld, La Bruyère, Joubert. Hier zwei Beispiel von La Rochefoucault: „Wir sprechen fast nur denen gesunden Menschenverstand zu, die unserer Meinung sind.“ „Jedermann beklagt sich über sein Gedächtnis, aber niemand über seine Urteilsfähigkeit.“

Namhafte deutschsprachige Aphoristiker ab dem 18. Jahrhundert sollen mit je einem Aphorismus zu Worte kommen: Georg Christoph Lichten- berg (1742- 1799) formulierte:
„Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch.“
Von Johann W. Goethe stammt: „Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist.“
Jean Paul (1763 - 1825) beherrschte das Wortspiel in Aphorismen: „Der Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der Feige in ihr, der Mutige nach ihr.“
Für die sarkastische Form von Aphorismen steht Arthur Schopenhauer (1788-1860): „Heiraten heißt, mit verbundenen Augen in einen Sack greifen und hoffen, dass man einen Aal aus einem Haufen Schlangen herausfinde.“
Ein Freund ironischer und selbstironischer Aphorismen war Friedrich Nietzsche (1844-1900): „Der Vorteil des schlechten Gedächtnisses ist, dass man dieselben guten Dinge mehrere Male zum ersten Mal genießt.“
Einer der größten Provokateure unter den Aphoristikern ist Karl Kraus (1874-1936): „Wo die Sonne der Weisheit am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten.“
Einer der wenigen, die sich mit Karl Kraus in der Schärfe und Eleganz der Formulierungen messen konnten, war Alfred Kerr (1867-1948), der als gefürchteter Kritiker auch zur Selbstkritik fähig war: "Kritiker zu sein ist ein dummer Beruf, wenn man nichts ist, was darüber hinausgeht." (Die Welt im Drama. Aus: Gesammelte Schriften. 1. Reihe. Berlin: Fischer, 1917. S. 12.)
Wohl keiner ist der Bedeutung von Aphorismen so gerecht geworden wie Theodor Fontane:
„Ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.“

Ich stelle Ihnen jetzt einige Aphorismen aus meinem Buch vor und versuche sie ein wenig zu interpretieren.
Meine Aphorismen sollen unterhalten: “Der Unterschied zwischen der Relativitätstheorie und rätselhaften Frauen besteht darin, dass sehr kluge Männer die Relativitätstheorie begreifen.“
Es ist ein Stilmittel in Aphorismen, zwei Dinge miteinander zu vergleichen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, hier Relativitätstheorie und rätselhafte Frauen, und eine Antwort nur für eine Seite des Vergleichs zu geben, sodass man sich die andere selbst denken muss.
„Kein Chirurg kann das wichtigste Merkmal der Schönheit implantieren: die Anmut.“
Dieser Aphorismus geht von der Selbstverständlichkeit aus, dass man heute Schönheit implantieren kann. Das Überraschungsmoment liegt darin, dass das Selbstverständliche eine entscheidende Lücke hat. Das, was Schönheit beseelt und ein psychischer Vorgang ist, die Anmut, kann man nicht implantieren.
Andere Aphorismen sollen die Fähigkeit zur Selbstkritik und Kritik fördern:
„Die wichtigste Erkenntnis ist die Selbsterkenntnis.“
Dieses Beispiel ist typisch für die notwendige Kürze und Einprägsamkeit von Aphorismen, die hier mit dem Wortspiel „Erkenntnis-Selbsterkenntnis“ gesucht werden.
Der folgende Aphorismus fordert offensichtlich eine kritische Einstellung gegenüber der Justiz:
„Der Justitia fällt die Waage aus der Hand. Sie reißt die Augenbinde ab und schwingt zornig das Richtschwert! Staatsanwälte machen einen Deal mit Angeklagten.“
Er arbeitet mit dem Bild, dass sich die Göttin der Gerechtigkeit aufregt. Die ihr üblicherweise zukommenden Symbole Waage, Augenbinde, Richtschwert werden genutzt, um dies anschaulich zu machen.
„Wer keine Fehler macht, macht nichts."
Dieser Aphorismus setzt auf die Erwartungshaltung: Jeder macht Fehler und folgert daraus, scheinbar logisch. Wer keine Fehler macht, macht nichts.
„Der Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“ (Bertolt Brecht) Wahre Profis warten nicht auf Zinsen. Sie produzieren Falschgeld.“
Der zugrunde liegende Aphorismus von Bertolt Brecht ist frech und frivol. Ich habe mir einen Spaß daraus gemacht, diese Frivolität zu übertrumpfen.

„Viele unterbrechen das Denken, um zu lesen, aber nur wenige das Lesen, um zu denken“
Der Aphorismus ist nach dem Muster eines Chiasmus gebaut, das heißt die entscheidenden Begriffe werden einander kreuzweise entgegengesetzt.

Abschließend möchte ich mich noch zu den Themen meiner Zitate äußern:
Sie finden neue Aphorismen zu alten Themen, wie zum Beispiel Fantasie, Fehler, Fortschritt, Freude, Glück und Zufriedenheit, Macht, Wissen, Lesen und neue Zitate zu bisher wenig beachteten Stichwörtern, etwa zu Bankraub, Denglish, Gänseblümchen, Imitate, Mafia.
Übergreifende Themen sind Politik, Wirtschaft, Massenmedien, Philosophie, Natur und Verhaltensweisen.




keine
 Abbildung 


Diese Seite wurde bereits 2761 mal aufgerufen.

Zurück zur Seite von EkkehartMittelberg, zur Liste der Bücher unserer Autoren
© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de