Vergänglichkeit

Gedicht zum Thema Vergänglichkeit

von  Georg Maria Wilke

Ein kleines, weißes Einhorn,
Spuren von Eis und Schnee,
Fabeltier der Zärtlichkeit,
Stoffleib der Vergänglichkeit.

Ein Name –
zu Lebzeiten liebevoll genannt,
kaum lesbar,
in den Marmor geschrieben,
von Steinmetz geschickter Hand
in den rötlichen Stein getrieben,
die Zeiten zu überdauern.

In dunkler, schattenloser Erde,
gebettet in den Lauf der Zeit,
ein kleines Schicksal,
unberührt,
rein,
voll Heiterkeit,
der Name ist geblieben,
wie lang wird noch das Einhorn sein?
das einst die zarten Hände
liebkosend liebevoll berührt.

Du weißer Begleiter,
verloren den kindlichen Reiter,
wen begleitest du jetzt?

Du sanftes Fabelwesen
aus Fantasias Reich,
von Herzen geliebt,
von Märchenmund geküsst,
nie Kinderliebe vermisst,
liegst nun vor dem Stein,
seelenloser, weißer Stoff
- allein –
deine Vergänglichkeit
wird eine andere sein.

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