Meise unterm Pony

Gedicht

von  Janna





Frau Meise trug ein hübsches Häubchen;

darunter barg sie jenes Schräubchen,

das leider etwas locker saß.

Sie hatte Ziele, doch das Maß

ging ihr schon längst verloren.

Sie wähnte sich hochwohlgeboren,

sah sich mit großer Kinderschar

als Gattin ihres Traummanns Star.


Wenn sie im Sommer jubilierte,

ihr kleines Herz vor Schmerz vibrierte,

verging dem Schwarm die Zeit im Flug-

er war ein Star und er war klug.

Er hielt sich auf bei seinesgleichen

und ließ sich dort das Wasser reichen.

Frau Meise aber hielt dran fest,

dass er sich mit ihr trauen lässt.


Sie ignorierte jeden Freier

und schrie empört: Hol dich der Geier!

Bis sie begriff, dass jener Star

für Meisen unerreichbar war,

vergreiste sie in ihrem Nest.

Ein Kater gab ihr dann den Rest,

als er sie hungrig niederschlug

und sie zur Abendtafel trug.



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Kommentare zu diesem Text


 Didi.Costaire (18.08.23, 23:39)
Sehr traurig, Janna! Aber noch schlimmer wäre gewesen, das Pony hätte sie geplättet. :silly: 

Liebe Grüße,
Dirk

 Janna meinte dazu am 19.08.23 um 06:19:
Hallo Dirk,

auch eine witzige Möglichkeit des Dahinscheidens. 
Vielen Dank fürs aufmerksame Lesen und die Empfehlung.

Liebe Grüße

Janna

 lugarex (19.08.23, 06:35)

Täglich bin Augenzeuge solcher Tragödien. Trotzdem bleibt der Kater mein Star und der Star ist auch mein Star. (Als Sänger.) Ich habe keine Meise – noch nicht ...
Schön geschrieben - schönes Weekend luga

 Rosalinde antwortete darauf am 19.08.23 um 08:35:
Wenn zwei nicht zusammenpassen, kann das einer kleinen Meise passieren. Ganz putzig geschrieben.

Herzlich, Rosalinde

 Janna schrieb daraufhin am 21.08.23 um 06:01:
Danke für eure Kommentare und liebe Grüße

Janna
Agnete (66)
(19.08.23, 18:31)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Janna äußerte darauf am 21.08.23 um 06:04:
That's life. Dankeschön, Agnete und eine schöne Woche!

LG Janna

 plotzn (21.08.23, 10:20)
Servus Janna,

ein fabelhaftes Gedicht mit Moral: Wer einem Star nachjagt, wacht oft mit einem Kater auf...

Liebe Grüße
Stefan
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