VOM DIESSEITS UND VOM JENSEITS

Gedicht zum Thema Ausweglosigkeit/ Dilemma

von  hermann8332

VOM DIESSEITS

UND VOM JENSEITS


Zwischen Tag und Traum

bleibt mir kein bisschen Raum


Entweder träume ich

der Realität entglitten

und der Fantasie voll

ausgeliefert

so daß das Diesseits

untergeht und das Jenseits

aufersteht


oder ich stecke fest

im täglichen Einerlei

und mache mich davon

nicht frei


und werde vereinnahmt

von den „ Sachzwängen

die wie Kletten an mir hängen


ohne einen

erlösenden Gedanken


eingepfercht in Schranken


ausgeliefert der Realität

die zum Albtraum gerät

während das Jenseits untergeht


Oft ich lag

zwischen Traum und Tag

komatös und starr

und ich sagte mir :


Du Narr,

träume mehr konkret


und sehe  die Realität

etwas mehr abstrakt


damit`s dir besser geht

und dich nicht

die Trübsal packt


Sieh das Sein als Schein

und den Schein als Sein


Laß dich

auf beide Aspekte ein !


Da sah ich diese Frau

und bildete mir ein,

wie schön müßte es sein

mit ihr auszugehen

zu reden und zu flirten,

ihr in die Augen zu sehen


… und vielleicht noch mehr :


Ich wünscht es mir so sehr :


Das eine lag im Diesseits

Das andere lag im Jenseits

Das eine war zu erwarten

Das andere unwahrscheinlich

doch wünschenswert


und beides

irgendwie peinlich


Also ließ ich es sein

und schlich wieder nach Hause

ins stille Kämmerlein

und blieb wie so oft

einsam und allein


Verkroch mich in meine Kammer

und gab mich hin dem Jammer


Schwelgte in Träumereien

und konnte mir nicht verzeihen

daß ich so feige war


Doch nehmen wir mal an:

wir würden ein Paar


Was wäre dann irgendwann ?


Nur Streit und Hader,

Haß und Zwist

weil das überall so ist


Am nächsten Tag

sah ich sie wieder


Ich stellte mich vor :


Grüß Gott ,

ich bin der Dieter …

ich würde sie gerne

zum Essen einladen …


Sie tat ganz cool, gelassen

und sprach zu mir ironisch

doch in gesetztem Ton

ohne Spott und Hohn :


Sollten Sie nicht erst einmal

fragen, ob ich verheiratet bin ,

sonst macht Ihr Angebot

keinen Sinn ?


Ich bin es nicht !


Aber tun wir mal so ,

als ob ich`s wäre


Dann würde ich ihnen

antworten:


Es ist mir eine Ehre

die ich nicht annehmen kann,

denn ich habe einen Mann „


Daraufhin drehte sie sich um

und ging ...


und ich schaute recht dumm,

denn ich hatte erlebt

wie blöd man dasteht

wenn die Fantasie

zur Wirklichkeit gerät


Ja , ich bin der Dieter

und ich tu`s nicht wieder,

denn ich habe erfahren

in meinen jungen Jahren

was man kriegt aufgetischt

wenn man das Diesseits

mit dem Jenseits mischt


Die schnöde Wirklichkeit

mit dem Reich der Fantasie


Bei mir funktioniert so was nie


Weiß auch nicht warum:


Bin ich zu fantasielos ?

Bin ich zu dumm ?


Auf jeden Fall

umwabert mich

die Vergeblichkeit


Ich frage euch beide

ein letztes Mal, denn ich

halt nicht mehr aus die Qual


Ich frage dich, DIESEITS

Ich frage dich, JENSEITS


SEIT IHR ENDLICH BEREIT

ZUR ZUSAMMENARBEIT ?




Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram