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Der letzte Drink...

Geschichte zum Thema Tod


von Fuchsiberlin

Sie läuft ruhig auf diesem endlos erscheinenden Weg der Nacht, den sie infolge ihrer letzten Sehnsucht fand, und weiß dabei nicht, wann dieser Weg enden würde.

Die Erde wirkt so unwirklich leicht, das fast jeder Schritt einem Schweben gleichkommt.

Auf ihren Lippen verewigt sich das getrocknetes Salz ihrer letzten Tränen.
In ihren Augen vertreibt die Hoffnung die letzte Verzweifelung. Ihr Körper verdrängt in der Leichtigkeit des aufkommenden inneren Friedens den Schmerz.

Irgendwann kommt sie auf diesem Weg an einer Location fern jeder irdischen Vorstellung an.
Diese erscheint ihr wie eine Mischung aus einer Bar der achtziger Jahre und einer fernen Zukunft:
Eine gespürte Unwirklichkeit breitet sich beim Anblick dieses Hauses in ihrer Seele aus.
Wo befindet sie sich ? Wirklichkeit oder Hollywoodtraumsequenz?

Sie tritt ein, in diese wie eine Filmkulisse wirkende Bar.
Der Barkeeper erscheint merkwürdig entrückt, und seine Aura umgibt etwas Fernes, Verlorengegangens und dennoch auch etwas Einladendes. Welch eine unnatürliche Ausstrahlung.

Doch was ist und war schon natürlich, und was dagegen eher nicht? Dies fragte sie sich zuletzt oft im Leben, und fand dabei selbst den Sinn ihrer Fragen nicht.

Sie bestellt bei diesem so unwirklich erscheinenden lebenden Motor der Getränke einen letzten Drink des Lebens.

Ihre Thekennachbarn schauen sie mit farblosen Gesichtern an. Ihre Körper wirken befremdlich, denn sie sind nur noch ein Schatten.
In den Augen-Blicken der Gäste entdeckt sie ein Gemisch aus Angst, Entspannung, Unsicherheit und Freude.
Welche wirre und merkwürdige Augen-Blicke.

Der Barkeeper reicht ihr ihren Drink, und wirft dann eine Münze in eine Musikbox.
Dieser Automat der vielen Töne befindet sich eigentümlicherweise in der Mitte des Raums.
Der Ablauf mit dem Einwerfen der Münze wiederholt sich wohl immer wieder bei jedem neuen Gast, der einen letzten Drink erhält.

Als die Musikbox den wohl einzigen Song, der sich in dieser befand, abspielt, beginnt die Bar wie eine Achterbahn auf und ab zu fahren. Es fühlt sich fast so an, als würde dieser Ort des letzten Wassers seinen Weg kennen, und tatsächlich auf Schienen fahren. Irgendwo hört man ein vollkommen irres Lachen und die Atmosphäre in der Bar wirkt auf einmal entspannt und friedlich. Die Angst verzieht sich in den Keller, und die Unsicherheit löst sich im letzten Drink auf.

Auf einmal jedoch stoppt die Bar ihre Fahrt.
An der Leinwand über den Tresen erscheint ein Gesicht, und ein Film der Zeitenwanderung wird abgespult.

Sie erkennt ihr Gesicht. Ihr Leben als Film.

Der Song aus der Musikbox wird nun etwas lauter:

"Das letzte warme Wasser bricht das Eis..."

Der Mann hinter den Tresen flüstert ihr leise ins Ohr:

"Ich wußte, du würdest hierher kommen.
Denn es war zu spät, um an meiner Bar vorbeizugehen. Für dich ist der Tisch Nummer neun reserviert. Irgendwann erreichen alle die letzte Bar, und nehmen das letzte warme Wasser zu sich.

Ich schreite dann durch alle Schattentrinker und werfe die Münze mit der schwarzen Rose in die Musikbox. Die Fahrt kann beginnen, die letzte Achterbahn des Lebens vollführt dann ihren wogenden Tanz. Der Schmerz, die Traurigkeit, die Verzweifelung, die Hoffnungslosigkeit, die Wut, dies alles wird vom Fahrtwind aufgesogen. Dein Film des Lebens wird noch einmal lebendig, ehe im Tunnel das neue Licht des warmen und stillen Friedens auf dich wartet."

Doch kaum beendete er den Satz, da bricht urplötzlich  ein Sonnenstrahl durch die dunklen Fenster dieser Bar. Dieser trifft ihren letzten Drink und das Glas zerspringt. Die Schatten der letzten Dunkelheit, die letzten Gäste, sie lösen sich wie Staub im Nichts auf.

Noch ehe sie realisieren kann, was alles an diesem Ort geschah, signalisiert ihr der morgendliche helle und warme stille Weckruf der Sonne, dass ihre Zeit noch nicht gekommen war.

Die Uhr an ihrem Handgelenk nimmt den Lauf der Zeit wieder in sich auf. Leben.
Sie darf die Bar wieder verlassen.

Jörg S.

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