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Öffentliche Waldwege und andere Hindernisse

Erzählung zum Thema Mensch und Tier


von Cassandra

Es muss ja sein. Er muss raus, Geschäfte machen. Ich muss aber gestehen, dass es mir auf den Nerv geht. Ab einer gewissen Uhrzeit kann ich keinen Schritt mehr machen, ohne von ihm verfolgt zu werden. Mit einem absolut vorwurfsvollen Blick. Sagen tut  er nichts, wie denn auch.

Um ihn zu quälen und meine Machtstellung zu genießen, zögere ich mein Timing hinaus. ICH habe hier das Sagen und das zeig ich auch. Wäre ja noch schöner – er wedelt mit dem Schwanz und ich springe, ne. Da kann sogar mein Mann ein Lied davon singen.

Nun ja, endlich ist es soweit, habe meine Sachen beisammen. Zigaretten, etwas zu trinken und ein Buch. Unterwegs gibt’s immer ein paar Bänke, und relaxen in freier Natur hat ja was.

In „unserem“ Kaff ist es wie Spießrutenlaufen. Kaum lässt man ihn von der Leine, schon erntet man vorwurfsvolle Blicke und dumme Bemerkungen. „Kennet Se den net an die Loine nehme?“ Himmel, ich befinde mich auf einem Landweg, habe Papier und eine Tüte dabei, um seine Exkremente, falls notwendig, aufzusammeln. „Hier laufet auch Kinner rum, des gehört verbote, die Viecher net an die Loine zu nehme.“ Ich kann es nicht mehr hören. Lass ihn also kurz nach Verlassen der Wohnung, direkt vor meinem Auto, Pippi machen und schubs ihn dann in den Wagen. „Auf mein Kleiner, ab in die Natur.“

Drei Kilometer mit dem Auto, dann sind wir da. Wald, Äcker, Ruhe – soweit das Auge reicht. Den Lütten ab von der Leine und rein ins Grünzeug. Jesses, wie kann sich ein Hund so freuen, wenn er über einen abgeernteten Acker sausen darf. Wie ein Idiot, hin und her, her und hin. Sich wälzen, buddeln, Stöckchen auflesen, im Kreis laufen. Das Sahnehäubchen kommt aber noch. Ein Deckrüde von gewaltigem Ausmaß. Dreifache Dimension seiner selbst. Scheinbar ist ihm der Sauerstoff zu Kopf gestiegen und er meint, dieses monströse Ding besteigen zu müssen. Hab nicht gewusst, dass er schwul oder bi ist und der Besitzer klärt mich auf. „Er will seine Macht zeigen.“ Aha. Wir haben keine Leiter dabei und somit bleibt er da, wo er hingehört. Auf den Boden der Tatsachen.

Dann hört man dieses komische –klack klack, klack klack, klack klack… Rhythmisch und im Zweiertakt. Ein vorsichtiger Blick nach hinten und ich sehe sie. Zwei Damen in Jogginganzüge gequetscht. Mit hochroten Gesichtern laufen sie nebeneinander her. Sie reden nicht miteinander, geht ja auch nicht. Gleichmäßiges, synchronisches Atmen – da bleibt für ein Geplänkel keine Zeit. Jetzt haben sie meinen vierbeinigen Flokatiteppich entdeckt und das Atmen bleibt ihnen im Hals stecken. „Nehmet Se den Hund an die Loine, des isch a Waldweg, der muss hier net hinmache.“ Ja, was denn sonst?  Sie bleiben sogar stehen, die Stöcke böse in den Waldboden gebohrt. Kleine Schweißperlchen hängen an ihren Unterlippen und ich spüre Unmut in mir aufsteigen. „Wo soll ich denn hin mit ihm, wenn nicht in den Wald?“ Meine Frage kommt eher wie eine Kriegserklärung und schon geht’s los. „Werdet Se bloß net unverschämt, moi Mo is im Gemeinderat, mer kennet solche Pappehoimer.“ Was, um Gottes Willen hat der Gemeinderat mit der Scheiße unseres Hundes auf einem öffentlichen Waldweg zu tun? Jetzt mischt sich auch die andere Grazie ein und meine Hormone sind in Krisenstimmung. „Da hot moi Freundin abba recht. Des g`hört sich net. Hier laufet auch Kinner rum und die tappe dann in die…“ Sie sucht nach einem passenden Wort und ich helfe ihr „Scheiße, gell?“ Ich dreh mich jetzt einfach um und pfeife nach dem kleinen Stinker. Dieser aber hat sich, nach vergeblichen Versuchen Streicheleinheiten einzuholen, dazu entschlossen, den rechten Stock der Frau des Gemeinderats anzupinkeln. Treffsicher war er noch nie und der Durchmesser der Gehhilfe ist ja nun auch nicht besonders groß. Mehr oder weniger zielsicher trifft er das Hosenbein.

Auf weitere Diskussionen lasse ich mich jetzt aber nicht mehr ein. Ich laufe weiter, mein bester Freund folgt mir und wir hören das Gezeter. „Des gibt abba a Anzoig, des könnet Se glaube.“ Die Stimmen werden immer leiser und ich bück mich, um „ihm“ grinsend zuzuzwinkern und flüster ihm dann ins Ohr: „Gut gemacht, Du kleine Sau.“


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Kommentare zu diesem Text


AZU20
Kommentar von AZU20 (10.10.2010)
Gern gelesen. LG
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Cassandra meinte dazu am 10.10.2010:
Vielen Dank.

Wir haben wirklichen einen "Besten Freund des Menschen". Ein Jack Russel namens "Fussel". Eine Seele von Hund. Wenn der das Meerschweinchen - in grenzenloser Hingabe - abgeschleckt hat, kann man es danach auswringen...

Liebe Grüße
Ute
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Cassandra antwortete darauf am 10.10.2010:
Danke!

LG
Cassandra
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Kommentar von Scrag (23) (10.10.2010)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Cassandra schrieb daraufhin am 10.10.2010:
Danke für Dein Lob.

Diese kleinen Schuhabtreter sind echt spitzenmäßig. Ich habe unseren von meinem Vater geerbt und bin dankbar für diese "Hinterlassenschaft". ;)

Unser Fussel, so heißt er wirklich, hätte mit Sicherheit Gefallen an "deiner" Dame gefunden. Männer sind Schweine - diesen Song sollte sich unser Mitbewohner hinter die Schlappohren schreiben... ;)

LG
Ute
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Kommentar von Februar (20.10.2019)
seltsam dass Tiere immer das Richtige tun,

lass ihn nur laufen, es gibt noch mehr zum Anpinkeln,

viel Spass Euch beiden, Gruß Februar
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Cassandra
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Veröffentlicht am 10.10.2010, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 12.10.2010). Textlänge: 683 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.982 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 14.09.2021.
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