Abschiedsschmetter(linge-)n

Text zum Thema Abschied

von  Fuchsiberlin

Der Abschied frißt deinen Namen,
wortlos geht’s nach Irgendwo,
Zielgedanken kennnen nicht jeden Ort.

(Weg-)Fliegen wie ein Schmetterling,
gegen oder mit dem Wind,
ein Abschiedslied bleibt aus,
für Dramatik gibt’s einen Tee mit Salz,
Der Würgreiz bleibt nicht aus.
Es ist halt zum Kotz...

Im Abschied fehlt manchmal eine zuckersüße Zutat,
Backe, backe Kuchen,
nee, nee,
ich bevorzuge jetzt eine Currywurst mit scharfer Soße.

Gedanken werden eingepackt,
Gefühle irgendwo im Rucksack verstaut.
Alles-muß-weg, doch der Flohmarkt existiert nicht mehr,
denn keiner wollte kaufen, was nicht in Werten zu messen ist.

Ein Wir-Recyceln ergibt auch keinen Sinn.
Aus Alt-mach-neu verhindert nunmal keinen Abschied.

Sinnsuche,
der Ort der eigenen Träume, Wünsche
und (erhofften) geistigen Erfüllung
wird ins Visier genommen.
Doch auch Schmetterlinge kennen nicht nur einen Heimatort.

Wer findet schon immer, was er sucht!?
In der Kirche sind alle Plätze frei,
es ist Mittwoch.
Ich befand mich nicht in diesem Haus Gottes,
doch wer geht Mittwochs um 15 Uhr in die Kirche?
Die Macht der (Kirchen-)Tradition lädt am Sonntag ein,
nicht wahr!?
Verzeih, ich bin Atheist.

Gedankenabschweifung...
( Oh, oh, dieses Wort klingt wie "Hirnverirrte Gedankenarbeiter")

Ein Abschied bedeutet kein Zu-Grabe-tragen,
und doch wird manchmal beim Goodbye etwas verscharrt,
oder auch weggeworfen.
Letztgennanntes geschieht vielleicht in der Hoffnung,
dass hierbei kein Bumerang sein böses Spiel treibt.

Die Erde dreht sich weiter,
und der Mensch hört nicht auf zu laufen,
der Wille wird zum Maßstab,
das am Boden-liegen mutiert schlimmstenfalls
zum Depressionsmonstrum.

Erdnah liegend spürst du immer mehr die Unbequemlichkeit.
Hey Doktor, verschreib mit Anti-Depri-Pillen,
ich mag nunmal Federkernmatratzen.

Irgendetwas bleibt auf dem Boden liegen oder haften,
oder wie du dies dann auch immer bezeichnen willst.
Frage bitte nicht nach dem Was,
deine Neugier schicke ich heute mal fort.

Nicht alles kann in Worte gefaßt werden,
wo befindet sich das große ich-designte Buchstabensammelsurium?
Manche Worte verirren sich,
einige mauern sich ein,
andere bewegen sich durch eine offene Tür.

Dem Schmetterling werden manchmal
die Flügel gestutzt.
Du, ich mag jetzt nicht reden,
nicht alles kann oder muß im Abschied über Stimmbänder bewegt werden.

Tränen schmerzen und entlasten.
Der Schmerz wird vergehen, vielleicht und eines Tages.

Nimm den Abschied als unvollendet hin,
bis alles vergessen ist.

Schmetterling flieg,
wie gerne wäre ich manchmal einer.

Ich werde nie ein Schmetterling,
Mensch bleibt Mensch.

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Kommentare zu diesem Text


 sensibelchen13 (31.08.11)
Ein Abschied, lieber Jörg, hinterlässt immer Narben, und die schmerzen länger als nur wenige Tage.
Der Gedanke ein Schmetterling zu sein, ja, der gefällt mir auch.

Lieben Gruß
Helga

 Fuchsiberlin meinte dazu am 01.09.11:
Liebe Helga,

ja, und ein Abschied hinterläßt eine Wunde, die vernarben muß.

Ganz liebe Dankesgrüße
Jörg
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